Häppchenweise

Zum Wochenende einfach mal wieder eine Häppchensammlung mit schönen Sachen, quasi als mentaler Aperitif. Viel Spaß! Weiterlesen

Häppchenweise

Moin!

Zum Start ins Wochenende wieder ein paar Häppchen aus dieser verrückten Sache, die sich Leben nennt.

Nerv-Happen

Die neue Radio-Reklame für Black Forest Mineralwasser mit der plumpen Forrest Gump-Anleihe ist so penetrant nervtötend, dass man sich schon fast freuen würde, wenn stattdessen Seitenbacher käme…

Zitat-Happen

Ich will nicht sagen, dass ich viel Kaffee trinke, aber kolumbianische Bauern haben ein Foto von mir im Portemonnaie. (aus dem Web)

Schreckens-Happen

Aufdruck auf der Tee-Schachtel: „…mit sprudelnd kochendem Wasser aufgießen und mindestens 8 Minuten ziehen lassen! Nur so erhalten Sie ein sicheres Lebensmittel!“ Langsam traut man sich ja gar nicht mehr, noch irgendetwas zu essen oder zu trinken. Was passiert, wenn ich den Beutel schon nach 7 1/2 rausnehme? Kommt dann die leichte Note von Schierling, Belladonna und Fingerhut durch, oder was? Man kann es mit den Warnhinweisen auch übertreiben!

Literatur-Happen

Schon seit einer Woche geplant, aber erst heute Gelegenheit dazu, es umzusetzen (die Autobiographie von Dame Vera Lynn hatte sich noch dazwischengemogelt): Beginn der kompletten DCI Banks-Serie von Peter Robinson, Roman 1 von insgesamt 22. Ich mag diesen Schnüffler einfach. Spannende, abwechslungsreiche Plots und eine glaubhafte Entwicklung über die Jahre beim Hauptcharakter sowie ein wechselndes Ensemble von Nebencharakteren, die dem natürlichen Lauf von Beförderungen und sich wandelnden Lebensplänen folgend in der Serie auftauchen und wieder verschwinden. Für mich aus Laiensicht die glaubwürdigste Darstellung von Polizeiarbeit in den Yorkshire Dales.

Musik-Happen

Heute gibt’s mal wieder einen Vinylabend auf dem Fußboden vor Schwiegeropas alter Musiktruhe, natürlich mit ’nem Gläschen Wein. Auf dem Programm: Jazz-EPs von Count Basie über Ella Fitzgerald und Satchmo bis Caterina Valente. Vielleicht werde ich auch noch ein paar Schellacks von Billie Holiday und Glenn Miller spielen.

Freuden-Happen

Seit sage und schreibe sechs Wochen blüht unsere Orchidee Horst-Kevin (bei uns haben alle Blumen Namen) und denkt gar nicht damit aufzuhören.

Glücks-Happen

Spinnen bringen bekanntlich Glück, und darum wird bei uns nie eine beseitigt, allenfalls umgesiedelt. Aber Thekla (man kennt ja seine Biene Maja) hat den ganzen Sommer über so schön die Wespen aus unserer Küche gehalten, dass sie ihr Single-Apartment vor unserem Fenster behalten darf. Und beide Seiten sind glücklich.

Futter-Happen

Rohe Kohlrabi auf frisch gebackenem Brot zum Abendessen. Ik frei mi nu schon…

Foto-Happen

Ausbesserungsarbeiten an der Queen Mary 2. Es gibt Jobs, die man nicht unbedingt selber ausüben möchte…

Schönes Wochenende!

Hochzeitstag oder so…

Für gewöhnlich habe ich ein gutes Zahlengedächtnis. Ich kann noch heute die 12stellige Telefonnummer meines Onkels und meiner Tante aus Wormerveer bei Amsterdam auswendig, obwohl die beiden schon vor über zwanzig Jahren an den Ort vorgegangen sind, an dem wir alle mal ankommen. Ebenso kann ich noch die Zahlenkombination meines allerersten Fahrradschlosses genauso runterbeten (schlappe 35 Jahre her) wie mir bei vielen Mitarbeitern, deren Gehaltsabrechnung ich in meinem allerersten Job nach der Ausbildung erstellt habe, zuerst deren Personalnummern und dann die Namen ins Gedächtnis kommen.

Nur mit aktuellen Zahlen hab ich es nicht immer so. Ich versuuse jedes Jahr meinen Hochzeitstag. Dabei vergesse ich ihn nicht mal – ich runde das Datum sozusagen nur großzügig auf.

Am Montag war es wieder so weit: „Was machen wir eigentlich Freitag?“ frage ich meinen Mann. „Wieso Freitag?“ kommt die Antwort. „Na, da ist doch der Zwölfte…“ Strafender Blick von meinem Mann, peinlich berührter von mir.

Dabei ist es überhaupt nicht meine Schuld! Wir wollten ja damals am zwölften September heiraten, einem Freitag. Nur stand freitags der von uns ausgesuchte „Tatort“ nicht zur Verfügung – ein historisches Hafengebäude. Dort wurde wegen des Aufwands nur mittwochs getraut, also sind wir auf den zehnten umgestiegen, zwei Tage vorher. Nur meine zerebralen Tentakel („Gehirn“ könnte eine zu optimistische Umschreibung sein) scheinen die Umstellung bis heute nicht mitgemacht zu haben – der Zwölfte hat sich geradezu unauslöschlich eingebrannt.

Sehr zum Amüsement meines Herrn Gemahl, der keine Gelegenheit auslässt, mir diese Peinlichkeit unter die Nase zu reiben. Vorhin kam er von einem Arztbesuch wieder und überreichte mir breit grinsend einen Strauß Blumen: „Alles Liebe zum Nicht-Hochzeitstag.“

Ich bin also verrückte Hutmacher aus Alice im Wunderland…

Naja, zumindest in punkto Hochzeitstag wäre jedes Abstreiten ein glattes Eigentor.