Der frühe Vogel

Da habe ich doch letzte Woche glatt vergessen, die hochdeutsche Version des plattdeutschen Artikels De freuhe Vogel zu posten. Also wird das heute im Rahmen des Throwback Thursday nachgeholt. Viel Spaß!

20150327-1Es gibt bloß eins, das ich noch weniger leiden kann als morgens um Punkt sieben einkaufen zu gehen: Fremde Menschen im Haus, die nicht nur reden können, sondern das auch noch tun!

Ich oute mich nun: Ich bin ein echter Morgenmuffel, und ich kann das gar nicht ab, wenn jemand so in den ersten ein, zwei Stunden nach dem Aufstehen mit mir schnacken will. Da kann ich so biestig werden, das möchtet ihr nicht erleben!

Mein Mann weiß das und hält seinen Sabbel. So ein Handwerker weiß das aber nicht, und damit er nicht meinen geballten Zorn abbekommt, wenn er mich so unwissend anschnackt, mache ich mich meist schnell runter vom Hof, wenn wir so früh am Tag Handwerker im Haus haben.

Genau wie gestern als mal wieder der Installateur für die Jahreskontrolle der Gastherme gekommen ist. Um zehn vor sieben bin ich raus für meine Tour zur Drogerie und zum Supermarkt. Um kurz nach acht bin ich wieder zurück gewesen. Mit nur der Hälfte der Sachen, die auf meinem Einkaufzettel gestanden haben. Ich habe einfach nicht alles bekommen. Nix da mit „Der frühe Vogel fängt den Wurm“…

Das soll kundenfreundlich sein, wenn alle Läden um sieben ihre Türen öffnen, einer in unserer Nachbarschaft sogar schon um sechs. Nur – die Kunden haben da gar nichts von!

Ich meine: Der Laden ist offen, aber die Regale sind noch von gestern leer, weil nicht bloß das Personal erst um kurz vor sieben im Laden ist, nein, auch der LKW mit der Neuware kommt erst dann. Und wenn sie dann mit dem Auffüllen der Regale anfangen wollen, stehen die Einkäufer die ganze Zeit im Weg, weil sie nach Sachen suchen, die gar nicht da sind.

Und die Einkäufer kommen nicht richtig voran, weil überall die Paletten mit der neuen Ware im Weg stehen.

Kinder, so gibt das nichts!

Natürlich denke ich nun nicht, dass die LKW-Fahrer und das Ladenpersonal noch früher mit der Arbeit beginnen sollen, damit um Schlag sieben alle Regale akkurat aufgefüllt sind. Die armen Teufeln müssen sowieso schon viel zu viel arbeiten bei viel zu wenig Geld.

Aber wäre das nicht besser, die Läden erst wieder um acht oder neun Uhr zu öffnen, so wie früher? Dann ist alles an seinem Platz und niemand steht sich gegenseitig im Weg.

Bleibt nur ein Problem – was mach ich dann, wenn wir mal wieder die Handwerker so früh im Haus haben?