Eins und eins, das macht zwei

„Guten Morgen!“

„Hallo!“

„Moin, moin!“

„Bis gleich!“

Hä?

Über die spontanen Grüße dieser drei mir völlig fremden Menschen habe ich mich wirklich gefreut, das erlebt man hierorts nicht sehr oft. Aber die von # 4 in Aussicht gestellte, offenbar fest geplante neuerliche Begegnung irritiert mich dann doch. Denn auch diesen jungen Gentleman kenne ich nicht.

Überhaupt passiert es mir in letzter Zeit öfter, dass ich gerade hier, in der Umgebung dieser Schule, verstärkt von mir unbekannten Menschen gegrüßt werde, die umgekehrt scheinbar mit mir auf recht vertrautem Fuß stehen. Ist das wieder einer meiner merkwürdigen Träume?

Nein, es passiert in der Realität, am helllichten Tag und bei völliger geistiger Gesundheit. (Wer lacht da gerade?!) Genau deswegen ist es ja so verwirrend.

Aber auch in das größte Rätsel kommt irgendwann einmal Aufklärung: Vor ein paar Tagen gehe ich an dieser Schule vorbei – und schaue mir selbst ins Gesicht.

Nein, es war kein Spiegel im Spiel. Es heißt ja, jeder Mensch hat irgendwo auf der Welt seinen Doppelgänger. Meiner scheint offenbar Lehrer an dieser Schule zu sein und steht mir nun fassungslos gegenüber. Die Schüler in seiner Begleitung sind ähnlich überrascht.

Zugegeben, so perfekte Doppelgänger sind wir nicht, als dass die o. g. Theorie wirklich zuträfe, wenn man uns länger gemeinsam betrachtete, aber im eiligen Vorbeigehen kann man uns schon miteinander verwechseln. Deswegen also diese Grüßorgie: Die Schüler haben mich mit ihrem Pauker verwechselt, der, wie ich erfahre, dreiundfünfzig Jahre alt ist und an der Schule Englisch und Bio unterrichtet.

Als ich nach Hause komme und meinem Mann die frohe Botschaft „Ich habe heute meinen Doppelgänger gesehen!“ mitteile, bekomme ich natürlich nur zur Antwort: „Ach, du liebe Zeit – wie soll die Welt bloß zwei von deiner Sorte verkraften?“

Als ob das so wichtig wäre!

Mich beschäftigt was ganz anderes: Wenn dieser Pauker neun Lebensjahre Vorsprung hat, man uns aber miteinander verwechselt… sieht er dann so jung aus oder ich so alt?!

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2 Antworten auf “Eins und eins, das macht zwei”

  1. Ich glaube, genau dazu müssten Vorbeigehende, die dich aus dem Augenwinkel gesehen zunächst für den Lehrer halten, genauer hinsehen. Dann erst fielen mehr oder minder (tief) vorhandene Fältchen oder andere Dinge auf, die auf ein Plus oder Minus an Jahren hindeuteten. Dieses genauere Hinsehen würde dich dann aber auch sofort als Doppelgänger entlarven. Als jüngeren selbstverständlich! 🙂
    Ihr seid höchstwahrscheinlich zusätzlich größen- und figurmäßig sehr ähnlich. Das kann aber auch noch mit sechzig und siebzig Jahren der Fall sein, spricht also nicht wirklich für die korrekte Alterseinschätzung.

    Lieber Gruß aus Hamburg!
    Michèle

    PS: Hauptsache, dein Mann erkennt weiterhin den Richtigen! 😀

    Gefällt 1 Person

    1. Es ist so ein bisschen wie der Scheinriese bei Jim Knopf… Je näher wir beieinander sind, desto mehr verschwindet der erste Eindruck. 🙂

      LG

      Gerrit

      PS: Wenn mein Mann mich nicht mehr erkennt, bekommt er einfach eine neue Brille!

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