Komm kein bisschen mit nach Italien

Abenteuerlust gehört nicht zu den großen Stärken in meiner Familie. Bei uns hat noch nie jemand den langweiligen Job in der Kfz-Zulassungsstelle für ein Sabbathjahr ruhen lassen, um barfuß von Palermo nach Trondheim zu wandern. Wer sich im Rahmen sportlicher Aktivität sämtliche Knochen bricht, beklagt das als Kollateralschaden beim Fußball auf dem nachbarschaftlichen Bolzplatz, nicht beim Freeclimbing am Popōcatepētl. Entsprechend gefahrlos ist die Reiseplanung.

Als meine Eltern, also Muddi und Paps, im Januar 1970 heirateten, erforderte der notorisch klamme Geldbeutel, Weiterlesen

Zwei in einem

Wenn man dieser Tage so nach draußen sieht, ist einem nicht so wirklich nach Frühlingsgefühlen zumute. Es ist nass, kühl und irgendwie ungemütlich. Also musst du dir was einfallen lassen, damit es dir zumindest in der Seele ein bisschen hell und warm wird. Darum hat mein Mann unseren Osterdekokram aus dem Keller geholt.

Es gibt ja wirklich niedliches Zeug für die Osterzeit – Weiterlesen

Twee in een

Wenn een düsser Doge so no buten kiekt, is een nich so weerklich no Fröhlingsgeföhle tomoot. Dat is natt, köhl un jichtenswie so unkommodig. Also musst du di wat infallen loten, domit di dat tominst in de Seel ’n beten licht und warm weert. Also hett mien Mann uns Osterdekokrom ut’n Keller holt.

Dat gifft jo wirklich niedliches Tüch för de Ostertiet – Weiterlesen

Zu früh, zu spät

Heute wird an Rhein, Main und anderen Orten Weiberfastnacht gefeiert, und für mich als ausgesprochenen Karnevalsmuffel ist der diesjährige Termin für den Rosenmontag schon viel zu spät im Jahr, zumal mein Mann bereits seit sieben Tagen jeden Abend Prunksitzungen aus den diversen närrischen Hochburgen im Fernsehen schaut. Wenn ich bedenke, dass das noch bis zum Aschermittwoch nächste Woche weitergeht, frage ich mich doch ernsthaft, womit so ein niedliches Kerlchen wie ich es verdient hat, ausgerechnet an einen Karnevalsenthusiasten geraten zu sein. Eines Tages werde ich wohl noch als „ein Verzweifelter in D.“ bei den Briefkastentanten einschlägiger Illustrierter im Arztwartezimmer enden.

Apropos zu spät – Weiterlesen

Kuddelmuddel (hochdeutsch)

Ein Kuddelmuddel ist meist… naja, ein Kuddelmuddel. Also etwas, das man nicht wirklich so gern haben möchte. Packst du einen roten Strumpf zu deiner weißen Kochwäsche, hast du hinterher ein Kuddelmuddel in deinem Wäscheschrank. Kaufst du mehr ein, als du dir leisten kannst, hast du ein Kuddelmuddel auf deinem Konto. Das ist dann eher ein schlechtes Kuddelmuddel.

Es gibt aber auch gutes Kuddelmuddel. Weiterlesen

Kuddelmuddel (op Platt)

Een Kuddelmuddel is meest… no jo, ’n Kuddelmuddel. Also wat, dat een wirklich nich so gern hebben will. Packst du ’n roden Strump mit to dien witte Kookwäsch, hest du achterno ’n Kuddelmuddel in dien Wäscheschapp. Kööpst du mehr in as du di leisten kunnst, hest du ’n Kuddelmuddel op dien Konto. Dat is denn eher ’n slechtet Kuddelmuddel.

