Leevetgrööten ut Hamborg

Vun Christian Morgenstern gifft dat een Spruch, datt dat erste, wono Herr un Froo Müller frogen, wenn se in’n Himmel kummen, Postkorten sünd. To sien Levtieten is dat sekerlich so weesen un ook lange Tiet dorno. In mien Kinnerdogens hett dat keen Urlaub geven ohne datt wi uns Dorheembleeven Unmengen vun Postkarten schrieven haarn: Weiterlesen

Toujours l’amour…

Kinners, ich sag euch eins: Als Mann eines Handwerkers hat man es in Sachen Romantik nicht immer leicht. Handwerker sind einfach zu nüchtern, zu pragmatisch, zu geradlinig für so etwas.

Erst gestern ist es wieder einmal geschehen. Weiterlesen

Küchenkinder

Als ich noch ein Kind war, wusste ich immer ganz genau, wann der Frühling begonnen hatte. Dafür habe ich nicht mal einen Blick auf den ersten Krokus gebraucht. Aber wenn ich, so wie jeden Sonnabend, zum Mittagessen bei emienen Großeltern gegangen bin und mein Opa ist mal nicht dagewesen, habe ich sofort Bescheid gewusst. Opa ist nämlich immer in der letzten halben Stunde vor dem Essen zuhause gewesen. Darauf hat er bestanden: Um Punkt zwölf Uhr gibt das Mittag – und wehe dem, der dann nicht am Tisch gesessen hat!

Nur zu Frühlingsbeginn nicht, da ist er pflegeleichter gewesen. Weiterlesen

Köökenkinners

As ik noch ’n Kind weesen bün, heff ik jümmers ganz genau wusst, wann de Blöhtiet anfangen hett. Doföör heff ik nich mol ’n Blick op den eersten Krokus bruukt. Ober wenn ik so as jeden Sünnobend to’n Mittagessen bi mien Grootöllern gangen bün un mien Opa is mol nich do wesen, heff ik sofort Bescheed wusst. Opa is neemich jümmers in de lotern halve Stünn vöör’t Eten tohus wesen. Dorop hett he bestannen: Um Slag Klock twölf gifft dat Middag – un wehe den, wokeen nich pünktlich an’n Disch sitten hett!

Blots an’n Anfang vun’n Blöhtiet nich, do is he wat pflegelichter wesen. Weiterlesen

Tusch des Schreckens

Wieder mal bin ich spät dran mit der Bloggerei. Wieder gibt es gute Gründe:

Erstens: Mein allsonnabendliches Samurai-Sudoku im Hamburger Abendblatt war heute so verflixt knifflig, dass ich nicht eher dazu gekommen bin.

Zweitens: Bis vor ein paar Minuten war ich drauf und dran, euch darüber zu informieren, dass es hier von mir nichts mehr zu lesen gibt und mich dann zu verabschieden.

Warum? Kann ich euch sagen! Weiterlesen

Botschap vun de annere Siet

Gistern heff ik in’n lütten Clip op de Fratzenfiebel-Siet vun BBC Radio Fief sehen, datt een jung Froo ut England sik en Tattoo op’n Puckel hett steken loten. Dat sieht so ut as de Diagramme in’t Fernsehen bi Navy CIS ode so – düsse Wellenlinien op ’n Computerglotzkasten, wenn se mol wedder ’n Telefonschnack vun Mörders un annere Spitzbuben unnersöken möten. Wenn de junge Froo dann düsset Tattoo mit een bestümmte App föör ehrn Ackerschnacker affilmt, wannelt sik dat wedder in Ton üm un se höört de laatste Noricht, de ehr Leevlings-Grootmudder ehr op den Anrufbeantworter schnackt hett bevöör se dood bleven is.

Ik geef dat giern to: Weiterlesen

Buh!

oder: Szenen (m)einer Ehe…

Manchmal habe ich den Eindruck, dass mein Mann mich um die Ecke bringen will. Den Gedanken zu nähren, ist sein gutes Recht – bisweilen geht man sich eben so auf die Nerven, dass man diesen Stoßseufzer aus einem von Loriots berühmtesten Animationssketche bestens nachvollziehen kann. Ihr wisst schon: Weiterlesen

Singet und seid froh

Weihnachten gilt als gar nicht offiziell eröffnet, ehe gewisse liebgewonnene Rituale nicht stattgefunden haben. So geht es wohl jedem von uns. Der eine besteht auf Würstchen und Kartoffelsalat zum Heiligabend, der andere kann ohne einen ganz bestimmten Weihnachtsfilm nicht existieren, bei meinem Mann und mir sind es die Schallplatten die aufgelegt werden.

