Sonntagszwischenruf

hamburg-collage-blog2

Heute: Volksentscheid in Hamburg

Liebe Freunde und Leser in Hamburg,

heute besteht in den dazu eingeladenen Quartieren letztmals die Möglichkeit, bei einem Bürgerentscheid für oder (hoffentlich) gegen eine die Elbe überspannende Seilbahn zu stimmen. Dazu möchte ich euch noch einmal meinen

Blogeintrag „Killarney, Hamburg und das große Geld“

ans Herz legen (Klick auf den Link führt dorthin).

Bitte trefft eine kluge Entscheidung für eure Stadt, eure gemeinsame Geschichte, für das, was von der historischen Stadtansicht noch übrig ist und nicht durch Elbphilharmonie und Tanzende Türme korrumpiert wurde, und trefft sie für eure (Mit)Bürger. Nicht für den schnellen Tourismus- und Investorendollar.

Alles Gute, Hamburg!!!

Advertisements

7 Antworten auf “Sonntagszwischenruf”

    1. Richtig, haben wir. Und ich gebe noch einmal Folgendes zu bedenken: Du bist ein Gelegenheitsbesucher dort, wo die Seilbahn verlaufen soll. Du siehst sie, fährst damit, findest es toll und fährst dann wieder nach Hause und hast nix weiter damit zu tun. Ebenso Frau Tietjen vom NDR, die ich eigentlich sonst sehr schätze, in ihrer Pro-Haltung für die Seilbahn aber unmöglich finde. Die schaut sich das auch an, fährt dann aber in ihr Einfamilienhaus im ruhigen, beschaulichen Eissendorf zurück und hat mit der ganzen Sache nüscht mehr am Hut. Faszinierenderweise sind fast alle prominenten Befürworter Bürger, die in derselben Situation sind: Toll finden, aber abhauen/wegbleiben, wenn sie keine Lust drauf haben.

      Die Betroffenen an der Basisstation am Nordufer, rund um die Pylone und unter dem Gesurre der Kabinen haben das jedoch täglich um sich. Ihnen soll etwas aufgezwungen werdne, was ihr Leben nachhaltig beeinflusst in Puncto Lärm und Belastung durch Menschenmassen. Die Disneyfizierung von St. Pauli und anderen Quartieren schreitet fort, sie verlieren ihre Eigenlogik, ihre über Jahrzehnte gewachsene Identität, ihre Hamburgensien an Anonymes, Beliebiges, das auch in den disneyfizierten Quartieren von Singapur, Paris oder London stehen könnte.

      Das macht die Seilbahn in meinen Augen zu genau so einem Instrument des Überrollens der alteingesessenenMenschen wie der perverse Umgang mit den Esso-Häusern. Geld zählt immer, der Mensch nie.

      Die Seilbahn ist – wenn auch nicht in denselben Dimensionen, aber vom Grundprinzip her – durchaus vergleichbar mit den Plänen bei euch: Die S21 in Nettelnburg oder Bergedorf (analog der S1 in Ohlsdorf nach Poppenbüttel und Airport) zu teilen und dann einen Zugteil wie gehabt nach Aumühle bzw. den anderen in eure Stadt zu leiten. Und die Trasse führt bekanntlich ziemlich dicht an eurem Haus vorbei. Wie würdest du das finden, wenn dann mindestens 6x pro Stunde (3x hin, 3x zurück) ein Zug vor eurem Haus vorbeirumpelt (und in der langgezogenen Kurve so schön quietscht), ohne dass du vorher gefragt worden wärest oder irgendwas dagegen tun könntest?

      Gefällt mir

      1. Ich vermute, dass sich die Belästigung durch Menschenmassen nach einer Anfangsphase in Grenzen hält. Wie die Seilbahn als Zubringer zu den Musicaltheatern benutzen möchte, muss sicher mit Wartezeiten rechnen. So eine Gondel fasst ja nicht so viele Personen, wie die Fähren. Selbst da kommt es bei der Rückfahrt nach der Vorstellung zu Wartezeiten, und dass dann auch noch ohne Wetterschutz.

        „Gelegenheitstouris“, die nur mal hoch oben über die Elbe fahren wollen, werden nicht in Massen kommen, um das zu tun, jedenalls nicht alle auf einmal, sonden über den Tag verteilt.

        Wie gross die Geräuschbelästigung ist, kann ich nicht beurteilen. Jedoch wird die ein Zug, der nur 10 Meter von einem Wohnhaus entfernt vorbeifährt, wesentlich lauter sein.

        Gefällt 1 Person

        1. Das ist es doch mit dem „über den Tag verteilt“… alle anderen Touristenziele werden ja auch „über den Tag verteilt“ angesteuert. Es gibt für die Anwohner kein Entkommen im Gegensatz zu den Gelegenheitsbesuchern, die nur kommen und wieder gehen. St. Pauli ist sicherlich schon immer ein lautes, buntes Viertel und nie ein beschaulicher Kurort gewesen, wo abends um 8 die Bordsteine nicht nur hochgeklappt, sondern abgeschraubt und weggestellt werden. Aber langsam muss mit dieser Disneyfizierung gegen das Volk einfach mal Schluss sein. Ich sage nur noch einmal Esso-Häuser… was da abgelaufen ist, war einfach nur pervers. Die Seilbahn ist für mich die nächste Stufe.

          Gefällt mir

  1. Über dieses Thema lässt sich, wie über so viele andere auch, trefflich diskutieren. Die Argumente dagegen sind zum Teil recht hanebüchen, wie z.B.: Sowas gehört in die Berge, nicht in eine Hafenstadt. Es gibt einige Städte, die nicht in den Bergen liegen und in denen bereits seit Jahrzehnten eine Seilbahn steht, wie z.B. in Barcelona. Dort bin ich bereits 1968 mit der Bahn über den Hafen gefahren.
    In etwa einer Stunde werden die „Wahllokale“ geschlossen, ich bin auf das Ergebnis gespannt.

    Gefällt mir

Püttscher mit!

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s