Douglas Adams hatte recht

Wenn sie leer ist, sieht sie aus wie ein Plumpsklo, aus dem das wichtigste Möbel ausgebaut wurde: Schmal, nicht besonders tief und sehr schmucklos. Also beginnt man, sie mit etwas zu befüllen. Nur ein, zwei kleine Teilchen. Ab dann benimmt sie sich wie ein Hefeteig und legt beständig an Umfang zu. Schon bald ist sie randvoll gefüllt, und nun ist sie Ärgernis, Fundgrube, Schatztruhe, Abenteuerspielplatz und Folterkammer zugleich.

Ein scheinbares Chaos tobt in ihr, und doch hat alles seinen Platz. Der Nachbar, der sein neues Bett aufbauen möchte, braucht einen ganz bestimmten Schraubenschlüssel? Findet sich hier. Mit einem Griff. Die Kladde mit Omas gehüteten Familienrezepten ist verschwunden? Schau mal hier nach. Es ist Altjahrsabend und man hat vergessen, Feuerwerksgedöns zu kaufen? Hier sind ganz bestimmt noch ein paar nicht verfeuerte Raketen vom letzten Jahr.

Sie ist ein kapriziöses Wesen, das nur ihr eigenes Ding macht. Darum sollte man auch nicht versuchen, sie mit Ordnung auf Spur zu bringen. Dann rächt sie sich wie ein Vulkan, dem man das falsche Menschenopfer gebracht hat. Sie scheint den kompletten Inhalt wieder und wieder umzuwälzen, was unweigerlich zur Folge hat, dass man überhaupt nichts mehr wiederfindet.

Natürlich spreche ich von der Rumpelkammer. In Neubauten stirbt sie langsam aus, doch in Altbauten führt sie das eigentliche Regiment. So wie bei meinem Mann und mir. An ihre Launen haben wir uns gewöhnt. Es  macht mir nichts mehr aus, etwas, das jahrelang im linken Regal gelegen hat, plötzlich im rechten wiederzufinden. Auch an ihre Macke, die Gefrierdosen gelegentlich in den Putzeimer zu spucken, können uns nicht mehr aus der Ruhe bringen.

Aber heute ist etwas passiert, das mich in meinen Grundfesten erschüttert hat. Ich habe in ihr einen Socken wiedergefunden, dessen Pendant schon seit fast einem Jahr in meiner Unterplünnenschublade auf Wiedervereinigung wartet. Das kann nur eins bedeuten: Die Rumpelkammer ist der Hinterausgang des schwarzen Lochs in der Waschmaschine.

Douglas Adams hatte also wirklich recht damit, dass „42“ die Antwort auf alle Fragen ist – selbst wenn es sich nur um die passende Größe zu einem Socken dreht….