Kaffeepausenthese

Es ist Montag, ich sitze auf meinem Balkon, habe eine Tasse Kaffee in der Hand und genieße den endlich eingetroffenen Frühling. Ich merke, dass ich so gar keine Lust habe, mich für länger an den Schreibtisch zu setzen. Der Bregenkasten (für die Nicht-Plattdeutschen: das Gehirn) ist trotzdem in Betrieb:

Wie in jedem Quartier gibt es auch bei uns ein paar Leute, den man häufiger über den Weg läuft als anderen. Man könnte sie nicht wirklich als Bekannte bezeichnen, denn man kann von ihnen zuhause nur als „der Mann mit dem ständig kläffenden Terrier“ oder „die Frau, die immer den lila-türkis-karierten Schal trägt“ berichten. Das hat einen ganz einfachen Grund: Man hat noch nie mit ihnen gesprochen, deshalb kennt man auch ihre Namen nicht.

Zwei oder drei Leute sind mir in den letzten Tagen, in denen das Wetter endlich besser wird, ganz besonders aufgefallen. Ich sehe sie nämlich nicht nur bei so alltäglichen Dingen wie dem Einkauf oder auf dem Weg zur Bank, sie begegnen mir auch fast jeden Tag beim Lauftraining. Dabei ließ sich ein schöner Dr. Jekyll & Mr. Hyde-Effekt beobachten: Im normalen Alltag sind diese  Zeitgenossen oft mit düsterer Miene unterwegs und kennen weder „Guten Tag“ noch die Bedienung ihrer Lachmuskeln. Die Möglichkeit eines Blickkontaktes für wenigstens ein freundliches Zunicken ist geradezu ausgeschlossen. Auf der Laufpiste dagegen wirken sie heiter und aufgeschlossen, obendrein grüßen sie jedes Mal lächelnd.

Kaffenpausenthese vom 27.03.2017: Laufen macht freundlicher?

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