30 Filme, die… (Teil 2)

… die mit ihren erschaffenden Künstlern einfach zu meinem Leben dazugehören. Beim letzten Mal gab es die Beantwortung der Fragen 1 – 10 dieser Challenge, heute geht es mit den Nummern 11 – 20 weiter:

 

11. Welches ist dein Lieblingsanimationsfilm?

The Jungle Book/Das Dschungelbuch (1967)

Zu diesem Streifen muss man doch nicht ernsthaft etwas sagen, oder?

 

12. Wie lautet dein Lieblingsfilmzitat?

»Fasten your seatbelts – it’s going to be a bumpy night!« von Bette Davis als Margo Channing in All About Eve/Alles über Eva (1950). Besser kann man gar nicht darauf hinweisen, dass man seine Krallen ausgefahren hat!

 

13. Der erste Film, den du im Kino gesehen hast

Robin Hood (1972)

Irgendwann in den Achtzigerjahren kam die Disney-Version von Robin Hood ein zweites Mal in die Kinos, und ich hörte zum ersten Mal die Stimme des großartigen Sir Peter Ustinov (hier als der böse Prinz John).

 

14. Der beste Film, den du im letzten Jahr gesehen hast

Theatre of Blood/Theater des Grauens (1972)

Vincent Price als irrer Shakespeare-Darsteller, der sich von seinen Kritikern verkannt fühlt und zu einem blutigen Rachefeldzug aufbricht: Er lässt die Rezensionsschreiberlinge alle auf die Art zu Tode kommen, wie Shakespeare es mit seinen Charakteren gemacht hat. Einer stirbt z. B. wie die Gotenkönigin Tamora in Titus Andronicus, ein anderer findet ein ähnliches Ende, wie es für Shylock im Kaufmann von Venedig vorgesehen war.

Theatre of Blood ist eine herrliche Horrorkomödie voller satirischer Anspielungen auf die Eitelkeiten der Theaterwelt, absolut camp aufgemacht, und Vincent Price hat sichtlich Vergnügen daran, seine Brillianz in Gruselrollen mit der privaten Vorliebe für Shakespeare zu verbinden.

 

15. Der Film, der dich am meisten enttäuscht hat

The Haunting of Hill House/Das Geisterschloss (1999)

Remakes sind natürlich nie so gut wie das Original, aber die Neuverfilmung von Robert Wises The Haunting (im letzten Artikel als einer meiner Lieblingsfilme gelistet) war so furchtbar, dass er zum ersten Film wurde, bei dem ich während der Vorstellung gegangen bin.

 

16. Der Film mit dem besten Soundtrack

Dirty Dancing (1987)

Auch ein paar Männer wollten mit Patrick Swayze Mambo tanzen und die Hebefigur üben!

 

17. Deine Lieblingsdokumentation

The Wrecking Crew (2008)

Großartiges Portrait einer Gruppe von amerikanischen Studiomusikern, die bis heute als die Wrecking Crew bekannt sind (auch wenn sie diesen Namen nie offiziell trugen) und die auf den wichtigsten Aufnahmen der 1960er bis  1980er Jahre als Backroundmusiker zu hören sind, wie z. B. River Deep, Mountain High von Tina Turner, You’ve Lost That Lovin‘ Feelin‘ von The Righteous Brothers, My Love und This Is My Song von Petula Clark, California Dreamin‘ von The Mamas & The Papas, Ma piano (per non svegliarmi) von Cher, Strangers In The Night von Frank Sinatra, The Night The Lights Went Out in Georgia von Vicki Lawrence und ungezählten anderen.

 

18. Dein Lieblingsschauspieler

Sir Peter Ustinov (1921 – 2004)

Ob als irrer Kaiser Nero, als schmieriger Sklavenhändler, als eitler Privatdetektiv Hercule Poirot oder tollpatschiger Dieb in Topkapi an der Seite von Melina Mercouri  bzw. in We’re No Angels (Wir sind keine Engel) mit Humphrey Bogart – Peter Ustinov hat jede Rolle großartig ausgefüllt. Darüber hinaus war er ein begnadeter Geschichtenerzähler, dem man tagelang hätte zuhören können.

 

19. Deine Lieblingsschauspielerin

Joan Hickson (1906 – 1998)

Ihren ganz großen Durchbruch hatte sie eigentlich erst 1984 im Fernsehen,  als die BBC mit der werktreuen Verfilmung aller Romane mit Miss Marple begann. Diese Werktreue fand sich nicht nur in den Stories wieder, sondern auch in der Titelfigur: Joan Hickson war wie die Miss Marple aus den Romanen recht hochgewachsen, schlank, aufrecht gehend und konnte die messerscharf denkende, aber auf andere eher konfus und zerstreut wirkende alte Jungfer genau so mit Leben ausfüllen, wie es Agatha Christie bereits vierzig Jahre vorher geahnt hat und Joan Hickson daraufhin nach einer Theatervorstellung bat: „Ich hoffe, dass Sie eines Tages meine liebe Miss Marple spielen werden.“

Aber auch im Kino war Joan Hickson über Jahrzehnte hin präsent. Meist in Nebenrollen, aber das sehr effektiv und in allen möglichen Genres. Am besten gefällt sie mir auch heute noch in der Komödie Law and Disorder (Herzlich willkommen im Kittchen) von 1958, wo sie sich als Teil einer Bande von Kleinkriminellen auf Falschspiel spezialisiert hat und sich so manchen Jackpot im Bridge auf nicht ganz legale Art sichert.

 

20. Der am meisten überschätzte Film

Titanic (1997)

Ein Film wie eine Wagner-Oper: Einer dieser unerträglichen Fetzen, die um 20 Uhr beginnen. Wenn sie neun Stunden gedauert haben, schaut man auf die Uhr und stellt entsetzt fest, dass es erst 20 Uhr 07 ist. Jaaaaa, doch – wir haben begriffen, dass dieser Dampfer abbuddelt. Kein Grund, das 1:1 in Echtzeit zu zeigen.

Und dann auch noch diese schmalztriefende Rahmengeschichte mit den furchtbaren Darstellern. Kennt ihr diese Anekdote, die so vielen Schauspielerinnen zugeschrieben wird, dass nicht mehr bekannt ist, auf wen sie wirklich gemünzt ist? Hierbei wurde in einem Broadwaytheater Das Tagebuch der Anne Frank gegeben. Das Spiel der Hauptdarstellerin soll so grottig gewesen sein, dass in der Szene mit der Razzia mehrere Leute aus dem Publikum „Sie ist auf dem Dachboden! Seht auf dem Dachboden nach!“ gerufen haben sollen, damit möglichst schnell der Schlussvorhang fallen konnte. Genau an diese Talenteinschätzung muss ich immer bei Kate Winslet denken. Ich hab’s bei dieser Schmonzette allein wegen ihr schon nie weiter als bis zur 20. Spielminute gebracht.

 

Das war’s erstmal wieder – im dritten Teil folgt dann das Finale.

 

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