Hast du dir auch die Hände gewaschen?!

An diese Ermahnung aus Kindertagen musste ich spontan denken, als ich kürzlich eine neue Begrifflichkeit zum ersten Mal gehört habe – und lag doch völlig daneben.

Eigentlich wollte ich zur musikalischen Untermalung der lästigen Bügelarbeit zum Jazzkanal von Danmarks Radio durchzappen, doch dann bin ich bei einer dieser belanglosen Ratgebersendungen des für dieses Bundesland zuständigen Radiosenders hängengeblieben. Die Moderatorin und der geladene Gast stellten einen neuen Trend vor, und das mit einer Begeisterung, die darauf schließen ließ, dass sämtliche Probleme im Universum noch vor der nächsten Sommersonnenwende gelöst sein würden, wenn sich nur alle von uns daran halten. Und die Regeln sind ja so einfach:

 

  • Man soll sich an die drei Hauptmahlzeiten halten: Frühstück, Mittagessen, Abendessen oder dem Modell mit sechs kleinen Mahlzeiten folgen.
  • Man soll naturbelassene Zutaten aus der Region verwenden.
  • Man soll Obst und Gemüse saisongerecht kaufen und zubereiten, also Sommergemüse nur im Sommer etc.
  • Man soll auf Zusätze wie Glutamate, künstliche Geschmacksverstärker oder Süßstoffe verzichten.
  • Man soll auf Fertiggerichte verzichten.
  • Man soll Dinge wie Zucker, Salz und Fett nicht zu großzügig verwenden.
  • Man soll viel Wasser und ungesüßte Tees trinken.

 

Da kam noch einiges an Tipps mehr, die aber alle letztlich auch auf das oben Genannte hinausliefen.

Der Name dieses sensationellen neuen Trends ist Clean Eating. Sauber Essen.

Ähm… tja, also… ich weiß nicht, wie ich es sagen soll, aber was ist denn da jetzt neu und trendig? Als meine Mutter und Großmütter vor gut dreißig Jahren anfingen, mich im Umgang mit Pott un Pann zu unterichten, haben wir das einfach nur Kochen genannt – ich kenn gar nichts anderes…

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18 Antworten auf “Hast du dir auch die Hände gewaschen?!”

  1. Dem Kind einen neuen Namen geben und nochmal verkaufen! Und sie werden auf offene Ohren stoßen – so funktioniert Werbung – einfach neue Begehrlichkeiten schaffen. Hab schon die Kantinengespräche vor Augen: “ Nein, das kann ich nicht essen, Ich mache jetzt Clean Eating!“ … bleiben wir bei Mama und Oma – macht uns zufriedenen und kostet weniger! 😉

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  2. „Man soll naturbelassene Zutaten aus der Region verwenden.“
    Wenn ich die Zutaten vor Ort nicht bekomme, fahre ich erstmal von hier nach da und von da nach dort durch die Region um das zu bekommen. Dabei kommen locker 60 km zusammen, die ich natürlich motorisiert wuppen muss um spätestens zum Abendessen die naturbelassenen Zutaten zubereiten zu können.

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    1. Wenn ich was aus der Region haben will und es aktuell nicht bekomme, stelle ich meinen Speiseplan um. Dann gibt’s das, was ich eigentlich kochen wollte, eben zu einem späteren Zeitpunkt.

      Genau daran kranken wir doch: Werbung und Hersteller haben uns eingetrichtert, dass alles immer verfügbar ist. Und jeder von uns ist in verschieden starker Ausprägung schon mal darauf angesprungen. Und wenn wir dann mal was eben nicht kriegen, drehen wir durch…

      Spargelsaison ist im Mai – nicht kurz vor Weihnachten. Erdbeeren gibt’s im Juni – nicht zu Erntedank. Orangen müssen aus südlichen Ländern importiert werden und kommen nicht aus Gewächshäusern bei Oer-Erkenschwick, deswegen sind sie auch teuer. Und so weiter. Das muss sich mal wieder bei uns festsetzen.

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  3. Das regionale Einkaufen könnte für meinen Geschmack schwierig werden… Ich müsste nämlich dann in die Südsee ziehen, dumm nur dass ich weder volljährig bin noch die lieben Australier einwandern lassen würden. Auch dumm, dass sich Menschengeschmäcker leider in einem Leben verschieben, es aber schwierig wird von Berlin nach Tokio nach Melbourne nach Bolivien und dann nach Ouagadougou zu ziehen. Den CO2-Fußabdruck will ich dann auf jeden Fall sehen.

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  4. Na guck mal an, da sind wir also fast alle dem Trend um Jahrzehnte voraus 😉
    Obwohl ich gestehen muss, dass ich bei Punkt sechs nicht so streng bin. Schokolade muss einfach sein, und ab und an mal lecker Kuchen oder „Brüllercreme“ auch 😉

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    1. Hach, manchmal fällt der Euro bei mir auch nur centweise… Ich musste gerade echt überlegen, was mit „Brüllercreme“ gemeint ist!

      Was die Trends betrifft – beim Essen geht das ja noch. Aber ich habe da noch ein Shirt in der hintersten Schrankecke, bei dem ich immer denke: Wenn’s mal modern wird, habe ich es schon… *soifz*

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