Montagsnachlese

Im gestrigen Sonntagszwischenruf ging es um die Bewerbung der Freien und Hansestadt Hamburg um die Ausrichtung der Olympischen Sommerspiele im Jahr 2024 und das Referendum dazu – Ja oder Nein?

Eingetreten ist nun das Letztere: Mit einem recht knappen, aber dennoch eindeutigen Ergebnis ist es ein Nein geworden. In meinen Augen hat Hamburg damit nach der Seilbahn ein weiteres Mal gezeigt, dass man nicht länger gewillt ist, nur für die Investoren und die Geschäftsviertel eine wachsende Stadt sein zu wollen.

Besonders irritiert haben mich die Statements einiger enttäuschter Olympia-Befürworter, dass man damit die großartige Chance verloren hätte, innerhalb von neun Jahren – quasi bis zum Einlauf des olympischen Fackelläuferst ins Stadions – Dinge zu realisieren, für die man die Mittel sonst erst über dreißig Jahre verteilt bekommen hätte, wie etwa Inklusion über vollkommene Barrierefreiheit bei Zugängen im Öffentlichen Nahverkehr oder öffentlichen Gebäuden.

Entschuldigung, aber was ist daran großartig, wenn solche Selbstverständlichkeiten erst durch Olympia beschleunigt werden und dreißig Jahre der Normalfall sind, statt nur neun? Kann mir das bitte mal jemand erklären?

Es gibt Argumentationslinien, die sich mir partout nicht erschließen – vermutlich auch in mehr als dreißig Jahren nicht.

Darum freue ich mich jetzt einfach nur über das Hamburger Votum und hoffe, dass das für Olympia geplante Geld nun in Projekte fließt, die sofort und von vornherein den Hamburger Bürgern zugute kommen und nicht erst als Zeichen von Nachhaltigkeit, nachdem das Olympische Feuer auf dem Kleinen Grasbrook längst erloschen ist und die Medaillen in den Hobbykellern der Sportler Staub ansetzen.