Als hätte Merkur die Karten gemischt

Das Thema bleibt irgendwie präsent Weiterlesen

Das Pferd frisst keinen Gurkensalat

Die geschätzte Kollegin Anna Schmidt vom Blog Bunt und farbenfroh aus Berlin hat wieder einmal einen großartigen Artikel geschrieben. Weiterlesen

Über den Tellerrand geschaut (2)

Fundstücke aus anderen Blogs – Heute: Happy End erwünscht?

Bereits vorgestern wurde im Blog Libromanie in Bezug auf Bücher die Frage „Happy End erwünscht?“ gestellt.

Für mich als leidenschaftlicher Leser ist das defnitiv keine Frage, die sich pauschal mit „Ja!“ oder „Nein!“ beantworten lässt. Sie muss individuell bei jedem Buch neu aufgeworfen werden. Könnte man sich beispielsweise Han Suyins wundervolles A Many-Splendoured Thing (Alle Herrlichkeit auf Erden) mit einem Happy End vorstellen? Nicht wirklich. Manche Bücher werden gerade durch das Ausbleiben eines Happy Ends glaubwürdig und zu einer runden Sache. A Many-Splendoured Thing, übrigens eines meiner Lieblingsbücher, spielt vor dem Hintergrund des Chinesischen Bürgerkriegs 1927 – 1949. Ein Krieg fordert viele Opfer, und vor diesem Hintergrund kann die Romanze der Ich-Erzählerin, einer Halbchinesin, mit einem amerikanischen Kriegsreporter, die obendrein durch das Drama der Gebundenheit der  Erzählerin an die Traditionen ihrer Väter erschwert wird, einfach kein Happy End haben. Es wäre krampfhaft zusammenkonstruiert und vollkommen unglaubwürdig dahergekommen.

Ganz anders Rita Mae Browns Bingo: Dieser Band aus der Trilogie um die Hunsenmeir-Schestern Julia Ellen und Louise muss einfach mit einem Happy End daherkommen. Es ist ein völlig schräges Happy End, bei dem die Protagonisten mehr als eine gesellschaftliche Norm brechen, aber es passt auch einfach zu dem, was man auf der Reise vom ersten Kapitel zum Finale mit den Figuren erlebt hat, so dass auch hier das Gefühl entsteht: Es kann… darf gar nicht anders sein.

An dieser Stelle ein Zwischenruf: Was bedeutet Happy End überhaupt?

Es sollte auf keinen Fall mit einem guten Ende gleichgesetzt werden. Nehmen wir nur mal einen Krimi: Wenn der Mörder geschnappt ist, nimmt die Story sicherlich einen guten Ausgang, weil von diesem Mörder keine weiteren Opfer mehr zu erwarten sind. Aber happy ist das Ende doch auf keinen Fall. Denn da ist ja immer noch das Opfer, um das sich die Krimihandlung gedreht hat bzw. dessen Hinterbliebene. Die dürften erleichtert sein, aber ob sie happy sind, darf bezweifelt werden, denn ihr Verlust bleibt.

Zurück zur Frage – und um doch einmal kurz zu generalisieren: Wie an verschiedenen Ecken hier im Blog erwähnt bin ich ein so großer Fan von Schauergeschichten in altviktorianischer Erzählweise, dass ich mich mit meiner neulich veröffentlichen Kurzgeschichte Das Nebelschiff sogar selber (hoffentlich erfolgreich) an diesem Genre versucht habe. Was ich an Stories wie Das violette Automobil von Edith Nesbit oder Die Drehung der Schraube (auch bekannt unter den Titel Das Geheinis von Bly oder Bis zum Äußersten sowie dem Titel der Verfilmung Schloss des Schreckens mit Deborah Kerr) von Henry James so faszinierend finde, sind die Enden, die gar keine Enden sind. Irgendetwas bleibt immer offen, das den Leser einlädt, die Geschichte im Kopf selber zu Ende zu spinnen, damit er für sich selbst die Frage beantwortet bekommt: „Ist da nun wirklich etwas Übersinnliches geschehen, oder hat die Person sich das Ganze nur aufgrund nervlicher Überspanntheit eingebildet?“

Zusammengefasst also nochmal: Die Frage „Happy End erwünscht?“ kann gar nicht so allgemein beantwortet werden, wie sie gestellt ist. Zu der einen Story passt dies besser, zu der anderen jenes. Es kommt einfach ganz individuell auf das einzelne Buch an und wie sich die Geschichte darin entfaltet.

Über den Tellerrand geschaut (1)

Fundstücke aus anderen Blogs – Heute: Freitags-Füller

In anderen Blogs zu stöbern macht unheimlichen Spaß, vor allem jenen, die sich mit Kreativität beschäftigen. In den Scrap-Impulsen habe ich heute den Freitags-Füller gefunden, dem Lückentext im Englisch- oder Deutschunterrricht früher auf der Penne nicht unähnlich. Es gibt sieben Vorgaben, die man nach eigenem Gutdünken ergänzt – und dann natürlich teilt.

Eine schöne Übung für Spontaneität beim Schreiben, und hier ist das, was mir zum Freitags-Füller dieser Woche eingefallen ist (meine Ergänzungen sind  Fett/Kursiv gehalten):

  1. Fußball ist so gar nicht meins.
  2. Trotzdem gönne ich die Fußball-Weltmeisterschaft allen, die’s mögen, von Herzen.
  3. Eigentlich mag ich bei dem schönen Wetter heute so gar nicht zu Feudel und Leuwagen greifen, aber Scheuerwoche im Flur muss sein.
  4. Überteuerte Staubfänger de luxe: Fanartikel.
  5. Brasilien hat uns mit Astrud Gilberto und Antônio Carlos Jobim wunderbare Musiker geschenkt.
  6. Ich werde heute hoffentlich noch (siehe Punkt 3) gegen meinen inneren Schweinehund gewinnen.
  7. Was das Wochenende angeht, heute Abend freue ich mich auf die Fertigstellung eines Kapitels meines neuen Manuskripts, morgen habe ich noch gar nichts geplant und Sonntag möchte ich genauso spontan entscheiden können!

Schönes Wochenende!