Stummes P

Den Rekord für die meisten gespielten Vorstellungen aller Zeiten hält mit über 25.000 Aufführungen das Kriminalstück The Mousetrap, das seit 1952 ununterbrochen jeden Abend in London aufgeführt wird.

Heißt es zumindest von offizieller Seite.

Inoffiziell möchte ich behaupten, dass mein Mann und ich diesen Rekord längst eingestellt haben, obwohl wir erst seit einundzwanzig Komma fünf Jahren bei der Sache sind.

Unser ganz eigener Theaterstoff heißt Weiterlesen

Neue Rezeptur

Wenn irgendwo „neue Rezeptur“ drauf steht, ist Vorsicht geboten. Das ist nämlich oft nur ein Synonym für die berühmten versteckten Preiserhöhungen, mit denen wir als Verbraucher nach Strich und Faden verarscht werden – gleicher Preis wie vorher, aber es ist weniger Ware in der Verpackung. Habe ich heute erst wieder beim Frühstück gehabt: Weiterlesen

Sie kommt um den Berg herum, wenn sie kommt

Oder im englischen Original: „She’ll be comin‘ ’round the mountain when the comes…“

Wer, verdammt nochmal, ist „Sie“??? Worum geht es in diesem alten Traditional? Das habe ich nie begriffen. Ist das ein altes religiöses Lied und besingt irgendeine Heilige, die um irgendeinen ebenso heiligen Berg herumstratzt?

Stammt es aus der Zeit, als der Wilde Westen per Eisenbahn erschlossen wurde? Die alten Dampflokführer pflegten ja ein ähnlich inniges Verhältnis zu ihren Maschinen wie Seeleute zu Schiffen, darum sind Lokomotiven bei ihnen grunsätzlich weiblich und somit „She“.

Oder ist es gar tatsächlich jene Tante aus Marokko aus der deutschen Textfassung?

Man weiß es nicht. Weiterlesen

Kommong ßa wa?

Es gibt so Dinge, die hat man einfach nicht auf dem Schirm, bis sie einen regelrecht verfolgen. Da wird man in einem Zeitungsartikel mit dem Wort „Aurikel“ konfrontiert, das man rund neun Jahre nicht gehört hat. Es zaubert einem ein Lächeln auf das Gesicht, denn es sind die Lieblingsblumen der vor eben diesen neun Jahren verstorbenen Großmutter gewesen. Plötzlich ist man von Aurikeln umgeben: Weiterlesen

Das mach ich doch mit links!

„Immer das schöne Händchen geben.“

Düwel ook, was habe ich als Kind diesen Satz gehasst, wenn ich ihn – meist von ältlichen Tanten – um die Ohren gehauen bekommen habe. Als noch recht lütter Buttscher konnte ich einfach nicht verstehen, was an meiner linken Hand hässlich sein sollte. Sie war doch nur das gespiegelte Pendant zu meiner rechten: Sie konnte genau so gut Besteck bei Tisch halten, das Zähneputzen funktionierte bestens, Weiterlesen

Lokalderby (Hochdeutsch)

Nee, was bin ich froh, dass der April vorbei ist. Ich muss dann immer an meine Dreißigerjahre denken: Für das Jungvolk unter dreißig bist du schon der alte Sack gewesen, und von den Leuten über vierzig hat man immer zu hören gekriegt: „Du bist ja noch so jung.“ Das ist wie eine zweite Pubertät gewesen – zu nichts und niemandem hast du wirklich dazugehört. Bloß die Pickel sind mir zum Glück erspart geblieben.

Der April ist genau wie diese zweite Pubertät – Weiterlesen

Lokalderby (op Platt)

Nee, wat bin ik froh, datt de April vörbi is! Ik mutt dann jümmers an mien Dörtigerjohrn dinken: För de Junggäst ünner dörtig büst du al de ole Sack wesen, un vun de Lüüd över veertig hest du jümmers to hörn kriggt: „Du büst jo noch so jung.“ Dat is as ’n tweete Pubertät wesen – to nix und nüms hest du weerklich bihört. Blots de Pickel sünd mi to’n Glück ersport bleven.

