Throwback Thursday – TV-Events 2014

20141211-1Nach Büchern und Songs an diesem Throwback Thursday nun meine TV-Highlights des Jahres 2014. Da ich kaum Fernsehen schaue und ich Mrs. Brown’s Boys bereits im vergangenen Januar vorgestellt habe, gibt’s nur eine einzige erwähnenswerte Programmperle:

Cilla (ITV): Die im September beim britischen Sender ITV ausgestrahlte dreiteilige Miniserie erzählt über die frühen Karrierejahre der Liverpooler Sängerin Cilla Black. Verfilmt wurden dazu die entsprechenden Kapitel aus Cilla Blacks Autobiographie What’s It All About.

Nun sagen ja Autobiographien in der Regel nichts Schlechtes über ihre Autoren aus sondern nur über deren Gedächtnis, aber auch wenn Cilla Black inzwischen als einer der englischen „National Treasures“ und die Gracie Fields ihrer Generation gilt, hat sie Geschichtsklitterung ihrer eigenen Geschichte nicht wirklich nötig. Vielleicht sind die Andeutungen der Arm aber glücklich-Kindheit auf Scottie, Liverpools berüchtigtem Viertel um die Scotland Road, ein wenig zu idyllisch geraten und die Anfänge bei den Amateurnächten im Cavern Club ein bisschen zu sehr à la Aus der wird noch mal was ganz Großes in Szene gesetzt, doch das werden wohl nur die beurteilen können, die wirklich dabei gewesen sind. Insgesamt ist Cilla eine sehr stimmig in Szene gesetzte TV-Biographie, die sehr angenehm balanciert die Höhen und Tiefen der Karriere von Cilla Black ausleuchtet und gleichzeitig einen offenen Blick in ihr Privatleben wirft, ohne dabei voyeuristisch und klatschpressehaft daherzukommen.

Die Hauptdarstellerin Sheridan Smith trägt maßgeblich dazu bei. Sie setzt Cilla Blacks starken Liverpooler Dialekt genau richtig ein: Deutlich genug, um die Herkunft Cilla Blacks zu verdeutlichen, aber nicht so deutlich, als dass sie als Parodie der Sängerin daherkommt. Dasselbe gilt für Gesten und Mimik und vor allem den Gesang. Wie schon an anderer Stelle berichtet, ist Cilla Blacks Stimme eine echte Herausforderung – nicht nur für die Hörer, sondern vor allem für jeden, der Cilla Black in Film-Funk-Fernsehen verkörpert und dabei nicht auf Vollplaybacks zurückgreift, sondern die Songs selber vorträgt. Das ist Sheridan Smith ganz hervorragend gelungen: Der charakteristische Cilla Black-Gesang ist da, dennoch schimmert genug Sheridan Smith durch, um eine kommerzielle Veröffentlichung der Songs als eigenständige Sheridan Smith-Aufnahmen zu ermöglichen. Das ist leider nicht geschehen – dabei wäre gerade Anyone Who Had a Heart aus der Kehle von Sheridan Smith eine willkommene Ergänzung für jede Sammlung gewesen, zu der Songs von Burt Bacharach und Hal David gehören.

Wenigstens ist die Serie kurz nach der Ausstrahlung auf DVD erschienen und eine echte Empfehlung für jeden, der sich für die Geschichte des Merseybeat rund um Namen wie Gerry & The Pacemakers, The Beatles (als persönliche Freunde von Cilla Black kommen sie auch in der Serie vor) oder Billy J. Kramer & The Dakotas interessiert.

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