Herbst

Seit dem letzten Wochenende lässt es sich nicht mehr leugnen: Es ist Herbst geworden. Der Sommer ist nun wirklich vorbei, die Blätter an den Bäumen werden nun allmählich gelb, gold und braun, bis sie ganz abfallen.

Um diese Zeit im Jahr hat mein Vater führer immer den Koks für den Winter kommen lassen.

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Harvst

Siet ’n lotern Weekenenn loot sik dat nich mehr leugnen: Dat is Harvst worrn. De Sommer is nun weerklich vorbi, de Blätters an de Booms weern nu bileten geel, güllen und bruun, bit se ganz avfallen.

Um düsse Tiet in’t Johr hett mien Vadder freuher jümmers ’n Koks för’n Winter kamen loten. Weiterlesen

Männer lesen keine Bedienungsanleitung

Schon gar nicht, wenn es um Geräte geht, die man nur ein einziges Mal technisch einrichten muss und die dann (hoffentlich) auf ewig so laufen. Wenn doch, vergessen sie das Gelesene gleich wieder. Sie brauchen’s ja nicht mehr. Denken sie! Weiterlesen

Häppchenweise

20141024-01

Moin! Zum Wochenende einfach mal wieder eine Häppchensammlung mit schönen Sachen, quasi als mentaler Aperitif.

Zitat-Happen

Ein Lächeln ist eine Kurve, die alles geraderückt. (Phyllis Diller)

Erinnerungs-Happen

Hamburg, Juli 2014. St. Pauli Landungsbrücken, Brücke 3. Blick auf die Elbe. Auf dem Strom zieht der Touristendampfer Louisiana Star auf Hafenrundfahrt vorbei. Hinter mir ein paar Touristen aus den US-Südstaaten, der Southern Drawl-Akzent, dickflüssig wie Schiffsdiesel, ist unverkennbar: „Whoay dou thaey imaytayte awr Missussipay-Staemurrs? Dair’re nawt even frum hair. Dis is sawch bullshet.“

Musik-Happen

Es lässt sich nicht leugnen: Das sommerliche Wetter ist ebenso vorbei wie das Goldene am Oktober. Zeit, die Sommerplaylist und die Sommeralben vom Smartphone runterzuschmeißen und das Winterrepertoire zusammenzustellen. Die ersten Album-Kandidaten: Billy Idol: Kings & Queens of the Underground – Mando Diao: Infruset – Garou: Version Intégrale – Minnie Driver: Sea Stories – Noa: Love Medicine – Curtis Stigers: Secret Heart – Rasmus Walter: Lige her, lige nu [Akustisk].

Unterwegs aufgeschnappt-Happen

Heute Morgen beim Edeka an der Kasse, die Kunden hinter mir: „Wollsse schomma bein Bäcker gehn, Küchsken für gleich nache Omma holn?“ Das kann man nicht mal mehr mit dem Urtümlichen eines Dialekts schönreden. Das tut einfach nur körperlich weh…

Freuden-Happen

Die Jahresabrechnung für Strom und Gas hat uns eine ordentliche Rückzahlung beschert. Schön, wenn die ergriffenen Maßnahmen was bringen und man so etwas Geld für den nächsten Urlaub zurücklegen kann.

Literatur-Happen

Ich liebe die plattdeutschen Kurzgeschichten von Matthias Stührwoldt. Witzig, bodenständig, ehrlich und ganz oft zu Herzen gehend. Den noch fehlenden älteren Band Gassi gahn und das gerade neu erschienene Buch Dat meiste geiht doch vörbi habe ich heute beim Bücherhöker meines Vertrauens bestellt und kann es morgen abholen. Lesestoff fürs Wochenende: Check!

Wochenendglückseligkeits-Happen

Mein Mann hat sich mal wieder selbstgebackene Franzbrötchen gewünscht. Wer kann bei diesem lieben Blick schon „Nein“ sagen?

