Dortmunder Notizen

Die Sommerferien haben begonnen und damit auch die größte Reisewelle des Jahres. Bei mir dauert es noch gut vier Wochen bis zur Sommerfrische – was nicht heißt, dass das Reisefieber nicht bereits ausgebrochen ist. Darum bleibt momentan wieder mal nur Zeit für eine Sammlung kleiner Alltagsnotizen:

Skandinavische Sprache – schwere Sprache I

In den seltensten Fällen postet man Musikvideos ohne Kommentar bei Facebook. Man tut zumindest kund, dass man den fraglichen Song als „hammergeil“ oder ähnlich bejubelt. Gestern habe ich ein Video von dem sehr schnuckeligen dänischen Sänger Rasmus Walter geteilt und Herrn Walter als ebenso bezeichnet: Snyggelig. Okay, das ist alles andere als Dänisch, sondern ein selbst erfundenes Wort. Das laut Wörterbuch echte dänische Wort für „schnuckelig“ gefiel mir nämlich nicht. Es wirkt auf hauptsächlich deutsch lesende irgendwie nuttig. Kein Wunder – es heißt ja auch „nuttet“.

Prähistorisch

Du weißt, du wirst alt, wenn du das Motiv auf dem T-Shirt eines Mitreisenden in der Straßenbahn als Cover von Mike Oldfields „Tubular Bells“ erkennst – und innerlich leise vor dich hin wimmernd zusammensackst, weil ein paar Teenager es für die Werbung eines Sanitärinstallateurs halten.

Prioritäten

Neulich auf dem Weg in die Stadt, Kindergartentruppe auf großem Ausflug. Dabei eine wirklich niedliche lütte Deern. Aufgeregt erzählt sie von dem Proviant, den Muddi ihr eingepackt hat: „Iss hab Ssalami und Butter mit Toast!“

Die macht’s richtig: Die wichtigsten Zutaten immer zuerst nennen!

Gegen den Strich gebürstet

Ich bin fünfundvierzig Jahre alt. Das heißt, ich bin fünfundvierzig Jahre bestens ohne Führerschein ausgekommen. Es gibt dennoch einen guten Grund für mich, doch noch sofort und ohne Umweg in die nächste Fahrschule zu stiefeln und den „Lappen“ zu machen, damit ich die Bahn nicht mehr für meine Fernreisen nutzen muss. Nämlich dann, sobald die DB es wie ein japanisches Bahnunternehmen macht und ihre Züge im Hello Kitty-Design rumfahren lässt!

Dortmund + Motown = Chaos

Warme Temperaturen in einer dicht besiedelten ehemaligen Industriestadt sind das Eine. Die wuchtigen Rhythmen der Studioband der berühmten Motownstudios, die Martha Reeves & The Vandellas beim rockigen Song Heatwave begleiten sind das andere. Trifft beides zusammen, kann einem das Gehirn schon mal aus dem Tritt kommen.

Neulich habe ich mit einer Sprühflasche hantiert. Doch eben weil ich durch das warme Wetter und wirklich flotten Song von Martha im Radio abgelenkt war, habe ich nicht auf die richtige Stellung des Knopfes der Sprühflasche geachtet. Na gut, statt meiner neuen Schuhe war dann wenigstens mein Gesicht dank einer HighTec-Formel mit einer zuverlässigen Langzeitwirkung vor Nässe und Schmutz geschützt.

Skandinavische Sprache – schwere Sprache II

Ich mag nicht nur dänische Sänger, sondern auch schwedische. Peter Jöback ist so einer. Peter Jöback ist mit einem Herrn namens Oscar verheiratet. Als die beiden geheiratet haben, ergab sich in der lokalen schwedischen Berichterstattung natürlich die Gelegenheit für ein herrliches Worstpiel: „Peter hat einen Oscar bekommen.“ Im schwedischen Original: „Peter fick en Oscar.“ Na, toll.

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