Ring… Ring…

Zugegeben, es sind merklich weniger geworden als noch vor ein paar Jahren, aber es gibt sie leider immer noch: Diese schrecklichen Anrufe mit irgendwelchen Werbe-, Umfrage- und/oder Abzockmaschen.

Egal, welche Hürden sich der Gesetzgeber ausdenkt – spätestens eine Woche danach hat ein findiger Kopf eine Möglichkeit gefunden, sie zu umgehen und die Belästigung für uns Normalbürger geht genauso weiter wie vorher, mindestens im Wochentakt. Also muss man selbst kreativ werden, um sich diese nervtötenden Quälgeister vom Leib zu halten.

????????????????Nur eins scheint für diese Unternehmen wirklich richtig schwer geworden zu sein: Sich auf irgendwelchen dunklen Kanälen die Telefonnummern der von ihnen heimgesuchten Mitbürgerinnen und Mitbürger zu beschaffen. Also telefonieren sie in ihrer Verzweiflung auch noch die allerältesten Listen ab.

Sieben Jahre ist es nun her, seit mein Mann und ich vor die Standesbeamtin getreten sind und er dabei meinen Namen angenommen hat. Nur hat sich diese Tatsache auch nach so langer Zeit immer noch nicht bei allen Werbe-, Umfrage- und/oder Abzockunternehmen herumgesprochen, deshalb wird bei diesen Anrufen gelegentlich noch nach seinem Geburtsnamen gefragt. Scheinbar müssen einige Unternehmen sehr verzweifelt sein, wenn sie auf so olle Kamellen zurügreifen.

Eine Freundin von uns hatte dieses Problem nach ihrer Hochzeit auch gelegentlich. Von Natur aus ein kreativer Charakter und auf liebenswerte Weise unartig und böswillig, manchmal auch unwillig und bösartig, hat sie sich eine Masche zurechtgelegt, mit diesen besonderen Störanrufen umzugehen. Auf ihren Rat hin habe ich das neulich selber mal ausprobiert:

Ich: „Hier bei A__.“

Anrufer: „Guten Tag, mein Name ist (unverständliches Genuschel) von der Firma (unverständliches Genuschel), spreche ich mit Herrn K__?“

Ich (durch das Genuschel vorbereitet): „Bitte mit wem?“

Anrufer: „Ich hätte gerne mit Herrn K__ gesprochen. Es geht um _____ (folgt Thema des Anrufs, natürlich vollkommen sinnbefreit).“

Ich (sorgfältig dosiertes Zittern in die Stimme legend): „Tut mir leid, aber Herr… Herr K__ ist schon vor über sechs Jahren von uns gegangen.“ (folgt mühsam erstickter Schluchzer)

Anrufer (betreten): „Oh, das tut mir leid. Das wusste ich nicht. Mein herzliches Beileid.“

Ich (widerlich fröhlich): „Oh, sooo schlimm war die Hochzeit auch nicht. Ihre Nummer ist übrigens schon für das Fax an die Bundesnetzagentur notiert. Schönen Tag noch!“

Ich legte auf und rieb mir zufrieden die Hände. Das hatte richtig Spaß gemacht! Jetzt freue ich mich schon fast auf den nächsten Anruf, aber es ist auf einmal so ruhig geworden…