Skypen (Hochdeutsch)

Moin! Eigentlich sollte es die hochdeutsche Fassung des plattdeutschen Blogeintrags vom letzten Freitag erst am 7. Mai im Rahmen des Throwback Thursday gegeben, doch der am Sonnabend geschriebene und ursprünglich für heute vorgesehene Artikel hat sich über den Sonntag zur Vorlage für eine neue Kurzgeschichte (dazu mehr zu gegebener Zeit) weiterentwickelt. Also darum nun um anderthalb Wochen vorgezogen: Meine aufregenden Erlebnisse mit der modernen Technik auf Hochdeutsch. Viel Spaß!

20150505-1Hach, ich bin ja so modern geworden. Bei mir passiert das zwar immer mit ein bisschen Verspätung, aber am Ende kommt doch irgendwie jede neue Technik bei mir an.

Seit ein paar Wochen skype ich. Ihr wisst ja, was das ist, ober? Das ist telefonieren mit dem Computer über das Internet, und wenn ihr und euer Mitschnacker auch noch eine Webcam am Computer habt, dann könnt ihr euch dabei sogar ansehen.

Eigentlich muss ich das gar nicht haben, hab‘ ich immer gedacht. Das altmodische Telefonieren ist doch genug. Aber ich habe auch ein paar Freunde im Ausland, und da kommst du mit deiner Flatrate für Deutschland nicht weit. Und spontan zu sagen „Du, lass uns nacher zusammen ein Bier trinken gehn“, wenn man sich mal wieder sehen will, klappt auch nicht, wenn man hunderte von Kilometern auseinander wohnt.

Also gut, habe ich gedacht, installiert du dir dieses Skype auf dem Rechner, als ein guter Freund mir das vorgeschlagen hat. Zuerst war das schon ziemlich komisch. Da telefonierst du mit deinem Kumpel, kannst ihn dabei ansehen, und irgendwie telefonierst du aber auch nicht richtig, weil du keinen Hörer dabei siehst oder selbst in der Hand hast. Und dem Kumpel die Hand geben, um „Tach“ zu sagen, ist auch nicht drin.

Aber da gewöhnst du dich rasch dran. So rasch, dass das irgendwann ganz normal für dich ist und gar kein Unterschied mehr zum  altmodischen telefonieren mit Hörer aber ohne Kamera darstellt.

Und genau das ist mir neulich zum Verhängnis geworden. Wenn ich morgens von meinem 12-km-Jogging zurück bin, schalte ich zuerst den PC an, damit das Ding Zeit hat, hochzufahren und die wichtigen Programme zu starten. In der Zwischenzeit gehe ich duschen, suche mir frische Klamotten zusammen, zieh mich an, mache mir ’nen Kaffe, und dann geht es an den Schreibtisch.

An diesem Morgen komme ich also aus dem Bad, richtig lässig, bloß mit ’nem Frotteetuch um die Hüften, so wie die ganzen schicken Kerle in den Filmen aus Amerika, und will an meinen Kleiderschrank gehen, als das Telefon… äh, nee – eben nicht. Das Skype hat geklingelt. Und so, wie ich das bei jedem Anruf auch mache, bin ich ohne groß nachzudenken rangegangen.

Tja, und gerade, als ich mit der Computermaus den Button für das Rangehen anklicke, löst sich der Knoten an meiner Hüfte und das Handtuch fällt zu Boden.

Ich will gar nicht wissen, ob das Virenprogram einfach noch nicht mit seinem Suchlauf fertig gewesen ist und sich die Prozesspriorität gesichert hat oder ob die Webcam mit diesem genierlichen Anblick von mir überfordert gewesen ist. Aber das könnt ihr mir glauben: Noch nie hat mich das so gefreut, wenn ein Programm mit dieser ominösen Meldung „keine Rückmeldung“ eingefroren ist wie in diesem Moment!

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