Die große Gala

Moin! Vorgestern war wieder Plattdüütschtag hier im Blog – heute gibt es dann natürlich wie immer die hochdeutsche Übersetzung. Viel Spaß!

Ich bin ja so gar kein Wintertyp. Ich mag die Kälte nicht, die viele Dunkelheit, und wenn Schnee fällt, verhagelt mir das erst recht die Petersilie. Ich mag es am liebsten, wenn es hell ist und die Temperaturen bei mehr als zwanzig Grad liegen.

Darum freue ich mich auch immer sehr, wenn der Frühling in der Luft liegt. Bei Nacht ist es noch bannig kalt, und auch tagsüber klettert das Thermometer noch nicht so richtig nach oben, aber die Luft ist irgendwie anders. Man kann das riechen, wenn der Winter nicht mehr da ist. Und ich sage euch: Das riecht nicht mehr nach Winter draußen!

Aber wie alles im Leben hat auch das Frühjahr seine zwei Seiten. Bei meinem Mann und mir geht dann nämlich die alljährliche Diskussion, was wir mit unseren Grünanlagen anstellen sollen. Da sind wir nämlich nicht so richtig kompatibel.

Wir wohnen downtown Dortmund. Zwar in einem Altbauviertel, aber immer noch im Stadtzentrum mit viel Asphalt, Beton und festen Prinzipen. Alles muss seine Ordnung haben, und was nicht passt, wird passend gemacht. Basta.

Ich mag’s aber lieber, wenn alles so ein bisschen nach Lust und Laune daherkommt. Mutter Natur hat ihren eigenen Kopf, und genau wie sie kann ich es auch nicht leiden, wenn die Blumen aussehen als mit dem Lineal ausgerichtet. Also gehe ich los und kaufe wahllos ein paar Tüten mit Blumensamen. Die streue ich dann ebenso wahllos aus und lasse mich überraschen, wann wo welche Blomen kommen. Und wenn es nach mir ginge, wäre das so groß wie ein Fußballfeld. Oder besser zwei.

Mein Mann ist da anders. Er träumt von ordentlichen symmetrischen Blumenbeeten mit gaaaaanz genau ausgerichteten Geranien oder von kleinen Teichen, von Pfaden mit strahlend weißem Kies, von einer Bank, romantisch im Schatten einer alten Eiche gelegen und so weiter. Die ganz große Gala – natürlich im Sinn eines festlichen Abends mit Smoking und in einem feinen Schuppen. Nein, Gala wie kurz für „Garten- und Landschaftsbau“. Und wenn es nach ihm ginge, wäre das so groß wie ein Fußballfeld. Oder besser zwei.

Nun höre ich euch alle sagen: „Dann muss ein Kompromiss her!“

Jo – recht habt ihr. Aber das ist gar nicht so einfach. Obwohl wir unsere Grünanlage gerecht „Fifty-Fifty“ aufgeteilt haben, ist am Ende keiner von uns so richtig zufrieden. Mein Mann nicht mit seinem ordentlichen Teil, und ich mit meinem wilden Teil auch nicht.

Denn das, was wir haben wollen, ist einfach nicht zu schaffen, wenn du auf deinem kleinen Balkon bloß Platz für eine Grünanlage hast, die gerade mal aus zwei Blumenkästen besteht!

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6 Antworten auf “Die große Gala”

  1. Ah… *jetzt* verstehe ich, was Du montags geschrieben hast! *g*

    Nun… Aber ich finde, das ‚Problem‘ ist leicht lösbar: Wenn Du eh zwei Kisten hast, nimmst Du einen Kreidestift (wetterfest) und schreibst; ‚Herrn Gerrit’s Anarchie-Kiste‘ auf die eine.
    Dann gehst Du zur zweiten Kiste und schreibst: ‚Ulli’s Symmetrie-Kiste‘ drauf…

    Und schon ist jeder glücklich.
    😁

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