Riecht wie… ja, wie eigentlich?

Ein turbulenter Jahresbeginn hat dafür gesorgt, dass mein Mann und ich die Anschaffungsprioritäten neu organisieren mussten. Das bedeutete u. a., den geplanten neuen Wäschetrockner vorerst ersatzlos zu streichen. So ein Teil ist ja auch nur ein Nice to have, mehr nicht. Wäsche kann man ebenso gut aufhängen, zumal es in einer Mietskaserne dafür durchaus mehrere Möglichkeiten gibt.

Wirklich spürbar wird der Verzicht auf das Gerät wohl erst bei der nächsten Stromrückzahlung. Bei der Wäsche an sich änderte sich so gut wie nichts, der Aufwand blieb derselbe: Die Zeit etwa, die man früher aufbrachte, um die nassen Plünnen in einer modernen Reminiszenz an Aschenputtel aus der Waschmaschine zu ziehen, sie nach „darf in den Trockner“ bzw. „darf nicht in den Trockner“ zu sortieren und das Zeug vom zweiten Stapel dann aufzuhängen, geht nun komplett drauf, um an der Wäscheleine zu stehen.

Okay, die Handtücher waren ein bisschen härter als sonst, was aber auch nicht weiter störte, denn so eine Schubbermassage fördert bekanntlich die Durchblutung, ist also hochgradig gesund.

Trotzdem kam der Tag, an dem zwischen meinem Mann und mir die Frage auftauchte, ob wir uns eine Flasche Weichspüler anschaffen sollten. Ich werde hier gewiss nicht verraten, wer welche Rolle bei diesem kleinen Einakter inne hatte. In der Rubrik Gay Life @ Home hier beim Wortgepüttscher findet sich genug Infofutter, um die entsprechend richtigen Schlüsse selber ziehen zu können.

Es kam also Weichspüler ins Haus und wurde erwartungsvoll der ersten Arbeitsprobe unterzogen. Das Urteil der Expertenjury fiel nicht wirklich einstimmig aus.

„Igitt! Hast du da gleich die ganze Pulle reingekippt?“

„Nein, nur 1/4 Verschlusskappe, wie vorgeschrieben.“

„Das stinkt ja widerwärtig! Was für eine ekelhafte Chemiekeule!“

„Das ist keine Chemie – so riecht der Frühling!“

„Ich weiß ja nicht, auf welche Werbebotschaft du reingefallen bist, aber so riecht der Frühling nur, wenn Petrus ’ne Ladung Brom und Schwefel aus’m Himmel gefurzt hat!“

Die weiteren bilateralen Verhandlungen, was mit dem Rest von dem Zeug geschehen soll, laufen noch.

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