Um richtig in Weihnachtsstimmung zu kommen, brauche ich z . B. The Doris Day Christmas Album von 1964. Es ist eine wunderschöne Platte mit rein weltlichen Weihnachtsliedern, für US-Verhältnisse angenehm schlicht arrangiert, und zu Doris Days herrlich sanftem Gesang muss man eigentlich nichts sagen.

Mein Mann ist da von einem anderen Kaliber. Weiterlesen

Es werde Buch!

In weniger als 48 Stunden ist es soweit: Das dritte Abenteuer mit meinen beiden norddeutschen Jungs Holger und Christoph, Ich will dich doch bloß heiraten!, hat seine Metamorphose von einer Sammlung unsortierter Gedankensplitter über ein lange bebrütetes Manuskript zum fertigen eBook und „richtigen“ Buch komplett hinter sich und geht in die Welt hinaus.

An anderer Stelle hatte ich schon mal berichtet, dass es beim Schreiben zu dieser Story gewisse Anlaufschwierigkeiten gab und wie ich diese sehr befriedigend abstellen konnte. Trotzdem war da noch eine kleine Baustelle übrig: Weiterlesen

Eigene Blödheit

Es gibt Tage, da muss ich echt an meiner Selbstdisziplin arbeiten. Damit meine ich noch nicht mal die alltäglich zu meisternden Muss-Aufgaben. Klar, ich bin auch nur ein Mensch und als solcher weit entfernt davon, perfekt zu sein. Doch wenn man mal etwas vergisst, wie morgens auf dem Weg nach draußen den Müll mit runter zu nehmen und man das dann Abends, wenn man eigentlich nur noch aufs Sofa will, nachholen muss, fährt man am besten damit, den Blick fürs Weite zu zeigen. Nur nicht ins Bockshorn jagen lassen.

Am meisten kommt die Selbstdisziplin – oder besser der Mangel daran – mir in die Quere, wenn ich anderen was Gutes tun möchte. Ich freue mich dann so auf die (hoffentlich) große Freude der anderen, dass ich es irgendwann nicht mehr aushalten kann. Als Folge stelle ich irgendetwas an, mit dem ich die Überraschung sabotiere und mich selbst zur kürzesten Verbindung zwischen zwei Fettnäpfchen mache.

So geschehen gestern: Weiterlesen

Heiße Erotik. Naja… beinahe

Eine Nacht wie geschaffen für den Höhepunkt des romantischen Wochenendtrips. Ich stehe auf dem Balkon unseres wunderbaren Hotelzimmers und genieße den Blick auf die historische Häuserreihe am Nyhavn. Der Vollmond und Millionen funkelnder Sterne spiegeln sich im Wasser des historischen Kopenhagener Hafens. Mein Mann tritt hinter mich und drückt mir sanft einen Kuss in den Nacken… Weiterlesen

Herbst

Seit dem letzten Wochenende lässt es sich nicht mehr leugnen: Es ist Herbst geworden. Der Sommer ist nun wirklich vorbei, die Blätter an den Bäumen werden nun allmählich gelb, gold und braun, bis sie ganz abfallen.

Um diese Zeit im Jahr hat mein Vater führer immer den Koks für den Winter kommen lassen.

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Harvst

Siet ’n lotern Weekenenn loot sik dat nich mehr leugnen: Dat is Harvst worrn. De Sommer is nun weerklich vorbi, de Blätters an de Booms weern nu bileten geel, güllen und bruun, bit se ganz avfallen.

Um düsse Tiet in’t Johr hett mien Vadder freuher jümmers ’n Koks för’n Winter kamen loten. Weiterlesen

Das Gekrakel von Delphi

„Vom Grips her mag es nicht gereicht haben, aber von der Sauklaue her könnte er Arzt sein.«

Ein wenig schmeichelhaftes Bonmot, aber leider auch irgendwie passend. Meine Schwester hat es irgendwann geprägt, als ich den familiären Einkaufszettel im Elternhaus um ein paar von mir gewünschte Artikel ergänzt hatte und niemand so recht schlau daraus wurde, was da eigentlich haben wollte. Weiterlesen

Schlechtes Timing

Nun ist sie also durch den Bundestag – die Ehe für alle. Nach Ansicht der Politikbeobachter ist es bei der Abstimmung am letzten Freitag ja nicht mehr darum gegangen, dass die Mehrheit zustande kommt, sondern bloß noch, wie hoch sie ausfällt. Und die ist ja dann auch erstaunlich hoch gewesen mit einem ganzen Berg Stimmen aus der CDU. Sogar aus der CSU sind ein paar „Ja“-Stimmen gekommen.

Das ist alles noch nicht völlig in trockenen Tüchern, weil ja schon ein paar Leute von vorgestern gesagt haben, dass sie damit nach Karlsruhe wollen, aber ich glaube: Wirklich aufhalten kann das niemand mehr. Und das ist gut so.

Dennoch fühle ich mich überrumpelt deswegen. Weiterlesen