#Autorenwahnsinn – Tag 29

Wenn ich mir den Bloggingmonat Januar so anschaue, sieht es so aus, als hätte ich ganz gut vorgelegt im neuen Jahr. Nur mit der Leserei bei anderen Blogs hinke ich meilenweit hinterher. Deswegen habe ich den #Autorenwahnsinn, der durch den Blog Schreibwahnsinn ausgerufen wurde, auch erst jetzt entdeckt, wo er fast vorbei ist.

Die Idee ist eine spannende: Den ganzen Januar hindurch sollen Autoren täglich aus ihrer Schreibwerkstatt berichten, um solchermaßen einen Austausch untereinander anzuregen als auch interessierten Lesern einen Blick hinter die Kulissen zu gewähren. Damit das ganze eine möglichst einheitliche Struktur hat, gibt es für jeden Tag ein eigenes Thema.

Zwei Tage vor Ultimo ist es wohl zu spät, noch auf den fahrenden Zug aufzuspringen, aber ich will zumindest das Tagesthema für den heutigen 29. Januar beantworten: „Poste ein Zitat aus deinem aktuellen Manuskript.“

Na, das mache ich doch gerne. Dieses neue Projekt wird übrigens ein Wiederlesen mit zwei alten Bekannten bringen:

 

Mit einem Löffel klopfte Christoph an sein Weinglas. Räuspernd erhob er sich. »Ihr Lieben! Zuerst einmal vielen Dank dafür, dass ihr in diesem Jahr die Feiertage hier bei und mit uns verbringen wollt. Die Bescherung soll es ja erst nach dem Essen geben, doch eine Kleinigkeit wollen Holger und ich jetzt schon… tja, wie soll ich sagen… auf den Tisch bringen.«

Holgers Eltern und Christophs Mutter tauschten fragende Blicke.

»Holger und ich haben lange überlegt, wie wir es anstellen sollen. Zuerst haben wir daran gedacht, einfach eine Münze zu werfen, doch das fanden wir unpassend. Mit dem Glück spielt man nicht. Also sind wir auf die Idee gekommen, dass ich als der Ältere das Reden übernehmen werde. Das kommt dem bekannten Ritual irgendwie am nächsten. Obwohl seine große Klappe sonst nie stillsteht, war Holger wahrscheinlich noch nie so froh darüber, der Jüngere zu sein, wie jetzt.«

»Na warte«, presste der zwischen zusammengebissenen Zähnen hervor. »Das kriegst du wieder, verlass dich drauf.«

»Klappe«, zischte Christoph zurück. »Du hättest dich ja freiwillig melden können. Haste aber nicht, also ist für dich jetzt Sendepause.«

»Du hast wohl nicht mehr alle Matrosen an Deck, du klei…«

»Ruhe da im Gepäcknetz!«

Christoph hob sein Glas. Rasch stellte er es wieder ab. Er war ziemlich grün im Gesicht geworden und würgte, als legte sich ein anlehnungsbedürftiger Python immer enger um seinen Hals. »Entschuldigt mich einen Moment.«

Er stürzte aus dem Raum, gefolgt von verwunderten Blicken. Holger rutschte nervös und ein bisschen dämlich grinsend auf seinem Stuhl hin und her. Aus der Diele hörte man die Badezimmertür zuschlagen, gefolgt von gedämpften Geräuschen akuten Unwohlseins.

Nach ein paar Minuten kam Christoph zurück. »Tut mir leid, das stand nicht im Drehbuch. Also das Ganze nochmal von vorn. Seid mir nicht böse, wenn es jetzt furchtbar kitschig wird. Aber ich mache das zum ersten Mal und muss mich auf das verlassen, was ich aus dem Kino kenne.«

»Henne, hör auf zu gackern und leg das endlich das verdammte Ei«, murmelte Holger.

 

Welches „Ei“ Christoph legen soll, wird dann zu gegebener Zeit ausformuliert, lektoriert, korrigiert und schwarz auf weiß bekanntgegeben… Bis dahin wird um Geduld gebeten! 🙂

 

 

 


Hinweis: Die Titelgraphik dieses Beitrags stammt aus dem Pool frei verwendbarer Bilder von Pixabay und befindet sich unter dem Vermerk CC0 der Creative Commons in der Public Domain.

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