Hüa!

War das nicht ein herrliches Wetterchen gestern? Den Wunsch, dass es jetzt dauerhaft so bleiben könnte, hat Petrus zwar nicht erhört, aber andererseits sollte er sich auch nicht gleich zu Anfang zu sehr verausgaben, sonst wird das mit dem schönen Sommer nix.

Jedenfalls hat’s mich gestern nicht in den vier Wänden gehalten. Die Gelegenheit war günstig, meinem reduzierten Winterprogramm von 10 Kilometern Lauftraining täglich endlich den Tritt zu geben und in einem ersten Erweiterungsschritt auf 14 Kilometer hochzuschrauben. Die Idee hatten auch andere, denn die Laufpiste im nahegelegenen Naherholungsgebiet Bolmke war so gut besucht wie schon lange nicht mehr, kein Wunder. Einige ganz unerschrockene junge Männer waren sogar schon so tollkühn, ihr Lauftraining auf der Piste und das Freelethics an den Sportgeräten mit freiem Oberkörper durchzuziehen. Schließlich muss man zeigen, dass man den Winter über nicht untätig war!

Nun ja, mein eigener Größenwahn hält sich zu sehr in Grenzen, um es ihnen jemals gleichzutun. Aber nett anzuschauen war es schon. Da war der ein oder andere bei, für den ich – um mit Golden Girl Rose zu sprechen – meine Heringspastete hätte schmelzen lassen. Junge-Junge-Junge, c’est si bon!

Äh, was wollte ich eigentlich erzählen? Ach so, ja, das tolle Wetter.

Also: Nachmittags war ich dann nochmal mit meinem Mann zu einem ausgiebigen Spaziergang unterwegs. Es gab soviel an erwachendem Frühlingsleben zu sehen, dass man gar nicht alles aufzählen kann. Doch eine Begegnung stach besonders hervor. Wir kamen an einem jener großen Transporter vorbei, die man bald auch wieder in Essen auf der Equitana sehen kann. Damit auch jeder weiß, dass hier keine DVD-Player oder sonstwie lebloses Gut befördert wird, prangte über der Heckklappe folgender Hinweis:

 

Sportpferde.

 

Soweit gut. Ansonsten war das Auto über und über mit Werbeaufklebern bedeckt. Eine bekannte Methode – als Verein lässt man sich ein Fahrzeug sponsern, und die generösen Geldgeber werden mit einem Werbesticker auf dem Auto geehrt.

Aber vielleicht sollte man sich seine Geldgeber doch etwas genauer aussuchen – oder zumindest die Position des Werbestickers sorgfältig ausdenken. Es wirkt schon etwas merkwürdig, wenn man am selben Fahrzeug keine anderthalb Meter unter dem Sportpferde-Hinweis folgende Werbung findet:

 

Wurstwarenspezialitäten

 

Also ich würde bei diesem Anblick meinem Pferd sofort freie Zügel lassen und nix wie runter vom Hof!

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8 Antworten auf “Hüa!”

  1. Bei uns in Wien gibt’s einen bekannten Pferdefleischhauer… der verkauft vor allem Leberkäse. Also Pferdeleberkäse, eben. Das war als Kind immer total traurig, wenn man vorbeigefahren ist im Heck von Ommma und Opppa’s Auto (roter Opel Kadett btw *g*) und die Pferderln im Hof stehen sah. Dann war man einkaufen und am Heimweg waren’s weg.
    Im Leberkäse halt… 😉

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    1. So’n bisschen Niesel hat mich noch nie abgehalten… Wie immer vor der Schreiberei meine Kilometer absolviert (12 waren’s heute), und jetzt wird Leben in meine neue Story um Holger & Christoph gehaucht, heute Nachmittag dann Arbeit an dem geplanten Sammelband mit Schauergeschichten aus Norddeutschland. 🙂

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  2. In Anbetracht dessen, dass Traber im Alter von 5 oder 6 Jahren geschlachtet werden, ein trauriger Anblick. Ich meine 5 oder 6 Jahre, aufgrund ihrer nachlassenden Laufschnelligkeit. Solche Menschern ärgern mich. Ich finde Pferden steht ein Gnadenhof zu… Bei dem Thema bin ich (zum Glück?) sehr Greenpeace radikal 😀

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    1. Das ist ein sehr weites Feld, das sicherlich zu umfangreich ist, um es hier in einem kleinen Kommentar-Thread zu beackern. Darum nur in Kürze und sehr vereinfacht:

      Was mit Trabern passiert – da gebe ich dir absolut recht. Ich finde es generell bestialisch, ansonsten kerngesunde Sporttiere (also z. B. auch Windhunde) einfach nur abzuschlachten, weil sie im Alter langsamer werden. Da muss in der Tat ein Gnadenhof her.

      Was Pferde anbetrifft, die von vornherein als Schlachttiere für den Fleischverzehr gezüchtet werden: Als Kind vun’t Dörp ist das für mich genauso normal wie Schweine-, Geflügel- oder Rinderzucht. Wichtig ist, dass die Zuchtbedingungen stimmen. Ist das nicht der Fall, ist das für mich genauso bestialisch wie der o. g. Umgang mit Sporttieren.

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