Erkenntnis-Happen

Auch, wenn man sein altes eMail-Postfach schon über ein halbes Jahr nicht mehr nutzt, es aber aus Kündigungsfristgründen aber noch existiert, sollte man immer wieder mal reingucken – es könnte sich doch noch mal eine wichtige Nachricht anfinden…

Dumm gelaufen-Happen

Wochenausklangs-Latte Macchiato im Lieblingscafé. Der Gemahl hat einen Arzttermin, also gehe ich ausnahmsweise allein. Am Tisch gegenüber attraktive Frau von Anfang dreißig. Sie baut Blickkontakt auf, lächelt mir immer wieder zu. Kurz: Sie flirtet. Schmeichelhaft, aber aus bekannten Gründen sinnlos. Ich lächle bedauernd, halte die rechte Hand hoch und deute auf mein Rainbow-Armband. Sie versteht, doch statt die Sache mit Humor zu nehmen, wirft sie mir böse Blicke zu und einen Geldschein auf den Tisch und stapft wütend raus. Tja, wir sind wohl doch Ganoven…

Schönes Wochenende!!!

Zu dir oder zu mir?

????????????????Wenn ich an einem Morgen mitten im Oktober wach werde, mir die Bettdecke zuviel ist, ich völlig verschwitzt bin und tierische Kopfschmerzen habe, dann ist der Grund dafür weder leidenschaftlicher Matratzen-Mambo noch eine durchzechte Nacht noch eine heftige Erkältungsattacke. Mein Mann hat lediglich die Heizsaison eröffnet.

In nichts sind mein mir Angetrauter und ich so inkompatibel wie im winterlichen Heizverhalten. Ich vermute, dass ich irgendwo einen Polarfuchs im Stammbaum sitzen habe oder mein wahres Sternzeichen Eisbär, Aszendent Pinguin ist. Mir reicht nämlich eine Zimmertemperatur von etwa 17, 18 Grad Celsius in der Bude vollkommen aus. Wenn mir doch mal kalt ist, ziehe ich einfach dickere Plünnen über. Was natürlich etwas widersprüchlich ist, wenn man bedenkt, dass ich im Sommer erst bei Shorts-Flipflops-T-Shirt-Wetter mit Temperaturen ab 25 Grad so richtig aufblühe. Doch in freier Abwandlung von Lady Grantham aus Downton Abbey: „I’m a gay, and I can be as contrary as I choose.“

Wie dem auch sei, ich hasse künstlich von der Heizung erwärmte Luft wie die Pest. Ich komme mir dann immer vor, als würde man mich in eine Zwangsjacke stecken, die jemand aus auf doppelte Leistung gepimpten Heizdecken zusammengeklöppelt hat.

Anders mein Mann, dem kann es gar nicht muckelig genug sein. Wenn’s nach ihm ginge, würde unsere Heizung den Winterreifen folgen – aktiv von O bis O, von Oktober bis Ostern.

Dank so konträrer Bedürfnisse geht es bei uns schon mal recht frostig zu, selbst wenn das Thermometer anderes behauptet.

Die verschiedenen Bedürfnisse bei der Raumtemperatur haben natürlich auch Auswirkungen auf die Körpertemperatur. Behauptet zumindest mein Mann. Und so muss ich nach sechzehn Jahren in einer gemeinsamen Wohnung tatsächlich immer noch das Zu dir oder zu mir-Ritual durchlaufen, das doch eigentlich nur Bestandteil der ersten zwei, drei Dates ist:

„Kommst du noch zu mir zum kuscheln?“ – „Kuscheln ja, aber bestimmt nicht in deinem Kühlhaus. Und erst recht nicht, wenn unter der Bettdecke deine Füße warten, mit denen du Sauerkraut schockfrosten kannst!“

Pure Einbildung! Kein Zweifel möglich. Ich meine, wenn mir nicht kalt ist, wie kann ich da kalt sein? ‚N büschen frisch vielleicht…

Inzwischen haben wir die Sache ein wenig geregelt: Mein Zimmer, in dem mein Schreibtisch und mein Bett stehen, wird nur dann geheizt, wenn ich es will (also so gut wie gar nicht), im Rest der Wohnung ist mein Mann der Gebieter über die Thermostate an den Heizkörpern. Da soll noch mal einer behaupten, die wahre Macht in einer Familie liegt bei dem, der die Kontrolle über die Fernsehfernbedienung hat.

