Elender Feigling

Heute Morgen war es soweit. Zum ersten Mal führte mich mein Weg wieder an jener Stelle vorbei, an der ich vor genau fünfundsechzig Tagen eine richtig üble Begegnung gehabt hatte. Friedlich lag sie da, in einer Idylle, die nur gelegentlich von dem Geräusch eines vorbeifahrenden Autos unterbrochen wurde.

Die Kiefer stand da, als könnte sie kein Wässerchen trüben. Die Untaten ihrer Kinder gingen ihr völlig am Arsch an der Rinde vorbei.

Eine Weile beobachtete ich das Bild aus einiger Entfernung. Dann fasste ich mir ein Herz und ging näher. Ich wollte dem hinterhältigen Miststück noch einmal gegenüberstehen. Doch der Kiefernzapfen, der sich mir vor acht Wochen in den Weg geworfen und mich so zu Fall gebracht hatte, dass ich in der Notfallambulanz gelandet bin, ließ sich nicht blicken.

Warscheinlich hielt er sich irgendwo im Gebüsch versteckt und verweigerte sich der offenen Konfrontation zwischen Täter und Opfer.

Feige Sau.

Aber ich komme wieder.

Denn man begegnet sich immer zweimal im Leben.

Un denn is Danz op de Deel.

Verlass dich drauf.

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15 Antworten auf “Elender Feigling”

    1. Nicht generell, aber in dieser Sache sehr. Dieser %&§*“#*-Kiefernzapfen hat mich in meinem Trainingsstand für einen Halbmarathon um mindestens anderthalb Jahre zurückgeworfen, nachdem ich drei Jahre schwer dafür gearbeitet habe. Ich glaube, da ist es nur natürlich, wenn man nicht einfach so zu Business as usual übergehen kann.

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  1. Sehen wir das ganze doch mal Optimistisch! Wer weiß, warum der Zapfen wollte, dass du in deinen Halbmarathonplanungen um eineinhalb Jahre zurückgeworfen wirst? Vielleicht soll es so sein, weil viel Schlimmeres passiert, wenn du zeitplanmäßig läufst! Wer weiß, wer weiß,…. vielleicht fällt dann nicht nur der kleine Zapfen, sondern gleich der ganze Baum und nicht unter sondern auf den Fuß, oder noch schlimmer: Auf den Appel!
    Sei dem Zapfen dankbar, er hat todesmutig verhindert, dass du zu einem anderen Zeitpunkt an einem viel gefährlicheren Ort bist!

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    1. Ich befürchte, es ist mir unmöglich, darin irgendwas Positives zu sehen.

      Dieser Halbmarathon hatte abgesehen vom sportlichen Aspekt noch eine ganz, ganz wichtige persönliche Bedeutung (so persönlich, dass ich sie hier niemals coram publico benennen werde). Dass der Unfall durch den Kiefernzapfen dieses zutiefst wichtige Ereignis nun auf mindestens anderthalb Jahre verzögert hat, ist schon ein ziemlicher Schlag für mein inneres Wohlbefinden und nicht so leicht auszubügeln.

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