Throwback Thursday 2015 – Musik des Jahres

Moin!

Nach den Büchern des Jahres in der vergangenen Woche ist am heutigen Throwback Thursday meine Musik des Jahres 2015 an der Reihe. Wie immer gilt: Es muss nicht in diesem Jahr erschienen sein, ich muss es nur in diesem Jahr entdeckt haben. Los geht’s:

 

Alles dreht sich von Stefan Gwildis (2015)

Allgemein bekannt ist Stefan Gwildis für seine deutschen Coverversionen von Soul- und Popklassikern wie Ain’t No Sunshine When She’s Gone von Bill Whithers (als Allem Anschein nach bist du’s) oder Walkin‘ in Memphis von Mark Cohn (als Gestern war gestern). Dabei folgen die Worte mehr der Sprachmelodie des Originals als dass sie eine wirkliche Übersetzung darstellen, bewahren dabei aber den Geist und Kern der Ursprungsversion.

Bei Alles dreht sich, meinem Lieblingssong von seinem gleichnamigen 2015er Album ist das anders. Während das englische Original Golden Brown von The Stranglers laut Wikipedia je nach Auslegung sowohl als ein Lied über ein Mädchen als auch über die Wirkung von Drogen verstanden werden kann, erzählt Stefan Gwildis in seinem Text vom Leben als Kreislauf, der uns genau so verwöhnt wie er uns manchmal kräftig in den Hintern tritt.

Während The Stranglers Golden Brown mit einem Cembalo dem Song einen leichten English Folk-Touch geben, schafft Stefan Gwildis mit einem sehr reduzierten Arrangement aus Piano und Jazzbesen einen lässigen Akzent, der an den Morgen nach einer langen, mit dem besten Kumpel durchphilosophierten Nacht erinnert, wenn man, noch nicht nach Hause will, sondern sich an den Elbstrand setzt und immer noch leicht nachdenklich dem Sonnenaufgang über dem Hafen zuschaut.

Genau damit hat mich gerade dieses Lied so gepackt: Wenn jemand für mich Hamburger Lebensgefühl in Musik verpackt rüberbringt, dann ist das Stefan Gwildis. Bei jedem seiner Lieder entsteht vor meinem geistigen Auge sofort ein imaginäres Musikvideo im dazu passenden Hamburger Stadtteil. Mehr kann ich dazu nicht sagen – Bauchgefühle lassen sich nun mal nur wenig bis gar nicht in passende Worte kleiden.

 

Connie Francis sings Jewish Favorites von Connie Francis (Album von 1960)

Tracklisting: 1. Tzena, Tzena, Tzena • 2. My Yiddishe Momme • 3. Ich hob dich zifeel lieb (I love you much too much) • 4. Shein vi di Levone • 5. Meyn Shtetele Belz • 6. O mein Papa [englisch-yiddisch] • 7. Anniversary Song • 8. Oifen pripetchik • 9. Havah Negilah • 10. Yossel, Yossel • 11. Wus Geven Is Geven • 12. Mom-e-le

Dieses Album ist keine Neu-, sondern eine Wiederentdeckung. Mein Verhältnis zur Musik von Connie Francis war in den letzten Jahren eine ziemliche Achterbahnfahrt – nach über drei Jahrzehnten Fandasein (meine Oma hatte mich schon im zarten Alter von fünf Jahren „angefixt“) kam um 2011 ein radikaler Bruch und ich habe sie fast drei Jahre lang gar nicht gehört. Inzwischen lausche ich ab und zu mal wieder rein. Bei allem Auf und Ab hat mich ihr Jewish Favorites-Album nie ganz losgelassen, zumal es das allererste originale Vinylalbum von ihr war, das Teil meiner Sammlung wurde.

Als Amerikanerin italienischer Herkunft ist Connie Francis in einer italienisch und jüdisch geprägten Nachbarschaft in einem der größten Vororte von New York aufgewachsen. Während sie Italienisch jedoch erst als Erwachsene gelernt hat, gehörten Yiddisch und die Atmosphäre in den jüdischen Gemeinden von Brooklyn schon von Kindesbeinen an zu ihrem Leben. Sie weiß also nicht nur, wovon sie singt, sie spürt es auch und das hört man den zwölf Liedern auf diesem teilweise in den berühmten EMI Studios Abbey Road in London aufgenommenen Album einfach an. Zusätzliche Atmosphäre schafft das von Brian Fahey arrangierte und von Geoff Love dirigierte Orchester mit seiner faszinierenden Mischung aus Elementen der Kletzmermusik und der British Light Music

Gerade jetzt im Winter lege ich Connie Francis sings Jewish Favorites öfter mal auf – ich bilde mir ein, dass es dann einfach ein bisschen wärmer ist.

 

Klangsplitter

Hier noch ein paar weitere musikalische Perlen, die mich in diesem Jahr ganz besonders begeistert haben – ohne große Erklärungen.

  • Armen open von Guus Meeuwis (Album)
  • Bienvenue von Emmanuel Moire (Song)
  • Dinard von Iwan Rheon (Album)
  • Flyv Fugl von Rasmus Seebach (Song)
  • Hello, alone von Charlie Winston (Song)
  • Jag ville slå dig med häpnad von Bo Sundström (Song)
  • Paris von Zaz (Album)
  • Where do you start von Bea Arthur (Song, Live-Auftritt)

Viel Spaß beim Selbstentdecken!

 

 

 

 

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