Ein Bett für den Kartoffelbrei

KartoffelbreiÜberall hört man man vom Energiesparen, und es gibt die tollsten Modelle dafür, ich brauche sie gar nicht aufzuzählen. Keine Verbrauchersendung in Funk und Fernsehen, keine Zeitungsrubrik, die uns nicht täglich die neuesten sensationellen Tips verrät.

Unsere Großeltern und Urgroßeltern können darüber nur müde lächeln. Die waren nämlich lange vor uns in der Verlegenheit, mit wenig Energie auszukommen. Damals nannte sich das nur nicht Umweltschutz sondern Stromsperre und war ein (nach)kriegsbedingter Auswuchs, mit dem es gewitzt umzugehen galt.

Wir können uns das heute gar nicht mehr vorstellen – wir werden ja schon hysterisch, wenn mal die Sicherung rausfliegt und für fünf Minuten das Internet nicht funktioniert, wir unser Smartphone nicht aufladen können. Von unserem Kaffeevollautomaten gar nicht erst zu reden!

Doch Generation Oma hatte gar keine andere Wahl, wenn es nur ein oder zweimal am Tag für nur jeweils eine Stunde Strom (und auch Gas gab). Das ganze war obendrein noch streng kontingentiert, und wer am Monatszehnten (oder vielleicht sogar eher…) seine Ration schon aufgebraucht hatte, konnte bis zum nächsten Ersten seine Kartoffeln einzeln über einer Kerzenflamme einem Hindenburglicht rösten.

Doch Not macht bekanntlich erfinderisch. Beim Kochen beispielsweise: Sollte es etwa Stampfkartoffeln geben, wurden die Kartoffeln ganz normal geschält und dann in einen Topf mit Wasser gegeben. Deckel drauf, ab auf den Herd damit, und zwar gerade eben nur so lange, bis das Wasser richtig zu sieden anfing. Dann musste es ganz schnell gehen: Flamme aus, den Pott in zwei Handtücher, noch eine dicke Wolldecke drum und dann das Ganze unter die dicken Winterplumeaus ins Bett gepackt. Nun musste man noch einfach zwei, drei Stunden Geduld haben, und dann waren die Kartoffeln weich genug, um gestampft zu werden. Manchmal waren sie sogar schon so zerfallen, dass einfaches Rühren reichte. So wurde mit allen Gerichten verfahren: Eintöpfe, Äpfel fürs Kompott, Hühnerbrühe mit Reis, Graupensuppe, Haferschleim… Alles wurde zum Fertiggaren in die Heia gebracht.

Manch handwerklich begabter Mitmensch der damaligen Zeit erlebte einen wahren Kreativitätsschub. Mit Hilfe alter Koffer, Nachtkommoden, Wäschetruhen, vor allem aber ausrangierten Kissen und Decken wurden ganz raffinierte Kochmöbel gebaut, doch die meisten waren mit der Bettmethode vollkommen zufrieden. Was aus einmal aus der Not geboren wurde, entwickelte sich später, als Gas- und Stromsperre der Vergangenheit anhörten, zum echten Modell für das Portemonnaie der sparsamen Hausfrau, zumal diese Methode auch zum Warmhalten bestens geeignet war. Meine Oma selig hat bis zum Schluss so gekocht und durfte sich jedes Jahr über eine satte Rückzahlung bei der Stromabrechnung freuen, während alle um sie herum über die Nachzahlung stöhnten.

Natürlich braucht diese Methode einiges an Zeit, zumal jedes Gericht verschieden lange dauert, aber was soll’s? Wenn man den organisatorischen Dreh raus hat, funktioniert es ganz wunderbar. Ich hab’s erst heute wieder einen Pott Kartoffeln so „gekocht“.

Inzwischen kommt dieses langsame Kochen wieder richtig in Mode, nennt sich Slow Cooking im Crock Pot, gilt nicht nur als energiesparend wegen des geringen Verbrauchs, sondern auch als unheimlich gesund, weil so schonend gegart wird, und kostet in der Anschaffung erstmal einiges an Geld. Ich bleib da bei der von Oma gelernten Methode – dafür habe ich alles da und ich freue mich jedes Jahr über eine satte Rückzahlung bei der Nebenkostenabrechnung, während um mich herum…