Großstadtmomente

In letzter Zeit hadere ich immer häufiger mit unserem Viertel: Mehr und mehr Luxussanierungen mit anschließenden exorbitanten Mieterhöhungen, das ehemals so bunte Publikum wird immer hipsteriger (keine Ahnung, ob es das Wort so gibt – wenn nicht, habe ich es soeben erfunden).

Vielleicht liegt es auch gar nicht am Viertel oder der neuen Klientel. Es könnte auch sein, dass es mit meinem Alter zusammenhängt. Nein, es folgt jetzt keine der hinreichend bekannten klagen, dass früher alles besser war. Erstens ist das Humbug, und zweitens versuche ich eigentlich immer die positiven Seiten des Älterwerdens herauszukehren. Die Rolle des Zynikers, der einem Kind den bunten Ball wegnimmt, um ihm die Schlechtigkeit der Welt zu verdeutlichen statt ihrer guten Seiten, liegt mir nicht.

Im Grunde weiß ich gerade selbst nicht so recht, worauf ich eigentlich hinaus will. Weiterlesen „Großstadtmomente“

Jetzt ham’wa den Salat!

Quatsch – jetzt ham’wa die Begonien, den Bienenfreund, die Petunien, die Wicken. Und was sonst noch so in meinen selbst gezogenen und ausgesäten Samenmischungen für den Balkon zu finden ist. Bisweilen sogar eine Sonnenblume.

Neulich habe ich hier in diesem Theater von den kecken Meisen und dem schüchternen Rotkehlchen berichtet, die uns zwecks Nahrungsaufnahme in unserem selbst gebastelten Fly in-Café auf dem Balkon besuchen. Selbiges wird allerdings inzwischen von uns nicht mehr befüllt, eben weil im Sommer nicht die Saison dafür ist und auch der Winter nicht wirklich so hart war, um ein Futterhäuschen notwendig zu machen. So’n Vogel ist allerdings auch nur ein Mensch. Weiterlesen „Jetzt ham’wa den Salat!“

Natürlich koche ich selber!

Alle Jahre steht ein „Tatort“ ganz oben auf der Liste, wenn die Statistik veröffentlicht wird, wo im Haushalt sich die schlimmsten Unfälle zutragen. Es handelt sich natürlich um die Küche, und ebenso natürlich kommt in Sekundenbruchteilen nach dieser sensationellen Bekanntmachung jener geistreiche (???) Scherzkeks daher, der sich den Hinweis „und die meisten davon kommen in Form von Speisen auf den Tisch“ partout nicht verkneifen kann.

„Manche Leute haben in der Küche einfach nichts verloren“, folgt dann meist noch nach. Stimmt. Weiterlesen „Natürlich koche ich selber!“

Sag mal, wo leben wir denn eigentlich?!

Das neben der Tagesschau zweite große Fernsehhochamt an jedem Abend zieht mindestens genau so viele Zuschauer  und wird wahrscheinlich auch noch oftmals als das wichtigere empfunden, denn nicht umsonst wird außer zum festen Sendeplatz wenige Minuten vor dem 20-Uhr-Klassiker auch noch von nahezu jeder Regionalsendung in den Dritten während der zwei Stunden davor zelebriert: Ein elegant gekleideter Herr oder eine eben solche Dame tritt mit gewinnendem Versicherungsvertreterlächeln vor die Kamera und faselt mit gewichtiger Attitüde von Isobaren und Stratus nebulosus. Reichlich nebulös, das Ganze… Weiterlesen „Sag mal, wo leben wir denn eigentlich?!“

Ihr habt wohl ’ne Meise!

Was in den meisten Fällen als handfester Affront aufgefasst werden würde und in früheren Zeiten zweifelsohne durch eine Backpfeife mit einem Fehdehandschuh und der Forderung nach Genugtuung quittiert worden wäre, ist bei uns derzeit lediglich eine nüchterne Bestandsaufnahme, die wir bisweilen auch mit einem „Sogar zwei!“ bekräftigen und erweitern. Weiterlesen „Ihr habt wohl ’ne Meise!“

Das Leben ist am schwersten…

… drei Tage vor dem Ersten.

Sagt der Volksmund.

Diesem sei an dieser Stelle erwidert: Von wegen! Denn an den besagten drei Tagen mag das Portemonnaie zwar in der Tat ziemlich leer sein. Das hat allerdings zur Folge, dass sich der schwerste Tag im allmonatlichen Kreislauf verschoben hat,  nämlich direkt auf den Ersten.

Zu den unbestreitbaren Vorteilen, sein privates Habitat in einem so genannten Szene- oder In-Viertel verorten zu können, gehört zweifellos die entsprechend ausgebaute Infrastruktur. In unserem Quartier sind wir in der Tat auch bestens versorgt. Fünfzehn Gehminuten sind es bis zum Hauptbahnhof, zehn bis zur Fußgängerzone der Innenstadt bzw. zum städtischen Theater nebst Opernhaus, und im Umkreis von nur fünf Minuten haben wir Zugang zu fünf Bushaltestellen, einer S-Bahn-Station sowie zu drei Stationen der der Stadtbahn. Weiterlesen „Das Leben ist am schwersten…“