Vroom… vroom…

20141118-01Aus rein praktischen Erwägungen haben mein Mann und ich vor sechs oder sieben Jahren unser Auto abgeschafft. Ich habe eh keinen Führerschein, und mein Mann hatte keine Lust mehr auf den täglichen Ärger mit der Parkplatzsuche in unserem Quartier. Pure Mathematik. 100 Parkplätze : 200 Autos = Ärger!

Zum anderen waren da die Kosten. Von wegen pecunia non olet – die Spritpreise stanken zum Himmel!

Last but not least muss man der Stadt bei all meiner (immer augenzwinkernd gemeinten) Lästerei eines lassen: Zumindest unser Quartier ist perfekt erschlossen. Von A über Arzt und Apotheker bis Z wie Zoohandel ist hier alles Lebenswichtige fußläufig in wenigen Schritten zu erreichen, die Haltestellen von sechs verschiedenen Linien des Nahverkehrs liegen quasi in Rufweite, und selbst bis zum Bahnhof und der Fußgängerzone downtown sind es nur fünfzehn Minuten Fußweg. Weiteres K. O.-Kriterium: Keiner von uns muss beruflich pendeln. In so einer Situation braucht man einfach kein Auto.

Wenn wir doch mal eins brauchen, dann wird gemietet, was in unserem Fall wirklich die günstigste Alternative ist. Wir mieten zudem anlassgerecht und hatten so vom Smart über VW Polo und 1er BMW bis zum Volvo V70 inzwischen jede Fahrzeugkategorie. Zudem haben wir dadurch etwa drei Mal pro Jahr ein fast fabrikneues Auto unter dem Pöter, das kann auch nicht jeder von sich behaupten. So macht die ganze Mieterei dann auch noch ein wenig Spaß.

Apropos Volvo V70. Das Ding ist ja echt ein dicker Brummer und saubequem. Wir hatten mal einen für einen Fehmarn-Wochenende gemietet. In unserem eigenen, zum Schluss recht klapperigen Fiat Fiorino durfte mein Mann nie schneller als 120 fahren, und ich achtete genau auf die Tachonadel! Aber im Schweden-Express fühlte ich mich sicher, so dass ich entspannt nach draußen auf die Landschaft blickte und irgendwann beiläufig sagte: „Schatz, kannst heute ruhig schneller als hundertzwanzig fahren.“

Mein Mann verriss fast das Lenkrad vor Lachen. „Schatz“, japste er, „ich fahr schon einer halben Stunde zweihundertzwanzig!“

Ich zuckte nur gleichgültig mit den Achseln.

Wie weicheiig ich beim Autofahren bin hängt also ganz stark von Marke und Stabilität der Karre ab. Sonst wäre ich ja unkompliziert, und wo bleibt da das Abenteuer für die, die mit mir zu tun haben?

Hat sich auch heute wieder gezeigt. Als ich nach dem Einkauf aus dem Supermarkt kam, regnete es. Wie es der Zufall wollte, war unser Nachbar Felix (Name von der Redaktion geändert) ebenfalls einkaufen und bot mir großzügig an, mich mitzunehmen, obwohl es nur ein paar Meter waren. Aber es pladderte wirklich fies.

Nun ja, was soll ich sagen… Auf jeden Fall nicht, dass Felix schlechter fährt als mein Mann. Wirklich nicht. Er hat sein Töff-Töff wirklich im Griff. Aber wie er aufs Gas trat und die Rasanz, mit der seinen klapprigen Opel Astra, Baujahr 1997, in die Kurven jagte, war einfach nix für mich. Beim Aussteigen hatte ich das Gefühl, mit dem Restkörper schon vor unserem Haus zu stehen, während mein Magen noch auf dem Supermarkt-Parkplatz darauf wartete, überhaupt EINsteigen zu können. So nett, sympathisch und hilfsbereit wie Felix auch ist, aber ich glaube, das nächste Mal werde ich lieber nass.

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