Tusch des Schreckens

Wieder mal bin ich spät dran mit der Bloggerei. Wieder gibt es gute Gründe:

Erstens: Mein allsonnabendliches Samurai-Sudoku im Hamburger Abendblatt war heute so verflixt knifflig, dass ich nicht eher dazu gekommen bin.

Zweitens: Bis vor ein paar Minuten war ich drauf und dran, euch darüber zu informieren, dass es hier von mir nichts mehr zu lesen gibt und mich dann zu verabschieden.

Warum? Kann ich euch sagen!

Da war dieses Lachen. Dieses hohe, markerschütternde, irre Lachen, mit dem sich immer ein irrer, aus Ihrer Majestät Hochsicherheitsgefängnis in Dartmoor entfleuchter, ruchloser Meuchelmörder bei seinen Opfern in allerletzter Sekunde ankündigt, bevor es ihnen sprichwörtlich an den Kragen geht!

Friedlich habe ich seit heute Nachmittag in meiner Küche gesessen, nichts Böses ahnend. Erst schwierige Zahlenprobleme gelöst (siehe oben), dann den Rosenkohl für morgen vorbereitet und Schluss über ein, zwei Tässchen Kaffee den Lokalteil vom Abendblatt gelesen. Zwischendurch gab’s für meinen Mann und mich Abendbrot, bei dem wir auch schon mal den Einkaufszettel für die nächste Woche geplant haben. Ich blieb danach in der Küche, er verschwand zwecks Tagesschau und ruhigem Lesen seiner Ruhr Nachrichten im Wohnzimmer. Danach eventuell ’n büschen fernsehen

Ein entspannter Sonnabend eben.

Dann war es auf einmal da. Dieses Lachen. Dieses hohe, markerschütternde, irre Lachen, mit dem sich immer ein irrer, aus Ihrer Majestät Hochsicherheitsgefängnis in Dartmoor… Ach, das hatten wir ja auch schon.

Jedenfalls haben mir ziemlich die Tangenten geschlottert, das kann ich euch sagen! Sollte ich mich bewaffnen? Mich mit aneinandergeknoteten Trockentüchern vom Balkon abseilen und türmen? Quatsch, ich bin doch nicht so plietsch wie MacGyver. Ich komme eher auf Peter Ustinov in Topkapi heraus!

„Hahahahahihihihhaha!“

Da war es wieder! Aber was war das für ein merkwürdiges Blasorchester direkt danach?

Tä-täää, tä-täää, tä-tää!

Na, klingelt’s bei euch auch so spät wie bei mir? Richtig! Mein Mann hatte den Fernseher an und schaute eine der Sendungen, die hauptsächlich im ersten Quartal eines Jahres Konjunktur haben. So mit Helaaf und Alau, oder wie das heißt.

Zwei Dinge habe ich heute gelernt.

Erstens: Ich lese definitiv zu viele Schauergeschichten!

Zweitens: Es soll mir nie, nie, nie, nie, nie wieder einer mit dem blöden Spruch „Weihnachten kommt immer so überraschend“ um die Ecke kommen. Das findet nämlich immer – ich wiederhole: IMMER! – im beständigen Zeitram vom 24. bis 26. Dezember statt. Anders als der Karneval. Der findet nämlich nie – ich wiederhole: NIE! – in einem beständigen Zeitraum statt. Und deswegen kommt er auch immer so überraschend.

Grmpf!

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10 Antworten auf “Tusch des Schreckens”

  1. Jeaaaa….mir geht das ähnlich, so als Deichkind….Hier in der Schweiz kann ich dem Ganzen noch einen traditionellen, urbanen, volkstümlichen Hintergrund geben. Die Kostüme und was dazugehört ist auch definitiv etwas anderes…sobald ich aber, selbst bei Mainzer Toren, das tata höre, läuft mir eine Gänsehaut hoch und runter….

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    1. Hier am Rande des Ruhrgebiets geht es auch noch. Der Westfale an sich ist ja eher den grumpigen Sauertöpfen zuzuordnen. Dementsprechend unüppig fallen die lokalen Karnevalsveranstaltungen aus. Leider braucht das Rheinland dank Fernsehen nur Sekundenbruchteile, um zumindest als Bild-und-Ton-Invasion über uns hereinzubrechen…. 😉

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