KO oder OK?

Reisetagebuch 2018 – Teil 4

Hamburg – Mittwoch, 15.08.2018 – abends in der HafenCity

Junge, Junge – was für ein Tag. Da das Bergfest gestern schon war, gibt’s heute eine etwas verspätete Halbzeitbilanz „Hamburg 2018“:

Mir geht es gesundheitlich zwar besser als im letzten Jahr, aber wenn etwas rund dreiundzwanzig Jahre in dir schlummert, um irgendwann erneut fröhliche Urstände zu feiern, sollte man nicht mit einer Wunderheilung rechnen. So schön wie die Zeit bisher auch war – Weiterlesen

30 Filme, die… (Teil 3)

… die mit ihren schaffenden Künstlern bleibenden Eindruck bei mir hinterlassen haben.

Schon wieder ist eine Woche fast vorüber. Das Wochenende naht und damit der nächste willkommene Anlass, ins Kino zu gehen – und sei es nur das heimische Pantoffelkino. Vielleicht ergibt sich (nach Teil 1 und Teil 2) aus dem 3. und letzten Teil der Film-Challenge die ein oder andere Gelegenheit für Kintopp-Freunde, die wie ich eher nostalgisch veranlagt sind: Weiterlesen

30 Filme, die… (Teil 2)

… die mit ihren erschaffenden Künstlern einfach zu meinem Leben dazugehören. Beim letzten Mal gab es die Beantwortung der Fragen 1 – 10 dieser Challenge, heute geht es mit den Nummern 11 – 20 weiter: Weiterlesen

30 Filme, die… (Teil 1)

… mich gemeinsam mit ihren beteiligten Künstlern bisher durchs Leben begleitet haben: Auf diese „Challenge“ bin ich heute gestoßen, und auch wenn mein letzter Kinobesuch schon eine ganze Weile her ist – warum sollte ich die Gelegenheit nicht nutzen, um meine kleine Kintopp-Welt vorzustellen?

Los geht’s: Weiterlesen

Für immer und ewig

Hier in Deutschland war es bereits Oktober, als plötzlich niemand mehr an heißen südlichen Rhythmen vorbeikam, die sich mit Oldieklassikern mischten. Der Herbst dieses speziellen Jahres gestaltete sich so leidenschaftlich schwül wie der Sommer, in welchem die Filmstory angesiedelt war. Überall wurden Hebefiguren geübt, die Verkäufer von Tanzschuhen meldeten Umsatzrekorde, die Tanzschulen selbiges bei ihren Anmeldezahlen.

Aber vor allem: Was haben wir nicht geschmachtet, geseufzt und geträumt! Je nach persönlicher Disposition wollte man so cool sein wie der Held oder man träumte sich in seine Arme, nämlich an Stelle der Heldin. Weiterlesen

Erntedank

Erntedank? Im Februar? Falsche Jahreszeit, hm?

Richtig, liebe Leser, genau das dachte ich auch. Doch wie so oft im Leben begann auch die heute zu berichtende Begebenheit damit, dass eigentlich etwas ganz anderes geplant war. Weiterlesen

Montagserkenntnis

Um 1990 habe ich das meiste Vinyl aus dem Haus gegeben, weil CDs weniger Platz brauchen und obendrein das blöde Knistern wegfiel. Neuanschaffungen kamen nur noch als CD ins Haus.

Um 2010 habe ich meine CD-Sammlung von rund 4.000 Scheiben auf nur noch rund 10 % davon verkleinert, weil mp3 noch weniger Platz braucht und noch weniger störungsanfällig daherkommt als CD. Neuanschaffungen kamen nur noch als mp3 ins Haus.

Um 2015 wurde ich – zumindest im Bereich der Musik aus der Zeit vor dem 31.12.1969 – immer unzufriedener mit dem sterilen, leb-, stil- und seelenlosen Sound von diesem digitalen Rotz. Weiterlesen

Schockierende Entwicklung

Meine Mutter war sechsundvierzig, als mein Großvater sie eines Tages unvermittelt fragte: „Wie lange willst du das eigentlich noch machen?“

Worauf meine Mutter genau so wie wir anderen bei der freitäglichen Familienkaffeestunde vollkommen verständnislos aus der Wäsche guckte. „Was?“

„Na, diese moderne… äh, Musik.“

Es war 1995, und im Radio lief gerade Scatman. Ein Lied, bei dem meine Mutter recht lebhaft „mitging“, was für sie ein wenig ungewöhnlich war, aber auch bedeutete, dass ihr dieses Stück von Scatman John sehr gefiel.

