An die Urne gehen

Zweitausendundsiebzehn ist wieder mal ein so genanntes Superwahljahr: In drei Bundesländern und für den Bundestag in Berlin wählen wir neue Parlamente. Diesen Monat sind die Leute in Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfalen mit dem Urnengang an der Reihe.

Nun tun sich viele Menschen dieser Tage ziemlich schwer damit, zur Wahl zu gehen. Von Politikverdrossenheit wird geredet, und ein bisschen kann ich das auch verstehen. Ich weiß ja manchmal selbst nicht, was ich sagen soll, wenn mich einer nach meiner politischen Meinung fragt. Läuft ja so einiges quer, das kann man nicht anders sagen.

Aber, Kinners – wenn wir weiter in einer bunten, freien Demokratie leben wollen, dann kann bloßes zuhause rumsitzen und schimpfen nicht die Lösung sein. Seht zu, dass ihr so viele Informationen wie möglich aus so vielen Quellen wie möglich über das bekommt, was in unserem Land los ist. Bleibt achtsam. Macht euch Gedanken. Ich meine: Richtig Gedanken machen und seht zu, dass es eure eigenen sind, damit auch eure Meinung eure eigene ist. Nicht stupide Stammtischparolen nachplappern. Das bringt nichts.

Dann legt fest, was ihr wollt: Sollen wir weiterhin eine bunte, lebendige, freie, gastfreundliche Demokratie bleiben – oder sollenw wir zurück in die dunklen Zeiten von vor beinahe achtzig Jahren gehen, als ein falsches Wort oder die Liebe zu einem Menschen deines eigenen Geschlechts und was weiß ich nicht noch alles dir den Tod bringen konnte…

Und dann macht was aus dem, was ihr wollt!

Nicht jeder hat die Zeit, die Kraft oder die Gabe, selbst etwas in der Politik zu machen, einen Blog zu schreiben oder auf Demos zu gehen, das ist mir auch klar. Aber wählen kann nun wirklich jeder. Geht schnell, tut nicht weh und kostet nichts.

Es ist ja auch nicht so, als wäre man an den Wahltag gebunden. Wenn du da keine Zeit hast – macht nichts! Für die Wahlen in Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfallen kann man jetzt schon sein Kreuz machen: Du kannst zu den Bürgerdiensten deiner Gemeinde gehen und da schon kurz in die Wahlkabine gehen, oder du lässt dir Briefwahlunterlagen ins Haus kommen.

Mein Mann und ich gehen immer direkt am Wahltag an die Urne. So richtig wie unsere Großeltern das gemacht haben, als sie nach den Schrecken des Dritten Reiches und in der Wirtschaftswunderzeit bemerkt haben, wie wichtig das ist: Wir machen uns in unseren guten Sonntagsklamotten etwas zurecht, und dann gehen wir zu einer  Zeit ins Wahllokal, wenn uns so viele Menschen wie möglich dabei sehen können. Wir halten es nämlich für wichtig, in diesen Zeiten, in denen so wenige Menschen von dem großen, wichtigen demokratischen Geschenk Gebrauch machen, frei wählen zu können, nicht nur zur Wahl zu gehen, sondern das auch so durchzuziehen, dass jeder das mitbekommt. Als gutes, sichtbares Beispiel voranzugehen ist uns bei Wahlen ganz besonders wichtig.

Aber wie und wo man das nun macht, ist eigentlich scheißegal – wichtig ist, dass du überhaupt wählen gehst. Mach dein Kreuz!


Hinweis: Bei diesem Text handelt es sich um die hochdeutsche Übersetzung des plattdeutschen Artikels vom 02.05.2017. Weitere hochdeutsche Übersetzungen plattdeutscher Texte finden sich hier, Links zum plattdeutschen Original finden sich in den jeweiligen Texten.

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  1. Selbst wenn man in seinem Alltag nicht allzu politisch Interessiert ist,gibt es ja immer noch den Wahl-O-Maten der einem zumindest eine Orientierung präsentiert. Ich finde es ätzend wenn sich Menschen beschweren, wenn sie selbst nicht wählen gehen. Dumm ist es nur, wenn die gewünschte Partei gar nicht in deinem eigenen Bundesland existiert.

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