Der weiße Faden

20141202-1Wenn sich etwas kontinuierlich durch ein Buch, einen Film oder gar ein reales Leben zieht, nennt man das allgemein den roten Faden. Bei meinem Mann und mir gibt es auch einen weißen Faden. Bei der Hausarbeit.

Unser Fußboden im Wohnzimmer wird von blauen Teppichfliesen niederländischer Herkunft geziert. Pottenhässlich, wie ich finde, und mit ihrer kratzigen Struktur total unangenehm für ein echtes Fußbodenkind wie jemanden wie mich, der gerne bäuchlings vor der alten Musiktruhe Baujahr 1959 liegt und beim Lesen Vinyl und Schellack hört. Eine flauschige Decke als Unterlage ist da unverzichtbar. Aber eins muss man diesen Fliesen lassen: Sie sind nicht totzukriegen. Bei meiner Oma selig haben solche Dinger vierzig Jahre im Hausflur gelegen und sahen auch am letzten Tag noch aus, als würden sie mühelos ein ganzes Jahrhundert schaffen.

Auch unsere Fliesen sind ähnlich robust (in mir keimt gerade die schauerliche Erkenntnis, dass wir dann nur noch schlappe 80 Jahre mit denen vor der Schürze haben): Glas Rotwein umgekippt? Kein Problem. Fliese rausnehmen, unter heißem Wasser abspülen, trocknen lassen, wieder einsetzen – sieht aus, als wär nix gewesen.

Nur das Staubsaugen ist etwas schwierig – Krümel, Papierschnipsel aus dem Locher und ähnliches Kleinzeug werden von den Fasern festgehalten wie Insekten an einem Fliegenfänger. Mir Jemandem ist mal ein Teller mit Toastkrumen runtergefallen, und am Ende wäre es vermutlich schneller gegangen, wenn ich man jeden einzeln mit einer Pinzette aufgepickt hätte statt nur den Staubsauger zu holen.

Ganz schlimm sind die weißen Fäden, denn die sind nicht nur widerspenstig, wir haben auch keinen blassen Schimmer woher die kommen. Wir haben keine weißen Vorhänge, wir haben keine weißen Kissenbezüge, wir haben keine weißen Handtücher, ja wir haben nicht mal weiße Socken. Trotzdem: Wenn man den Staubsauger gerade weggepackt hat und zurück ins Wohnzimmer kommt, hat sich immer, wirklich und wahrhaftig immer an irgendeiner obskuren Stelle ein weißer Faden in den Teppich geschlängelt wie eine Boa Constrictor, die einem Ozelot eine nicht ablehnbare Einladung zum Essen ausgesprochen hat.

Ich hab‘ da so eine Theorie. Könnte es sein, dass unsere Rumpelkammer nicht nur mit unserer Waschmaschine verbunden ist, sondern auch mit den Teppichfliesen und sämtlichen Nachbars-Waschmaschinen im Haus ein geheimes Netzwerk bildet…?

Über den Tellerrand geschaut (5)

Tellerrand 02fFundstücke aus anderen Blogs – Heute: Media-Monday

Hab‘ mal wieder ein wenig in der Blogger-Landschaft rumgestöbert und mit dem Medienjournal Blog einen wirklich interessanten Anlaufpunkt für alle gefunden, die sich für Filme, Serien, Bücher und Schauspieler interessieren. An jedem Montag gibt es den so genannten „Media-Monday“, bei dem man Gelegenheit hat, vom Blogbetreiber Wulf Bengsch in Form des guten alten Lückentexts quasi interviewt zu werden. Bei der heutigen Folge 179 hab‘ ich doch gerne mal mitgemacht. Die fett hervorgehobenen Teile sind meine Antworten:

  1. Die wohl beste Comedy-Serie in meinen Augen ist Mrs. Brown’s Boys.
  2. Megan Mullally (Karen) und Sean Hayes (Jack) waren ein echtes Traumpaar in Will & Grace, denn sie haben es echt geschafft, den tatsächlichen Hauptfiguren so die Show zu stehlen, dass die Serie eigentlich Karen & Jack hätte heißen müssen.
  3. Wenn Katharine Hepburn mitspielt wird für mich ein Film unwiderstehlich, schließlich war sie einfach die beste ihrer Zunft.
  4. Der mieseste zweite Teil einer Filmserie war für mich Sister Act II, weil er nicht mehr den Charme von Teil 1 hatte.
  5. Die Serie Tatort hat ihren Zenith längst überschritten, wie die Überpräsenz der Serie wohl eindeutig unter Beweis stellt, denn zuviel von etwas ist eben doch nicht wundervoll, auch wenn Mae West anderes behauptet.
  6. Dürfte ich einen Tag mit irgendjemandem den Platz tauschen, würde ich das Angebot nicht annehmen, weil ich mein Leben mit all seinen Facetten mag.
  7. Zuletzt gelesen habe ich eine plattdeutsche Weihnachtsgeschichte von Rudolf Kinau und das war wunderbar, weil es eine liebgewordene Tradition zum 1. Advent ist, die ich nicht mehr missen mag.

 

Schönen Montag und einen gelungenen Wochenstart!