Blitz-Metamorphose

Über den Winter nimmt man erfahrungsgemäß auch als regelmäßig Sport treibender Mensch ein bisschen zu. Das Wetter ist halt nicht so gut, und die Stammpiste ist meist zur Hälfte unbenutzbar, es sei denn, man fühlt sich dazu berufen, Schlammrobben in seinen Trainingsplan aufzunehmen. Das trifft auf mich allerdings nicht zu.

Der 10-Kilometer-Lauf reduziert sich, wenn es ganz schlecht läuft, dadurch von täglich auf nur einmal die Woche, was auch durch das wöchentliche Bahnenziehen im hiesigen Schwimmtempel nicht völlig ausgeglichen wird.

Das kann man allerdings mit einem gleichgültigen Schulterzucken (oder mit einem „müden Arschrunzeln“, wie ein ehemaliger Pauker von mir immer sehr robust zu sagen pflegte) hinnehmen, denn der nächste Frühling kommt bestimmt, und wenn man dann erstmal wieder zwei Wochen lang wieder täglich auf die Piste gegangen ist, erreicht man ganz schnell wieder das eigene Zufriedenheitslevel.

Wenn der neue Lieblingspulli allerdings innerhalb einer Nacht von „sitzt perfekt“ auf „haben sie dich da durch ’nen Tannenbaumtrichter reingeschossen?“ schrumpft, neigt man dann doch kurzfristig zur Panik, obwohl noch nicht mal Dezember ist. Man ist sich zwar bewusst, kein Karl Valentin zu sein, aber zum Knack & Back-Teigmännchen möchte man trotzdem nicht werden!

Erst die Feststellung, dass das gute Stück einfach nur beim ersten Waschen eingelaufen ist, liefert die willkommene Entwarnung und man stratzt wieder etwas beruhigter durch die Weltgeschichte.

Umgetauscht habe ich den Pullover trotzdem. War schließlich teuer genug.