Vokabeltest

Habt ihr das auch schon mal erlebt? Man liest ein interessantes Buch, ist von der Story mitgerissen, kommt flüssig durch den Text, und dann bleibt man bei einem Wort hängen. Es ist bekannt, dennoch hat man ein Störgefühl dabei, es so zu lesen. Ist es so wirklich richtig geschrieben? Ist es doch völlig falsch? Geht es um ganz was anderes?

Irgendwann fällt der Groschen: Man kennt das Wort eigentlich ganz genau, weil man es selber immer wieder mal ausgesprochen und/oder gehört hat, denn es ist auch im Umfeld Teil des allgemeinen Sprachgebrauchs. Und weiter: Es ist eines jener Wörter, die man als Teil seiner Sprechsprache verinnerlicht hat, doch es ist einem noch nie in geschriebener Form über den Weg gelaufen.

Bei mir war es neulich ein Wort, das Größe, einen enormen Umfang beschreibt. Ein zum Hauptwort gewordener Superlativ. Hätte man mich gefragt, wie man es schreibt, hätte ich kurz überlegt und dann Stein und Bein geschworen, dass man es mit W und Z schreibt. Obwohl ich es noch nie schwarz auf weiß gesehen hatte.

Umso überraschender war es dann, als das Wort mit V und TS daherkam. Dieser Anblick war ein ganz schöner Kaventsmann!

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6 Antworten auf “Vokabeltest”

    1. Solche Fehler sind Sachen, die mich überhaupt nicht beeindrucken – schon gar nicht bei meinem eigenen Geschreibsel. Natürlich versucht man, so präzise wie möglich zu arbeiten – und doch lässt es sich nicht vermeiden. Wir sind Menschen, keine Maschinen – und selbst letztere sind letzlich auch immer nur so fehlerfrei wie die Menschen, von denen sie erschaffen und in Gang gesetzt werden.

      Soviele Bestsellerautoren haben dicke, dicke, dicke Fehler in ihren Texte, die mir längst den Respekt vor Namen wie Rowling oder Follett ausgetrieben haben. Auch die setzen sich letztlich nur hin und verdingen sich in dem HANDWERK (und eben kein Hexenwerk), das sich Schreiben nennt. Fehler, die beim Schreiben selbst verzapft, vom Lektorat übersehen oder später vom Setzer noch reingehauen werden sind letzten Endes, das vor dem alle Schreiberlinge zwischen Groschenroman und Liteaturnobelpreis gleich sind. Und dieses Wissen ist sehr entspannend.

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  1. Lass mich raten… Ich hätte unumstößlich für w und z plädiert 🙂 Und man hält sich für belesen und fähig, woraus zunächst Beharrlichkeit, dann Ungläubigkeit resultiert, wobei der auf dem Fuße folgende Blick in den Duden (oder, meine Wahl, den Wahrig) einen mit dem Gefühl von Kleinsein und Unfähigkeit zurücklässt. Aber nicht lange. Ich glaube, du wirst das Wort ab jetzt nie wieder anders schreiben oder empfinden! Ich auch nicht. Schöne Grüße aus dem wilden Südwesten, Mme C.

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    1. Nein, ich könnte nicht behaupten, durch irgendwelche Stufen wie Verweigerung, Unglauben etc. gegangen zu sein. Einfach nur kurz Verblüffung „Ach, SO wird das geschrieben?“, gefolgt von einem akzeptierenden „Na, denn…“.

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  2. Das kommt mir bekannt vor. Eben war man noch felsenfest überzeugt, dass man weis wie ein Wort geschrieben wird und wird dann eines besseren belehrt.
    Bei Tippfehlern bin ich großzügig, ich seh die eigenen zu oft nicht. Viel mehr stören mich lieblose Metaphern.

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