Herausforderung mit 7

Die neue Blogging-Woche beginnt mit einer Herausforderung – Carmilla DeWinter hat mir den Staffelstab für die 777-Challenge zugeworfen. Dabei geht es darum, die ersten 7 Sätze von Seite 7 des aktuellen Schreibprojekts zu posten und 7 weitere Autorinnen zu nominieren.

Der aktuelle Roman „in der Mache“ hat den schlichten Arbeitstitel San José – einfach weil die Inspiration für die neue Story durch einen meiner Lieblingssongs von Burt Bacharach und Hal David zu mir gekommen ist: Do You Know The Way To San José. In dem Song geht es darum, dass die „Erzählerin“ Los Angeles zurücklässt, enttäuscht von den nicht eingetroffenen Versprechungen von Karriere und Ruhm in Hollywood und letzten Endes auch, weil sie und die Stadt einfach nicht zusammenpassen. Sie kehrt dorthin zurück, wo sie wirklich hingehört: Nach San José. Dabei ging es mir nicht um eine wörtliche Auslegung des Textes, sondern eher um den Spirit, der besonders in einer Coverversion dieses ursprünglich von Dionne Warwick gesungenen Liedes rübergebracht wird: Ein Intro mit lateinamerikanisch angehauchten Gitarrenklängen und ein „loungiger“ Bossa Nova-Rhythmus in Verbindung mit einem Gesang, der leichter und gelöster ist als der von Dionne Warwick löst in mir immer ein Kopfkino über jemanden aus, der sich jetzt auf dem Weg in sein ganz persönliches San José befindet, und über das, was vorher geschehen ist. Das möchte ich in meiner neuen Story erzählen.

Von dieser Anregung bin ich im Laufe der vorbereitenden Planungen allerdings etwas abgekommen, aber da ich keine Lust habe, ständig neue Arbeitstitel zu suchen, wenn sich eine Story entwickelt und irgendwann vielleicht sogar vom ursprünglichen Ausgangspunkt weit abgekommen ist, ist der Arbeitstitel geblieben.

Zudem bin ich froh, hier überhaupt etwas schreiben zu können – derzeit füge ich meine Notizen, Planungen und sonstiges Material aus der Planungsphase auf Karteikarten zusammen, wobei jede Karteikarte jeweils einer Szene entspricht, so dass eine Art Storyboard entsteht. Erst wenn das komplett ist, setze ich sie eine nach der anderen in den Langtext um.

Mit dem eigentlichen Manuskripttext habe ich also noch gar nicht richtig angefangen. Das erste Kapitel ist zwar testweise angerissen, aber noch nicht mal zu Ende geschrieben. Immerhin existieren bereits elf Seiten, so dass ich hier nun der Challenge entsprechend tatsächlich die ersten 7 Sätze von Seite 7 wiedergeben kann:

 

Väterliches Schulterklopfen, mütterliche Ermahnungen, auf gar keinen Fall zu vergessen, nächste Woche Oma zum Geburtstag zu gratulieren – die üblichen Allgemeinplätze, die man von sich gibt, wenn man seinen Ältesten in die Welt entlässt und dabei nicht sentimental werden will.

„Nun muss ich aber wirklich los“, sagte Wilko und stieg ein.

Vincent nahm seine verstohlen schniefende Exfrau in den Arm. Gemeinsam blickten sie dem behäbig davon schwankenden Transporter mit ihrem Sohn am Steuer hinterher.

„Du hast ihm Geld zugesteckt, als ich oben war, um den Fresskorb für ihn zu holen, stimmt’s?“

„Klar. Oder meinst du, er sollte nur das bekommen, was du heimlich im Korb versteckt hattest?“

 

Da ich keine 7 Autoren so gut persönlich kenne, als dass ich sie hier nominieren könnte, habe ich mich dafür entschieden, einfach 7 Autoren aufzuführen, bei denen ich es kaum erwarten kann, nicht nur 7 Sätze von Seite 7, sondern das komplette nächste neue Buch von ihnen zu lesen:

  1. Dörte Hansen: Ihr Altes Land war für mich die schönste Buchentdeckung der letzten fünf Jahre. Ich hoffe, da kommt was nach.
  2. Peter Robinson: Da muss ich mich noch sehr lange gedulden, denn sein aktuellstes Buch aus der Reihe um den Polizisten DCI Alan Banks, When The Music’s Over, ist noch nicht mal vier Wochen auf dem Markt – es dauert also noch mindestens ein Jahr, bis da was Neues kommt.
  3. Boris Meyn: Auch hier dürfte es mit einem neuen Roman aus der Hamburger Kriminalistenfamilie Bischop noch eine Weile dauern, denn der letzte Roman Elbtöter ist erst in diesem Jahr erschienen.
  4. Ian Rankin: Hier hält die Wartezeit sich in Grenzen, der nächste Band um seinen Inspector Rebus soll im kommenden November erscheinen.
  5. Matthias Stührwoldt: Neben Rudolf Kinau mein Lieblingsautor op Plattdüütsch. Zuletzt hat mich sein Band Vun Vadder un mi mit plattdeutsch erzählten Begebenheiten um das Verhältnis zu seinem Vater sehr berührt, und ich könnte mir gut vorstellen, dass da auch bald ein Buch Vun Mudder un mi kommt.
  6. Agatha Christie: Ein erstaunlicher Name in dieser Auflistung, aber er gehört unbedingt hierher, denn man hört immer wieder von gänzlich unveröffentlicht schlummernden Stories bzw. von Kurzgeschichten, die sie zwischen 1925 und 1950 für britische und amerikanische Zeitschriften geschrieben hat, die aber bis heute noch nicht in Buchform wiederveröffentlicht wurden.
  7. Ina Müller: Die meisten warten auf ihr neues Album – ich warte darauf, dass endlich mal wieder etwas von dem, was sie für die plattdeutsche NDR-Radioreihe Hör mal ’n beten to geschrieben hat, in Buchform erscheint.

Apropos Buch – ich bin dann mal wieder in San José… oder so ähnlich.

 

 

 

 


Hinweis: Die Titelgraphik dieses Beitrags stammt aus dem Pool frei verwendbarer Bilder von Pixabay und befindet sich unter dem Vermerk CC0 der Creative Commons in der Public Domain.

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