Dorothy und Rose [Hochdeutsch]

Es gibt dösige Angewohnheiten, die sich über die Jahre hinweg nach und nich in eine Ehe einschleichen. Bei meinem Mann und mir ist das etwas, das ich gerne das „Golden Girls Syndrom“ nenne. Bei dieser Serie ist es ja immer so gewesen, das Rose etwas ganz Offensichtliches hinterfragt und dann von Dorothy einen sarkastischen Kommentar kassiert hat.

So läuft das bei meinem Mann und mir auch. Weiterlesen

Dorothy un Rose [op Platt]

Dat gifft so dösbaddelige Angewohnheten, de sik över de Johren hinweg lütt bi lütt in’n Ehe inslieken. Bi mien Mann un mi is dat wat, dat ik gern das „Golden Girls Syndrom“ nenn. Bi düsse Serie is dat jo jümmers so wesen, datt Rose wat ganz Offensichtlichet hinnerfrogt un denn vun Dorothy ’n sarkastischen Kommentar kasseert hett.

So löppt dat bi mien Mann un mi ook. Weiterlesen

Fünfzig!

Allmählich bekomme ich ein bisschen Panik. In drei Tagen wird mein Herr Gemahl fünfzig. FÜNFZIG! Ich habe doch so gar keine Erfahrung mit einem Mannsbild in so einem Alter. Ändert sich da was bei der Pflege? Muss ich ihn öfter füttern oder muss er öfter raus zum Lüften?

Aber mal im Ernst: Weiterlesen

Fofftig!

Bileten krigg ich so’n böten Panik. In dree Dogen weert mien Herr Gemohl fofftig. FOFFTIG! Ik heff doch so gor keen Erfohrung mit’n Mannsbild in so’n Öller. Ännert sik da wat bi de Pflege? Mutt ik ehm öfter füttern ode mutt he öfter no buten to’n Lüften?

Ober mol in’n Ernst: Weiterlesen

Wie man sich bettet…

aus der Reihe ›Urlaub in den 70ern und 80ern‹

Unsere erste Ferienwohnung hätte heute keine Chance mehr auf dem Tourismusmarkt. Unter dem Etikett ›Kleinstbungalow‹ angeboten, befand sich das Gebäude mit insgesamt vier ähnlich ausgestatteten Apartments auf dem Hinterhof eines zweistöckigen Hauses, in dem die Vermieterin ihre höherwertigen Unterkünfte anbot. Die vielleicht fünfzehn, maximal achtzehn Quadratmeter messenden Einheiten, vier Stück an der Zahl, bestanden jeweils aus einem einzigen Zimmer, im Grunde hatten sie den Grundriss einer Garage, die an der hinteren Stirnwand ein großzügig bemessenes Fernster besaß.

Vorne gab es ein Fenster, das gerade groß genug war, um eine Flasche Bier hindurch zu reichen, und daneben die Eingangstür. Sie war der in Norddeutschland weit verbreiteten Klöntür nachempfunden, man konnte also Weiterlesen

Wir bleiben zuhause

Jeder, der mich kennt, weiß, dass ich es mit dem Fernsehen nicht so habe. Ich finde es sterbenslangweilig, stundenlang auf diesen ollen Glotzkasten zu schauen. Montags, die dreißig Minuten für diese Sendung auf BBC Two sind gerade noch das, was ich an Geduld aufbringen kann. Und selbst da bin ich froh, dass die aktuelle Staffel nun nach achtundzwanzig Folgen endlich vorbei und bis Oktober Ruhe im Karton ist.

Aber mit zwei Mannsbildern auf achtundvierzig Quadratmetern musst du dir was einfallen lassen, Weiterlesen

Wi blifft tohuus

Jedeen, de mi kennt, weet, datt ik dat nich so mit fernsehen heff. Ik find dat starvenslangwielig, stündenlang op diesen ollen Glotzkasten to kieken. Maandags de dörtig Minuten föör düsse Sendung op BBC Two is grad noch dat, wat ik an Geduld opbringen kann. Un sölvs do bin ik froh, dat de aktuelle Staffel nu no achtuntwintig Folgen endlich vörbi un bit Oktober Ruh in’n Karton is.

Aber mit twee Mannsbilder op achtunveertig Quadratmeter mutt du di wat infallen loten, Weiterlesen

Komm kein bisschen mit nach Italien

aus der Reihe ›Urlaub in den 70ern und 80ern‹

Abenteuerlust gehört nicht zu den großen Stärken in meiner Familie. Bei uns hat noch nie jemand den langweiligen Job in der Kfz-Zulassungsstelle für ein Sabbathjahr ruhen lassen, um barfuß von Palermo nach Trondheim zu wandern. Wer sich im Rahmen sportlicher Aktivität sämtliche Knochen bricht, beklagt das als Kollateralschaden beim Fußball auf dem nachbarschaftlichen Bolzplatz, nicht beim Freeclimbing am Popōcatepētl. Entsprechend gefahrlos ist die Reiseplanung.

