Dann mal zu!

Weihnachten ist längst vorbei. In den Läden liegt dieser Tage bereits das erste Osterzeugs, und zwischen Düsseldorf und Mainz kramen die Leute allmählich ihre Klamotten für den Karneval zusammen. Es gibt natürlich auch „Gallische Dörfer“, wo es ganz anders zugeht – diese Menschen sieht man dann in den regionalen Nachrichtensendungen als Kuriosum in den letzten zwei Minuten, bevor zur Tagesschau nach Hamburg umgeschaltet wird:

„In Fritz Müllers Haus ist das ganze Jahr Weihnachten“ heißt das dann, und du kriegst mitten im Juli einen Alptraum aus tausenden Glaskugeln, Weihnachtsengeln und Lametta zu sehen. Oder es läuft ein Film über das Ehepaar Schulze, das jedes Jahr seinen Weihnachtsbaum so lange stehen lässt, bis auch die allerletzte Nadel abgefallen ist – was bis zum Oktober dauern kann!

So schlimm ist das bei meinem Mann und mir nun wirklich nicht. Manchmal bleibt unser Weinachtskram bis zum 6. Januar, also dem Tag der Heiligen drei Könige, stehen, aber es ist auch vorgekommen, dass wir das Zeug bereits einen Tag nach Weihnachten zurück in den Keller geschafft haben.

Dieses Jahr ist es ein bisschen anders – ein Teil unserer Weihnachtsdeko steht immer noch in der Küche. Und das ist unserer Barbarazweig. Ihr kennt das: Am 4. Dezember, dem Tag der Heiligen Barbara, knipst man einen Zweig von einem Obstbaum ab und packt ihn in eine Vase mit Wasser, und an Weihnachten soll er dann blühen. Das hat bei uns diesmal nicht so ganz geklappt – erst an Altjahrsabend haben wir die erste Blüte gefunden.

Inzwischen sind alle Blüten längst wieder verblüht. Trotzdem kommt der Barbarazweig nicht in die Biotonne. Zuerst habe ich das dauernd vergessen, doch jetzt mache ich es mit Absicht nicht.

Ich habe da nämlich was gefunden, das meinen Ehrgeiz geweckt hatt. Ich will diesen Zweig nun unbedingt bis zum Sommer durchbringen. Und, Kinners, eins sage ich euch – wenn das klappt, gibt das in ein paar Monaten die große Kirschernte:

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