Selbst ist der Koch

In ihrem eigenen Blog hat die geschätzte Kollegin Jane Blond von der Schlei sehr anschaulich von ihren Erfahrungen mit einer Mischung zum Anrühren zum Grünkernbratlingen berichtet. Ihrer erklärten Absicht, am nächsten Tag wieder zum Steak zu greifen, gehört meine ganze Sympathie.

Egal, ob man nun vegetarisch oder karnivor lebt, egal, ob rein natürlich oder mit Glutamaten und künstlichen Zusatzstoffen zugepackt – eins haben diese Mischungen doch alle gemein: Sie verleihen dem ganz besonders von Omas mit dem Pathos einer Marlene Dietrich in der Entlarvungsszene bei Witness For The Prosecution deklamierten Spruch „So’n Tünkram kommt mir nicht ins Haus!“ seine volle Berechtigung.

Selbst gemacht mit selbst ausgesuchten Zutaten vom Markt schmeckt es eben doch immer noch am besten, und weil vegetarische Gerichte immer noch eher in sündhaft teuren Kochbüchern zu finden sind statt Einzug in Omas (meist in furchtbarer Sütterlinklaue vollgekrakelte) Kladden gefunden zu haben, leiste ich gerne die erbetene SchützenKochlöffelhilfe und gebe heute mein eigenes zusammengepüttschertes Rezept für vegetarische Frikadellen* bekannt:

 


Zutaten

  • 1 kg bunt gemischtes Gemüse nach Wahl
  • 1 kleine Zwiebel,
  • 1 großer Kaffeebecher Klebereis
  • 5 EL passierte Tomaten oder Tomatenketchup
  • 2 EL Hamburger Kuchensirup
  • Paprika scharf & edelsüß
  • 1 Msp. Cayennepfeffer
  • je ½ TL Kerbel, Dill, Marjoran & Petersilie
  • 1 Prise Koriander
  • 1 EL süße Sojasauce
  • 1 EL süß-scharfe Chilisauce
  • 2 Eier (Größe L – XL)
  • 4 EL geriebener Edamer
  • Salz
  • Pfeffer
  • 1 EL Haferschmelzflocken
  • Paniermehl nach Bedarf zum Binden und Wenden

 

Zubereitung

  • Gemüse fein hacken (Tipp: einige Tage zuvor geputztes, blanchiertes und dann eingefrorenes Gemüse lässt sich nun wunderbar in einer leistungsstarken Küchenmaschine „schreddern“)
  • Reis kochen, bis er leicht matschig ist, im Sieb abtropfen und abkühlen lassen
  • alle Zutaten zu einem festen Teig kneten
  • Frikadellen formen, in Paniermehl wenden und in heißem Öl ausbacken

 

Wenn man die Teigmenge mit einem Eiskugelportionierer aufteilt, ergeben sich so etwa vierzig Frikadellen, die sich auch einfrieren lassen. Gereicht werden können sie zu allen Gerichten, zu denen es auch die „richtigen“ Frikadellen gibt, ich selber nehme sie übrigens auch gerne als Katenschinkenersatz bei Schnüsch.

Viel Spaß beim Nachpüttschern un goden Appetit!

 

* Für jene, die es mit den Begrifflichkeiten ganz genau nehmen: Da Milch- und Eiprodukte drin vorkommen, sind es natürlich ovo-lakto-vegetarische Frikadellen, aber wer soll sich das denn noch alles merken?

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