Wie würden Sie entscheiden?

Die Sache mit dem schwarzen Loch in der Waschmaschine haben mein Mann und ich bereits vor einer ganzen Reihe von Vollmonden geklärt. Es ist aber nicht so, als wären uns seitdem die Anlässe für engagierte Diskussionen ausgegangen.

Heute hat es mit England angefangen, hatte aber nichts mit dem derzeit in aller Munde geführten Referendum zum so genannten Brexit zu tun, wobei man unseren Diskussionsgegenstand sicherlich auch auf diesen anwenden konnte. Während der Kocherei habe ich ein paar alte Folgen von Just A Minute gehört, wobei besonders eine Spielrunde mich beschäftigte.

Eigentlich sollte Paul Merton zum Thema A Fork In the Road (Eine Weggabelung) eine Minute lang ohne Zögern, Wiederholung und Abschweifung reden. Er schaffte gerade mal dreizehn Sekunden, bis Mitspieler Gyles Brandreth sich mit einer „Challenge“ für Abschweifung einmischte und sehr interessant begründete.

Paul Merton hatte gesagt, dass man beim Erreichen einer Weggabelung zwei Entscheidungen treffen müsste: Rechts oder links. Gyles Brandreth, unterstützt vom dritten Mitspieler Marcus Brigstocke, sagte jedoch, rechts oder links wäre nur eine Entscheidung.

Spielleiter Nicholas Parsons entschied zugunsten von Paul Merton.

Seitdem diskutieren mein Mann und ich. Er vertritt dieselbe Meinung wie Paul Merton und Nicholas Parsons, nämlich dass die Entscheidung für rechts bzw. für links jeweils eine eigene Entscheidung ist. Seine Argumentation: Trifft man die Entscheidung für rechts, trifft man die zweite Entscheidung gegen links (und vice versa).

Ich selber bin auf der Seite von Gyles Brandreth und Marcus Brigstocke. Meine Argumentation: Man trifft eine kombinierte Entscheidung. Die eine Entscheidung bspw. für rechts beinhaltet automatisch die Entscheidung für links und löst keine eigenständige zweite Entscheidung aus. Man könnte auch sagen: Die Entscheidung für den Weg nach rechts ist Ursache, das Hintertreffen, in das der linke Weg gerät, ist die Folge.

Ich weiß nicht, ob wir heute noch zu einer Einigung gelangen, aber mich würde sehr interessieren, was die hier versammelten Leser dazu sagen. Rege Beteiligung im Kommentarthread ist willkommen!

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12 Antworten auf “Wie würden Sie entscheiden?”

    1. SO kann man’s auch sehen! Ich hab‘ seit Posting des Artikels gelernt, dass es zu dieser konkreten Fragestellung nicht nur eine, nicht nur zwei, sondern ganz viele Ansichten gibt, und alle tragen einen Teil der wirklichen Lösung in sich. 🙂

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  1. Hallo Jan,
    ich habe gerade doch eine Weile darüber nachdenken müssen.
    Letztendlich sehe ich auch nur EINE Entscheidung. Die Anzahl der Möglichkeiten (= rechts, links, zurückgehen oder ab durch die Mitte) ist ja nicht gleich die Anzahl der Entscheidungen. Ich schließe mich Deiner Argumentation voll und ganz an.
    Viele Grüße
    Sanne

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    1. Ich hab‘ seit dem Posting des Artikels von mehreren Seiten spannende Ansichten zu der Fragestellung gehört – nicht nur hier, sondern auch „live“ in der GWWDD (großen weiten Welt da draußen), bei Facebook und so weiter. Ich stehe inzwischen gar nicht mehr so unerschütterlich zu meiner eigenen These wie vorher. Die Wahrheit liegt wohl – wie ich schon zu den Kommentaren von Hans-Georg und Jane Blond schrieb – irgendwo in der Mitte.

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  2. Schwierig.
    Prinzipiell würde ich sagen zwei Entscheidungen. Wenn ich mich für eine Sache entscheide, entscheide ich mich gegen eine andere in dem Fall. Oder genauer gesagt, entscheide ich mich aktiv für rechts, entscheide ich mich zumindest passiv gegen links.
    Meine These ist, dass alles im Leben Konsequenzen hat. Ohne Wenn und Aber. Keine Priorität ist frei von Konsequenzen, und seien es nur eine passive. Beides kann am Ende gleichermaßen Gewicht haben.

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  3. Das ist ja ziemlich philosophisch.
    Über sowas hab ich mir noch nie Gedanken gemacht. Wenn ich Janes Meinung folgen würde, wäre ja jede Entscheidung mindestens eigentlich 2 Entscheidungen. Wenn ich länger über links oder rechts, rot oder grün – was weiss ich sonst noch – nachdenken würde, dann könnten es durchaus 2 Entscheidungen sein. Wenn ich aber spontan entscheide „links“, dann ist es nur eine Entscheidung.

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    1. Diesen Gedankengang hatten wir in etwa auch. Wie ich zum zweiten Kommentar von Jane Blond schriebe, haben mein Mann und ich wohl beide Elemente der richtigen Lösung in unseren jeweiligen Ansätzen, wissen nicht so recht, welche es sind, um sie zur korrekten Gesamtlösung zusammenzusetzen.

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    1. Jein. Wir sind zu dem Schluss gekommen, dass wir wohl zu keinem wirklichen Schluss gelangen werden. Es läuft in etwa darauf hinaus, dass wir beide irgendwie recht haben mit unserer Ansicht und die wirkliche Lösung mit Elementen beider Ansätze in der Mitte liegt, wir es aber irgendwie nicht gebacken bekommen, das in die passenden Worte zu kleiden.

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      1. Es ist, wie Hans-Georg schrieb, philosopisch, worauf schlussfolgert, dass man es nur vom eigenen Standpunkt aus betrachten kann. Hat was von Schrödingers Katze 😉 lebt sie, oder lebt sie nicht?

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