Welttag des Buches 2015

Heute ist wie an jedem 23. April Welttag des Buches. Autoren und Verlage stellen ihre neuesten Werke vor, Buchhandlungen laden zu Signier- und Lesestunden ein und überhaupt findet ganz viel statt, um frisches Druckwerk gegen klingende Münze (und piependes Kartenlesegerät) in die Welt zu bringen.

SONY DSCWirklich eine tolle Aktion, um das Lesen wieder moderner zu machen, es modern zu halten und das gute alte Buch gegen die Konkurrenz aus Filmen, Spielkonsolen und anderen Dingen zu behaupten.

Ein bisschen wird dabei jedoch gelegentlich aus dem Blick verloren, dass es Menschen gibt, die gerne lesen wollen, es aber nicht können, weil ihre finanzielle Situation das nicht hergibt.

Es gibt so einige Aktionen, Mitmenschen mit schmalem Geldbeutel das Lesen zu ermöglichen – Hans-Georg beispielsweise hat bereits gestern in seinem Blog die Buchzelle in einem Supermarkt in Geesthacht vorgestellt. Außerdem gibt es bei den Sozialeinrichtungen auch Bücherkammern, bei denen man Bücher abgeben kann, die dann dort weitergegeben werden. Über weitere Möglichkeiten vor Ort kann man sich bei den jeweiligen Einrichtungen seiner Gemeinde informieren.

Ich persönlich mag am liebsten die Methode „Auswildern“. Das heißt, ich nehme ein Buch – mal ein ausgelesenes älteres, mal kaufe ich ein neues Buch bewusst gleich doppelt – und lege eine Karte mit folgender Aufschrift hinein:

Lieber Finder,

dieses Buch hat mir sehr viel Freude bereitet. Da man Freude teilen sollte, möchte ich dieses Buch daher nun an Sie/dich weiterreichen.

Viel Vergnügen!

SONY DSCDiese Karte platziere ich so, um von vornherein erkennen zu lassen, dass das Buch gefunden werden soll.

Dann mache ich mich auf zu einer kleinen Safari – ich suche mir einen Ort aus, an dem ich das Buch in die Freiheit entlasse. Der Einpacktisch am Supermarktausgang, die hinterste Sitzreihe in der Straßenbahn oder ein x-beliebiger Hauseingang, wo zufällig die Tür offensteht. Alles ist möglich. Ich achte nur darauf, dass es nicht gerade in einem Viertel wie Hamburg-Harvestehude, Köln-Marienburg oder Berlin-Grunewald passiert. Da ist nun wirklich genug Geld zum Kauf von Büchern vorhanden.

Natürlich weiß ich, nicht wer das Buch finden wird und was er damit macht, aber dieses Auswildern von Büchern hat einen Hauch von Abenteuer, der es für mich einfach spannender macht, als ein Buch einfach nur irgendwo abzugeben.

Letzten Endes ist ja auch egal, für welche Methode man sich entscheidet. Ich finde es nur wichtig, gerade an einem Tag wie heute, an dem sich alles um Bücher dreht, einmal daran zu erinnern, dass Literatur jedem Interessierten unabhängig von dessen Kontostand zugänglich sein sollte. Dazu können wir, die wir es uns tatsächlich erlauben können, uns regelmäßig neue Bücher zu kaufen, maßgeblich beitragen.

Und das übrigens an jedem Tag des Jahres.

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