Gewürzgurken, Mörder und Mysterien

Gefunden haben wir ihn nie. Aber wir waren unverdrossen und haben es jeden Sommer aufs Neue versucht. Wir haben mit Hilfe von kleinen Hämmern aus dem Heimwerkerkasten für Jugendliche und einem Spielzeugstethoskop nach Hohlräumen gesucht. Während unsere Väter bei der Gartenarbeit nach ihren Spaten und Spitzhacken gesucht haben, waren wir mit diesen Gerätschaften auf Expedition, weil wir nach einem neuen Hinweis an einer anderen Stelle als beim letzten Mal graben wollten. Dabei wussten wir nicht mal, ob es ihn wirklich gegeben hat. Weiterlesen

Heinz Sielmann lässt grüßen

Moin!

Am vergangenen Wochenende war wieder Plattdüütschtag hier im Blog. Um die Nicht-Platten nicht länger mit großen Fragezeichen auf der Stirn rumlaufen zu lassen, folgt hier nun die hochdeutsche Übersetzung. Viel Vergnügen!
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Segen der Faulheit

„Ich denke nicht, dass Erfindungen aus Notwendigkeit heraus geboren werden. Erfindungen entspringen, meiner Meinung nach, aus Müßiggang, vielleicht sogar Faulheit – um sich Mühen zu ersparen.“ – Agatha Christie

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Halt die Klappe NICHT, Rose!

Zum Wochenausklang gibt’s mal wieder einen Buchtipp, wie immer mit dem Fokus auf ein älteres Werk. Heute im Angebot: Die 1995 erschienene erste Auflage von

Betty White1Here We Go Again – My Life in Television von Betty White

Worum geht’s? In Deutschland hat man Betty White eigentlich erst als Golden Girl Rose Nylund kennengelernt. Doch in den USA ist sie eine TV-Pionierin, die auf eine rund siebzig Jahre währende Karriere zurückblicken kann.

Sie hat alles miterlebt und -gestaltet, angefangen mit den ersten Testsendungen – die den Namen FERNsehen eigentlich gar nicht verdient hatten, weil die EntFERNung bei der Ausstrahlung gerade mal die Distanz vom vierten Stock bis ins Erdgeschoss der Test-Fernsehstation überbrückte. Seitdem hat sie kontinuierlich Fernsehgeschichte geschrieben: Sie war u. a. Ende der 1940er Jahre der erste weibliche Star, der von der stummen Assistentin zur vollwertigen Co-Moderatorin einer täglichen, fünf Stunden (!) langen Liveshow avancierte. Sie war die erste Frau in den USA, die sowohl eine Quizshow moderierte als auch die Urlaubsvertretung für Talkshowlegenden wie Johnny Carson übernehmen durfte. Als Schauspielerin gewann sie den Emmy für ihre Rollen u. a. als gewitzte Hausfrau in Life With Elizabeth (1953 – 1955), als männermordende Egomanin Sue Ann Nivens in der The Mary Tyler Moore Show (1973 – 1977), und natürlich als Golden Girl Rose (1985 – 1992).

Als Zeitzeugin lässt Betty White den Leser hinter die Kulissen des TV-Business blicken, ohne dabei indiskret zu sein. Mit vollem Herzen dabei, mit gebührendem Respekt vor Kollegen, einer gehörigen Dosis Herzenswärme und einem Schuss feinen Humors porträtiert Betty White das Metier, das scheinbar extra für sie geschaffen wurde und verrät natürlich auch einiges aus ihrem Privatleben.

Welchen Eindruck hinterlässt das Buch? Wenn etwas ungewöhnlich erscheint, dann höchstens, dass vieles auf den ersten Blick ein wenig zu zuckersüß wirkt. Betty White benutzt Adjektive wie „dear“, „sweet“, „wonderful“ oder „lovely“ beinahe inflationär. Doch wer zwischen den Zeilen liest, wird feststellen, dass sie jedes Wort ehrlich meint. Insgesamt ist Here We Go Again eine amüsante Unterhaltungslektüre, aber auch eine informative Geschichtsstunde, die nachvollziehen lässt, warum sich das Fernsehen so entwickelt hat, wie es sich entwickelt hat. Und es ist das Portrait einer warmherzigen, aber auch tüchtigen Persönlichkeit, die den Ehrentitel „TV-Legende“ zu Recht verdient hat.

Lesen ist Genuss – welche kulinarische Begleitung sollte es geben? Die Frage stellt sich doch eigentlich gar nicht, oder? Käsekuchen!