Serienmäßig

Das macht wohl jeder im Leben mal durch – diese Serie, während der in kürzester Zeit ziemlich viele Dinge im Haushalt nacheinander den Geist aufgeben.

In diesem Jahr hat es uns erwischt – innerhalb von vier Wochen gingen erst der Wäschetrockner, die Waschmaschine, die Kaffeemaschine, ein Kochtopf, der Pürierstab,  und der Toaster koppheister. Reparaturen bzw. Ersatzkäufe gerade der größeren Geräte sind leider nicht für einen sexy Augenaufschlag zu haben. Den meisten Reparaturmenschen möchte man diesen auch gar nicht zukommen lassen, aber das ist eine andere Geschichte.

20150306-1Also geht’s ans Geld, was bedeuten kann, dass Reparatur oder Ersatz für das Gerät, welches als (hoffentlich) letzter Schadensfall die Serie (genauso hoffentlich) abschließt, ein wenig vertagt werden muss, bis sich das monetäre Fangnetz wieder erholt hat.

Es ist schon eine besondere Gemeinheit vom Schicksal, wenn es dann ausgerechnet die Spülmaschine erwischt hat. Das Ding hörte mitten im Programm nicht mehr auf zu pumpen und schaltete nicht mehr auf den nächsten Programmpunkt weiter. Nach dem Ausschalten startete das Ding nicht wieder neu. Sämtliche Fehlerkorrekturversuche, die von der Bedienungsanleitung, diversen Internetforen und der eigenen Kreativität vorgeschlagen wurden, blieben erfolglos.

Kurzum: Es hatte die Elektronik erwischt – und wenn dieses Teil erstmal einen Sprung in der Schüssel hat… Sprechen wir nicht weiter davon.

Natürlich möchte man gerade dieses Problem so schnell wie möglich vom Tisch haben, aber wenn man nicht gerade Ambitionen hat, ausgerechnet wegen einer Spülmaschine als Bankräuber verurteilt zu werden, und man seine Gewinnchancen auf einen Lottogewinn realistisch einschätzt, ergibt man sich dem Unvermeidlichen: Man spült erstmal eine ganze Weile wieder von Hand.

Zum ersten Mal seit Jahren lässt man wieder mehr Wasser ins Spülbecken als nur für den einen Bräter, der nicht in die Spülmaschine passt. Man seufzt, man legt los. Der rechtmäßig Angetraute hilft beim Abtrocknen. Man schwatzt, man lacht, man ist ausgeglichen – man hat zum eigenen Erstaunen Spaß. Die paar Teller mit der klaren Gemüsesuppe und dem bisschen Apfelmusrest… Kinderspiel!

Man kommt zu dem gemeinsamen Schluss, dass dieses Von-Hand-Spülen eigentlich ganz entspannend ist, schon fast etwas Meditatives hat. Man ist sich einig, dass man die Zeit bis zur Reparatur der Spülmaschine wunderbar meistern wird. Ist ja alles halb so schlimm.

Aber dann, schon am nächsten Tag, will man um die Mittagszeit wieder spülen. Dabei ist auch der Topf, in dem am Morgen der Porridge für das Frühstück gekocht wurde. Die eingetrockneten Haferflocken sind so fest angepappt, dass man ihnen eigentlich nur mit diesen Sandstrahlern beikommen kann, die für gewöhnlich auf Werften zur Reinigung von Schiffsrümpfen verwendet werden.

„Welcher Idiot hat hier den Pott nicht vernünftig ausgespült?!“ schallt es dann indigniert durchs Haus.

Die Antwort „Immer der, der fragt“ ist kein Lacherfolg.

Schlagartig wird klar: So meditativ ist Spülen dann doch wieder nicht.

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4 Antworten auf “Serienmäßig”

    1. Es ist natürlich ein Luxus, wie ja die Schlusserkenntnis meiner Story verrät… 😉

      Wir wollen uns diesen Luxus auch bald wieder gönnen, aber er steht jetzt erstmal hintenan. Denn entgegen aller Hoffnungen war die Spülmaschine nicht das letzte Gerät in der Pannenreihe. Ich habe heute – leider kein Scherz – eine neue Waschmaschine bestellen müssen….. *seufz*

      Lieben Gruß!

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      1. ach herrje … warum herrscht da eigentlich immer das gesetz der serie? das ist wohl seit dem urknall so – wenn’s knallt, an allen ecken und enden … 😦
        liebe grüße und ein entspanntes wochenende!

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