Botschaft von der anderen Seite

Gestern habe ich in einem kleinen Clip auf der Facebook-Seite von BBC Radio Five gesehen, dass seine junge Frau aus England sich ein Tattoo auf dem Rücken hat stecken lassen. Das sieht so aus wie die Diagramme im Fernsehen bei Navy CIS oder so – diese Welleninien auf dem Computerbildschirm, wenn die mal wieder Telefonate von Mördern und andern Verbrechern untersuchen müssen. Wenn die junge Frau dann dieses Tattoo mit mit einer bestimmten App für ihr Smartphone abfilmt, wandelt sich das wieder in Ton um und sie hört die letzte Nachricht, die ihre Lieblingsgroßmutter ihr auf den Anrufbeantworter gesprochen hat, bevor sie gestorben ist.

Ich geb‘ das gern zu: Mir wäre nichts zu teuer, um die Stimme meiner Mutter, meiner Omas oder meines Lieblingsonkels noch ein einziges Mal hören zu können. Aber so ein Tattoo und dann noch mit der letzten Nachricht auf meinem Anrufbeantworter käme mir nicht auf den Rücken. Das hieße ja, dass ich sie immer bei mir hätte!

Nääääääää!

Überlegt euch das mal: Du bist nie und nirgends allein! Du hast zum Beispiel einen sehr schönen Abend. Du macht dir das mit deinem Mann (oder deiner Frau, je nachdem, was du lieber hast) gemütlich. Vielleicht fangt ihr sogar mit Sex an. Und dann… wenn deine Freude über diesen Hautkontakt schier überhand nimmt… und es dann mit dir und deinem Schatz so richtig zur Sache geht…. dann fällt dir wieder ein, dass du deinen Lieblingsverwandten auf dem Rücken tätowiert hast. Der ist quasi als „unsichtbarer Dritter“ bei deinem Sex dabei! Und nicht nur das! Dir fällt nämlich auch wieder ein, was er oder sie dir zuletzt auf deinem Anrufbeantworter erzählt hat: „Der Köter von Krauses hat mir wieder mitten in die Einfahrt gekackt.“

 

 


Hinweis: Dieser Artikel ist die hochdeutsche Übersetzung des plattdeutschen Artikels vom 8. Januar 2018.

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