De April is jüst as düsse tweete Pubertät – Weiterlesen

Bleibt ganz unter uns

So ganz rund ist mein März nicht verlaufen. Neben einigen Dingen im Haushalt, die wieder mal genau zur ganz besonders falschen Zeit koppheister gegangen sind, hat mich vor allem meine Gesundheit auf Trab gehalten. Fast zwei Wochen von einer Kapselentzündung in der Schulter außer Gefecht gesetzt zu werden ist nicht schön! Wie soll man sich da um die schönsten Dinge des Frühlings kümmern? Den großen Hausputz, zum Beispiel?

Okay, das nimmt mir kein Mensch ab. Ich muss ja selber hysterisch kichern bei der Vorstellung, Weiterlesen

Überstanden

So! Liegt das auch wieder hinter uns. Der Rosenmontag ist vorbei und allmählich geht das Leben auch wieder seinen normalen Gang. Zumindest hier in Dortmund. In Düsseldorf, Köln, Mainz und sonstwo zwischen Rheinland und Bayern ist das ja erst mit dem Aschermittwoch, 23:59:59 Uhr, wirklich überstanden.

Mein Mann und ich leben eine gefestigte Partnerschaft. Nach fast einundzwanzig Jahren gibt es eigentlich nichts mehr, was uns aus der ruhe bringen kann. Bloß in jedem Jahr an Karneval – Weiterlesen

Överstannen

So! Liggt dat ook al wedder achter uns. De Rosenmontag is vörbi un bileten geiht dat Leeven ook wedder sien normolen Gang. Tomninst hier in Dortmund. In Düsseldorf, Köln, Mainz un sonstwo twüschen Rheinland un Bayern is dat jo weerklich erst mit ’n Aschermittwoch, 23:59:59 Uhr, weerklich överstannen.

Mien Mann un ik leeven een bannig feste Partnerschap. No meist eenuntwinnig Johr gifft da eenich nix mehr, wat uns ut de Ruh bringen kunn. Blots jedet Johr an Karneval – Weiterlesen

Sonntagsfrühstück

Der Sonntag ist der einzige Tag in der Woche, an dem mein Mann und ich es schaffen, gemeinsam zu frühstücken. An den übrigen sechs stehen uns meist die Verpflichtungen des Alltags im Weg. Darum lassen wir es uns am Sonntag auch richtig gut gehen. Weiterlesen

Valentinstag

Mein Mann und ich gehören nicht wirklich zu jenen, die um dem Valentinstag ein besonderes Geschiss machen. Warum auch? Jedes „Guten Morgen, Schatz“, jedes „Pass auf dich auf“, jedes „Komm, ich nehm dir die schwere Einkaufstasche ab“ sagt so viel mehr als der Strauß Blumen oder die Schachtel Pralinen am 14. Februar.

Am nächsten bin ich einem Valentinstagsgeschenk für meinen Mann gekommen, als ich ihm in unserem ersten oder zweiten Jahr zusammen den Gefallen getan habe,

Weiterlesen

Zu Risiken und Nebenwirkungen…

Hunde und Katzen gehen in den Fellwechsel, unsere Piepmätze durchleben die Mauser, manch eine Schlange findet es zum Aus-der-Haut-fahren. Der bevorstehende Lenz zeigt sich nicht nur an Bäumen und anderem Grünzeug, auch wir kreuchenden und fleuchenden Lebewesen haben unsere ganz eigenen Signale.

Weiterlesen

Blick zurück in Zuversicht

Es heißt doch, je älter man wird, desto mehr besinnt man sich auf die Kindheit zurück. Aus eigener, unlängst gemachter Erfahrung kann ich dazu nur eins sagen:

Stimmt.

Vor ein paar Tagen habe ich nämlich meinem Mann den Rücken mit einer Salbe eingerieben und kam mir angesichts des dem schmerzlindernden Balsam entströmenden Odeurs plötzlich wieder vor wie vor *nuschelnuschel*-zig Jahren in der Grundschule: Weiterlesen

… ist eine Himmelsmacht

Zwanzig Jahre zusammen. Zehn Jahre verpartnert. Und seit dem 11. September auch verheiratet. Mit einer kleinen Zeremonie haben mein Mann und ich nicht bloß unsere Eingetragene Partnerschaft endlich eine echte Ehe umgewandelt, wir haben uns auch nochmal richtig das Ja-Wort gegeben. Wir wollten aller Welt noch einmal zeigen, dass wir zusammengehören und wir das nicht bereuen, soviel Zeit miteinander erlebt zu haben.

Hat sich was verändert? Weiterlesen