Herzrhythmusstörungen

Musik_abspielenEs ist etwa so, als würde man versuchen, die berühmte Liebe auf den ersten Blick zu erklären: Es geht nicht, weil es einfach Dinge im Leben gibt, die sich jeder Erklärung entziehen. Darum habe ich auch heute noch arge Nöte, die Frage „Was soll das?“ zu beantworten, die mir vor geraumer Zeit schon von meinem Mann gestellt wurde, als ich eines Tages in unsere Küche stürmte und die Lautstärke der Stereoanlage so energisch auf null drehte, dass ich den Knopf dabei fast abbrach. Ich wusste ja selber nicht, wieso, weshalb und warum ich plötzlich so auf hundertachtzig war, denn drei Minuten später war der Spuk auch schon wieder vorbei. Vielleicht war es nur der übliche Blues zum Wochenbeginn, denn es war eigentlich ein ganz normaler Montag wie jeder andere.

Doch am nächsten Tag wiederholte sich das Ganze, und dann auch noch gleich zweimal. Bis ich allmählich dahinterkam: Es passierte immer bei dem Lied Heart Skips a Beat von Olly Murs. Irgendetwas in oder an diesem Lied macht mich rasend, doch ich kann beim besten Willen nicht ermitteln, was und weshalb. Wenn man ihn auf Fotos sieht, scheint Herr Murs ein liebes kleines Ding zu sein, und seine anderen Lieder sind zwar keine große Sangeskunst, aber sie stören auch nicht weiter, das ein oder andere finde ich sogar ganz nett. Doch jedes Mal, wenn dieses Lied über die Kardio-Arrhythmie läuft, stehe ich binnen Zehntelsekunden unter Strom und möchte am liebsten die komplette Stereoanlage aus dem Fenster werfen.

Falls jemand unter den Lesern des Wortgepüttscher dieses seltsame Phänomen (ggf. mit einem anderen Lied) auch kennt und eine Erklärung dafür liefern kann – nur her damit!

Advertisements

2 Antworten auf “Herzrhythmusstörungen”

  1. *hach*, ich musste ja jetzt sehr lachen: Vor allem der ‚beinahe abgebrochene Lautstärkenknopf‘ zeigt doch recht anschaulich, wie energetisch (man könnte eventuell ja sogar herrisch dazu sagen *gg*) Du gegen die Lärmbelästigung vorgegangen bist. 🙂

    Sowas kenn ich sehr gut. Manchmal sind es die Töne oder ein unmöglicher Rythmus, manchmal aber auch der Text: Jedesmal, aber auch *jedesmal* reißt es mich, wenn ich von den ‚Ärzten‘ dieses unsägliche „An Tagen wie dieser“ höre. DIESER! D-I-E-S-E-R! Ich weiß jetzt nicht, ob es Dir oder anderen Menschen genau so geht, aber *jedesmal* denke ich: Nein! Es heißt doch: An einem Tag wie DIESEM! oder „Tage wie dieser“… aber nie und nimmer: „An Tagen wie DIESER“. *aaaargh!*

    Das mag ich gar nicht.

    😉

    Gefällt mir

    1. O ja, das schlechte Deutsch in diesem Lied ist in der Tat fürchterlich. Aber ich finde, die Toten Hosen haben eh nachgelassen – da scheint der Kreativitätsfluss vollkommen versiegt zu sein oder man ist zum Bandjubiläum einfach behäbig und bequem geworden. Die beiden Nachfolgesingles von An Tagen wie… waren letzten Endes nur langweilige Variationen auf ein bereits zur Genüge bekanntes Thema.

      Schlimm finde ich in Texten übrigens auch seine gezwungene, mühsam gewollt und doch nicht geschafft klingende Anspruchspoesie. Bei Textzeilen wie „Ich lieb mich in dir fest“ von Pur könnte ich zuviel kriegen.

      Gefällt mir

Püttscher mit!

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s