Hast du dir auch die Hände gewaschen?!

An diese Ermahnung aus Kindertagen musste ich spontan denken, als ich kürzlich eine neue Begrifflichkeit zum ersten Mal gehört habe – und lag doch völlig daneben.

Eigentlich wollte ich zur musikalischen Untermalung der lästigen Bügelarbeit zum Jazzkanal von Danmarks Radio durchzappen, doch dann bin ich bei einer dieser belanglosen Ratgebersendungen des für dieses Bundesland zuständigen Radiosenders hängengeblieben. Die Moderatorin und der geladene Gast stellten einen neuen Trend vor, und das mit einer Begeisterung, die darauf schließen ließ, dass sämtliche Probleme im Universum noch vor der nächsten Sommersonnenwende gelöst sein würden, wenn sich nur alle von uns daran halten. Und die Regeln sind ja so einfach:

 

  • Man soll sich an die drei Hauptmahlzeiten halten: Frühstück, Mittagessen, Abendessen oder dem Modell mit sechs kleinen Mahlzeiten folgen.
  • Man soll naturbelassene Zutaten aus der Region verwenden.
  • Man soll Obst und Gemüse saisongerecht kaufen und zubereiten, also Sommergemüse nur im Sommer etc.
  • Man soll auf Zusätze wie Glutamate, künstliche Geschmacksverstärker oder Süßstoffe verzichten.
  • Man soll auf Fertiggerichte verzichten.
  • Man soll Dinge wie Zucker, Salz und Fett nicht zu großzügig verwenden.
  • Man soll viel Wasser und ungesüßte Tees trinken.

 

Da kam noch einiges an Tipps mehr, die aber alle letztlich auch auf das oben Genannte hinausliefen.

Der Name dieses sensationellen neuen Trends ist Clean Eating. Sauber Essen.

Ähm… tja, also… ich weiß nicht, wie ich es sagen soll, aber was ist denn da jetzt neu und trendig? Als meine Mutter und Großmütter vor gut dreißig Jahren anfingen, mich im Umgang mit Pott un Pann zu unterichten, haben wir das einfach nur Kochen genannt – ich kenn gar nichts anderes…

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