Sand in den Schuhen…

20131130-01… und völlig falsche Vorstellungen im Hirn.

1973 war insgesamt ein gutes Jahr: Luxemburg gewinnt mit einem wirklich schönen Lied den Grand Prix Eurovision. Der US-Wissenschaftler Martin Cooper benutzt das allererste Mobiltelefon. Elvis Presleys Aloha from Hawaii-Konzert bricht alle Rekorde.

Ob mein Erscheinen auf diesem Planeten auch zu den guten Ereignissen gehört, können allerdings nur meine Eltern beurteilen. Jedenfalls bin ich ein waschechtes Kind der 1970er, so richtig mit Bazooka-Kaugummi, Snickers in der roten Verpackung, Muppet Show im Fernsehen, Bernard und Bianca im Kino und Hui Buh auf Schallplatte. Nicht zu vergessen die ZDF-Hitparade mit Dieter Thomas Heck. Da gab es irgendwann mal ein Lied Ich hab‘ noch Sand in den Schuhen aus Hawaii; Bata Illic sang von seligen Urlaubserinnerungen und wie anders es doch zuhause ist.

Wir haben das Phänomen alle schon mal erlebt: Der Limonenlikör, der abends auf der Hotelterrasse mit Blick auf die Bucht von Palermo so wunderbar schmeckt, wird nach dem ersten Verkosten auf der heimischen Terrasse im Ausguss der Spüle versenkt. Das schicke bunte T-Shirt mit dem I’m too sexy for this shirt-Aufdruck, das so richtig zum sonnigen Strandleben gepasst hat, wirkt im grauen Ruhrpott viel zu schrill und wird zur Dunkelhaft im Kleiderschrank verdonnert. Et cetera.

Heute wurde ich an einen eigenen solchen Fehltritt erinnert. Der Winter naht mit großen Schritten, also der ideale Zeitpunkt, das zu tun, was man über den ganzen Sommer hinweg vor sich hergeschoben hat. Bei mir heißt das gelegentlich „Aufräumen des Kleiderschranks“. Dabei bin ich auf ein Paar Schuhe gestoßen. Auf dem Boden lagen sie, ganz hinten an der Rückwand, unter einem Stapel mit nicht sortierter Socken (auch so eine Baustelle!) vergraben. Vier, fünf Jahre müssen sie da gelegen haben. Aus den Augen, aus dem Sinn. Aber warum? Ich hatte sie doch wirklich gerne gekauft und getragen. Zumindest damals. Im Urlaub. An der Ostsee. Im Mai. Zur Rapsblüte.

Genau. Die Rapsblüte hatte den Ausschlag gegeben. Denn in genau so herrlich strahlendem Gelb, wie der Raps sich im Mai in Ostholstein präsentiert, hatten auch die Schuhe in dem kleinen Laden an der Strandpromenade um Käufer gebuhlt. Die schmalen schwarzen Zierstreifen hatten das Gelb noch betont. Anprobiert, für bequem befunden, gekauft. Und natürlich auch getragen.

Dann war der Urlaub zu Ende. Ich nahm die Schuhe natürlich mit nach Dortmund, wo ich und mein Lieblingsmensch wohnen. Dort waren mir noch paar freie Tage vergönnt, an denen ich die Schuhe natürlich auch trug. Ich trug sie sogar, als es am ersten Arbeitstag wieder ins Büro ging. Bis mein Kollege während der Mittagspause auf dem Weg in die Kantine sagte: „Ziehst du die morgen auch zum Heimspiel an?“

Es dauerte eine Weile, bis bei mir der Groschen fiel. Klar. Dortmund. Schwarz-gelb. Nix mit Raps – in Dortmund ist man als absoluter Fußball-Nihilist mit dieser Assoziation ziemlich alleine. Ende der Urlaubsillusion. Aber ich verstand, warum mein Lieblingsmensch mich gewarnt hatte, dass ich diesen Kauf noch bereuen würde.

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Trækfugle

Der Däne Michael Falch ist einer meiner Lieblingsmusiker. Sein Song Trækfugle läuft gerade zum Herbst hin bei mir in Dauerrotation im CD-Player, was passend ist, erzählt das Lied doch wörtlich und metaphorisch von Zugvögeln.

20131111-1Heute in meiner Mittagspause musste ich unwillkürlich an dieses Lied denken. Ein langer Spaziergang durch das herbstliche Dortmund mit möglichst viel Park- und sonstigen Grünanlagen längs des Wegs. Sonne satt, klarer blauer Himmel – und über mir zog ein Schwarm Wildgänse nach dem anderen dahin. Wieviele Tiere waren es? Fünfhundert? Tausend? Doch nur hundertdreiundzwanzig? Keine Ahnung. Aber es war traumhaft schön – auch wenn der Formationsflug dieser schönen Tiere nun keinen Zweifel mehr aufkommen lässt, dass winterliche Nässe, Kälte und Dunkel unaufhaltbar näherkommen.

Doch warum sich die von der Sonne so herrlich aufgehellte Laune verderben lassen? Es ist bereits der 11. November – in nur 40 Tagen lässt die Wintersonnenwende die Tage schon wieder heller und länger werden. Und dieser wirklich herrliche Sommer 2013 hat die Energievorräte genügend aufgetankt, um diese kleine Durststrecke problemlos zu überstehen.

Zurück an den Schreibtisch – mit Energischub und neuen Ideen!

Öfter mal was Neues…

Düwel ook, diese Bloggerei ist doch umfangreicher als a.) ich dachte und b.) mein altes Blogtool zu leisten vermag.

Also geht’s hier ganz von vorne los, wobei ich die alten Blogeinträge natürlich noch hierher importieren werde. Aus technischen Gründen lassen sich die alten Kommentare leider nicht importieren, aber jeder Leser ist natürlich herzlich eingeladen, hier noch einmal ein paar Zeilen zu hinterlassen.

Also noch mal auf ein Neues: Herzlich Willkommen in meinem Blog!