Gabe ist nicht gleich Gabe

Heute ist der 1. Advent, und in einigen Städten gibt es einen verkaufsoffenen Sonntag. Für viele Menschen mag das der Auftakt zum Weihnachtsshopping sein. Sie strömen in die Geschäfte, um all die schönen Gaben zu erstehen, die am 24. Dezember unter dem Weihnachtsbaum liegen sollen.

Für mich persönlich ist der 1. Advent allerdings schon seit einigen Jahren der Zieleinlauf. Alle Einkäufe sind erledigt. Mich bekommt bis zum 27. Dezember kein Mensch mehr in Buchhandlungen, CD-Shops, Parfümerien und so weiter.

Nein, ich habe keine Angst, von den konsumfreudigen Menschenmassen überrannt zu werden wie von den Stieren in Pamplona.

Es ist nur so… Da ist diese besondere Gabe… Könnte ich mit ihr Katastrophen verhindern, wäre sie ein Geschenk. Doch leider beschwöre ich Katastrophen herauf. Ungewollt. Ehrlich.

Jemanden mit einem sorgfältig ausgewählten Geschenk zu bedenken macht Freude, und der Einkauf gehört zur Vorfreude dazu. Allerdings kehrt man meist nicht nur mit dem Präsent für besagten Jemand vom Bummel zurück, man hat sich meist auch selbst etwas mitgebracht. Wenn man schon mal in der Stadt ist…

Hier beginnt das Malheur. Denn die oben erwähnte Gabe verleitet mich immer dazu, mir genau die Dinge mitzubringen, die ein anderer lieber Mensch (meist mein Lieblingsmensch) bereits erstanden und für mich als Geschenk beiseitegelegt hat.

Schon mal am 23. Dezember etwa eine Stunde vor Ladenschluss nach Hause gekommen und das nach langem Suchen endlich gefundene Buch freudestrahlend der besseren Hälfte ein gezeigt, die nur kreidebleich werden und „Du Wahnsinniger“ keuchen konnte…?

Ähnliches vier Monate später zum Geburtstag, nur mit einer CD?

Und beim nächsten Weihnachtsfest mit der wunderschönen Emaille-Seihe als neue Küchendeko?

Eben. Genau darum mache ich für die nächsten vier Wochen einen Riesenbogen um unsere Einkaufsmeile.

In diesem Sinne: Allen einen schöne, besinnliche Adventszeit!