Dat gifft ober ook gotet Kuddelmuddel. Weiterlesen

Ausnahmezustand

Die Stille war gespenstisch, kein Mensch zu sehen. Kein Auto fuhr, kein Hund bellte, nicht mal ein eScooter rollte sirrend vorbei. Die Nachbarschaft war wie ausgestorben. Viele hatten das Haus erst kurz vor der Deadline um acht Uhr verlassen, andere hatten die Gelegenheit genutzt und waren schon am Sonnabend oder gar am Freitag in einen Wochenendurlaub aufgebrochen.

Am vergangenen Sonntag herrschte Ausnahmezustand bei uns im Quartier. Weiterlesen

Zukunftsmusik

Moin und frohes neues Jahr.

Gut reingekommen? Bei meinem Mann und mir ist es so entspannt zugegangen wie lange nicht. Wir sind nämlich so müde gewesen, dass wir nicht mal Dinner for one und Tratsch im Treppenhaus geschaut haben. Wir haben uns zwar noch etwas Feines zum Altjahrsabend gekocht und danach wieder Klar Schiff in der Küche gemacht, aber um halb zehn sind wir so müde gewesen, dass wir Weiterlesen

Tokunftsmusik

Moin un frohet nieget Johr.

Goot binnen kamen? Bi mien Mann un mi is dat so entspannt afgangen as lang nich. Wi sünd neemich so mööd wesen, datt wi nich mol Dinner for One un Tratsch im Treppenhaus kiekt hefft. Wi hefft uns twors no wat Feinet to’n Altjohrsobend kocht un achterno wedder klor Schipp in de Köök mookt, ober um halvig teihn sünd wi so mööd wesen, datt wi Weiterlesen

Altersmilde?

Inhaltlich ist es eigentlich nichts weiter als der deutsche Abklatsch des amerikanischen Klassikers I’ll Be Home For Christmas, doch dank der hierorts herrschenden Vorliebe für Überdramatisierung ist es längst nicht so versöhnlich und hoffnungsvoll wie das Lied aus den USA.

Weihnachten bin ich zuhaus ist Weiterlesen

Veränderung

Veränderung gehört zum Leben wie das trashige zum Eurovision Song Contest. Man mag das nicht immer leiden, aber es ist immer dabei, ob du das nun willst oder nicht. Kann man nicht gegen machen.

Dieser Tage ist mein Mann ziemlich missgelaunt. Weiterlesen

Verännerung

Verännerung gehört to’t Leven as dat „trashige“ to’n Eurovision Song Contest: Een much dat nich jümmers lieden, ober dat ist jümmers dorbi, ob du dat nu wüllst ode nich. Kannst nix gegen moken.

Düsser Doge is mien Mann bannig füünsch. Weiterlesen

Throwback Thursday 2013: So fing’s an

Heute vor sechs Jahren habe ich meinen ersten Blogartikel gepostet. Inzwischen ist viel Wasser die Elbe runtergeflossen  und ich habe weit über 500 andere Texte hier geschrieben. Warum also nicht mal auf den Anfang zurückschauen und jenen ersten Artikel noch einmal posten. Er hieß übrigens Weiterlesen

Stummes P

Den Rekord für die meisten gespielten Vorstellungen aller Zeiten hält mit über 25.000 Aufführungen das Kriminalstück The Mousetrap, das seit 1952 ununterbrochen jeden Abend in London aufgeführt wird.

Heißt es zumindest von offizieller Seite.

Inoffiziell möchte ich behaupten, dass mein Mann und ich diesen Rekord längst eingestellt haben, obwohl wir erst seit einundzwanzig Komma fünf Jahren bei der Sache sind.

Unser ganz eigener Theaterstoff heißt Weiterlesen

Helden (hochdeutsch)

Der erste Held in meinem Leben, das muss so mit sechs oder sieben gewesen sein, war Timmy der Hund von den Fünf Freunden. Der hat immer heimlich eine Botschaft zur Polizei gebracht, wenn die vier Kinder mal wieder von den Ganoven gefangen genommen worden sind – oder er hat gleich zugebissen.

Über die Jahre haben sich meine Helden weiterentwickelt. Weiterlesen