Bi uns op’n Dörp

Huch…! Der Monat ist schon fast zu Ende, und ich hätte beinahe vergessen, den allmonatlichen plattdeutschen Artikel zu posten. Hier ist er also – die hochdeutsche Übersetzung kommt wie immer etwas später:

Ik bin jüst mit mien Mann mol wedder för’n poor Dogen bi un’s op Dörp wesen, also dor, wo ik „ut ’n greunen Kohl krochen bün“. Dat wor echt scheun, mien Verwandten to beseuken un so’n poor Erinnerungen optofrischen.

Nu is mien Mann sölvs ook nich gerode in’n grote „Metropole“ opwussen. Mülheim an de Ruhr is twors ’n Millionärsstadt, ober do sünd de Millionen man jüst op de Kontos vun de reichsten Inwohner un finnen sik nich in de Bewohnertohlen wedder. Trotzdem is dat jümmers fast ’n „Kulturschock“ föör ehm, wenn wi länger as een Dog in dat lütte Dörp jichtenswo twüschen Posemuckel un St.-Irgendwo-op-de-Heide sünd. Denn dat gifft dor ’n poor Dingens an de he sik infach nich geweuhnen kunn.

Dat eene sünd de Fröschens in de Tümpels un Brooks rund öm de Huusens vun mien Öllern ode mien Söster. Wenn du neemich in’n greutere Stadt wohnst und mol rut op’t Land fohrst, um den „Lärm der Großstadt“ achter di to loten un dat ruhige Idyll to geneten, merkst du erst, datt dat op’n Land twors optisch werklich ganz idyllisch is, ober eben nich so ruhig as de Lüüt jümmers dinkt. So’n ganze Kompanie Fröschens, die de ganze Nacht hindör nix anners deit as ehr quuoooark, quuoooark aftosonnern, kunn een’n schon fix op de Eiers Nerven gohn. Is nix mit still ruht de See! Spätestens no de dritte Nacht fangt mien Mann denn ook meist an, dat Rumpeln vun de Strotenbohn bi uns to övern greunen Klee to loben.

Dat annere, womit he so gor nich klorkummt, is de Tietrechnung bi uns. He seggt, dat kummt ehm jümmers so vöör as de „Sternentiet Null-acht-foffteihn“ ode so vun’t Raumschip Enterprise: He verstoht nich, wat meent is. Wenn wi op’n Dörp neemich wat vun freuher vertellen, dann seggt wi nich so wat as „Da is negenteinsössunsöbentig passeert“. Nee, wi seggt, „Dat is in den Harvst passeert, as Buuer Willi sien Olendeelerkate afbrannt is“ ode „Wor dat nich in de Sommer no dat Johr, as de Junggäst ut’n Naverdörp den Maiboom klaut hebben?“

Bi uns weten do natürlich sofort alle Bescheed un können bannig klook drinkieken, ober so een vun buten, de nich hier boren un opwussen is, sieht blots so verdattert ut as ’n note Ant no’n Gewitter.

Ober eenich is dat blots gerecht, denn ik wiederum kumm ook no söbenteihn Johrn mit düsset Mannsbild an mien Seit jümmers no nich domit klor, datt he to’n Knief – also so’n Messer to’n Kantüffeln schälen un Gemüseschnippeln – Pittermesser* seggt!

 

* In Dortmund seggt se wohl so wat as „Hümmken“, heff ik mol höört.

 

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4 Antworten auf “Bi uns op’n Dörp”

  1. … und so hat jedes Dörfchen seine nächtliche „Lärmquelle“ 🙂
    Aus meiner Kindheit kenne ich Bahnschienen, … nun ist es die Zufahrt zum Hähnchenstall,… ganz zu schweigen von den Katzen im Liebesrausch, die mich schon so manches mal glauben lassen haben meine Kinder weinen 🙂

    Gefällt 1 Person

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