Als meine Eltern, also Muddi und Paps, im Januar 1970 heirateten, erforderte der notorisch klamme Geldbeutel, Weiterlesen

Zwei in einem

Wenn man dieser Tage so nach draußen sieht, ist einem nicht so wirklich nach Frühlingsgefühlen zumute. Es ist nass, kühl und irgendwie ungemütlich. Also musst du dir was einfallen lassen, damit es dir zumindest in der Seele ein bisschen hell und warm wird. Darum hat mein Mann unseren Osterdekokram aus dem Keller geholt.

Es gibt ja wirklich niedliches Zeug für die Osterzeit – Weiterlesen

Twee in een

Wenn een düsser Doge so no buten kiekt, is een nich so weerklich no Fröhlingsgeföhle tomoot. Dat is natt, köhl un jichtenswie so unkommodig. Also musst du di wat infallen loten, domit di dat tominst in de Seel ’n beten licht und warm weert. Also hett mien Mann uns Osterdekokrom ut’n Keller holt.

Dat gifft jo wirklich niedliches Tüch för de Ostertiet – Weiterlesen

Zu früh, zu spät

Heute wird an Rhein, Main und anderen Orten Weiberfastnacht gefeiert, und für mich als ausgesprochenen Karnevalsmuffel ist der diesjährige Termin für den Rosenmontag schon viel zu spät im Jahr, zumal mein Mann bereits seit sieben Tagen jeden Abend Prunksitzungen aus den diversen närrischen Hochburgen im Fernsehen schaut. Wenn ich bedenke, dass das noch bis zum Aschermittwoch nächste Woche weitergeht, frage ich mich doch ernsthaft, womit so ein niedliches Kerlchen wie ich es verdient hat, ausgerechnet an einen Karnevalsenthusiasten geraten zu sein. Eines Tages werde ich wohl noch als „ein Verzweifelter in D.“ bei den Briefkastentanten einschlägiger Illustrierter im Arztwartezimmer enden.

Apropos zu spät – Weiterlesen

Kuddelmuddel (hochdeutsch)

Ein Kuddelmuddel ist meist… naja, ein Kuddelmuddel. Also etwas, das man nicht wirklich so gern haben möchte. Packst du einen roten Strumpf zu deiner weißen Kochwäsche, hast du hinterher ein Kuddelmuddel in deinem Wäscheschrank. Kaufst du mehr ein, als du dir leisten kannst, hast du ein Kuddelmuddel auf deinem Konto. Das ist dann eher ein schlechtes Kuddelmuddel.

Es gibt aber auch gutes Kuddelmuddel. Weiterlesen

Kuddelmuddel (op Platt)

Een Kuddelmuddel is meest… no jo, ’n Kuddelmuddel. Also wat, dat een wirklich nich so gern hebben will. Packst du ’n roden Strump mit to dien witte Kookwäsch, hest du achterno ’n Kuddelmuddel in dien Wäscheschapp. Kööpst du mehr in as du di leisten kunnst, hest du ’n Kuddelmuddel op dien Konto. Dat is denn eher ’n slechtet Kuddelmuddel.

Dat gifft ober ook gotet Kuddelmuddel. Weiterlesen

Ausnahmezustand

Die Stille war gespenstisch, kein Mensch zu sehen. Kein Auto fuhr, kein Hund bellte, nicht mal ein eScooter rollte sirrend vorbei. Die Nachbarschaft war wie ausgestorben. Viele hatten das Haus erst kurz vor der Deadline um acht Uhr verlassen, andere hatten die Gelegenheit genutzt und waren schon am Sonnabend oder gar am Freitag in einen Wochenendurlaub aufgebrochen.

Am vergangenen Sonntag herrschte Ausnahmezustand bei uns im Quartier. Weiterlesen

Zukunftsmusik

Moin und frohes neues Jahr.

Gut reingekommen? Bei meinem Mann und mir ist es so entspannt zugegangen wie lange nicht. Wir sind nämlich so müde gewesen, dass wir nicht mal Dinner for one und Tratsch im Treppenhaus geschaut haben. Wir haben uns zwar noch etwas Feines zum Altjahrsabend gekocht und danach wieder Klar Schiff in der Küche gemacht, aber um halb zehn sind wir so müde gewesen, dass wir Weiterlesen