Heute sind die Grenzen da ja ziemlich verschwommen und Greise hören Techno ebenso wie sich Teenager Tickets für den Musikantenstadl on Tour kaufen, aber vor zweiundzwanzig Jahren funktionierte die natürliche Trennung der Generationen im Bereich der Musik noch recht zuverlässig: Weiterlesen

Drei Tage vor dem Ersten…

… ist das Leben bekanntlich am schwersten. Besonders schwer wird es, wenn es nicht nur drei Tage sind, sondern noch vier Tage zuzüglich der letzten Stunden des heutigem Freitag. Man kann im Übrigen noch ein Schüppchen drauflegen, wenn man nämlich noch einen ganzen Monat dranhängen muss, so dass aus vier Tagen ganz fix derer vierunddreißig werden. Weiterlesen

Heimlicher Star

Ganz allmählich arbeitet sich ein bestimmter Artikel immer höher in der statistischen Auswertung der meistgelesenen Beiträge hier im Blog. Jede Woche kommen mindestens zwei, drei neue Aufrufe hinzu – etwas, das nur mit wenigen Artikel passiert, die älter als ein halbes Jahr sind.

Ich würde nicht behaupten, dass es Weiterlesen

Fanclub? Nein, danke!

20141029-01Gestern Abend bin ich bei Facebook eingeladen worden, Mitglied der Fangruppe eines britischen Künstlers zu werden, den ich sehr schätze. Ich habe abgelehnt. Das journalistische Trara der letzten Tage nach der Parodie auf eine bekannte Sängerin durch die Komikerin Carolin Kebekus hat mich daran erinnert, warum ich selber jegliche Aktivitäten als organisierter Fan komplett eingestellt habe.

Fan zu sein ist eigentlich ganz schön. Man hat etwas, das einem Freude bereitet, und kommt darüber hinaus noch in Kontakt mit anderen Menschen, die ähnlich empfinden. Problematisch wird es oft erst, wenn das Ganze organisierte Formen annimmt. Ich war selber jahrelang Mitglied eines Fanclubs einer international bekannten Sängerin, hab’s bis zum stellvertretenden Vorsitzenden gebracht mit allem Drum und Dran, vor allem ganz viel Fanbetreuung.

Zu Anfang hat es sehr viel Spaß gemacht, doch irgendwann mehrten sich die Fans, denen jedes gesunde Maß fehlte, die den Star auf einen so hohen Sockel stellten, dass es an Götzenverehrung erinnerte.

Solche Fans sind beängstigend. Jede Kritik ist bei ihnen verboten. Dabei ist konstruktive Kritik doch genau das, was jeden Menschen wachsen lässt. Doch in den Augen dieser Fans ist alles von „ihrem“ Künstler ab-so-lut per-fekt. Dass der Star sich hingegen bei Meet & Greet-Veranstaltungen öffentlich dankbar für Kritik zeigt und dafür, wenn nicht zu allem „Ja und Amen“ gesagt wird, interessiert diese Fans nicht. Für sie ist Star X gottgleich und somit unfehlbar.

Zudem bekommen diese Fans nie genug, verlieren jedes Augenmaß für eine gesunde Distanz. Da ist zum Beispiel die ständige Forderung nach Songmaterial, das seit Jahren unveröffentlicht in den Archiven ruht. „Das ist er/sie uns schuldig! Ohne uns wäre er/sie nix geworden!“

Entschuldigung, aber ein Star schuldet seinen Fans nichts. Rein gar nichts. Klar, die Entscheidung für eine solche Karriere in der Öffentlichkeit ist freiwillig und die Fanbegeisterung trägt den Star. Trotzdem bringt sie eine Menge Verzicht mit sich, wenn besagter Star für die Fans Woche um Woche auf Tour, im Studio, in TV-Shows verbringt, ständig im Fokus der Allgemeinheit und keinen Atemzug tun kann, der nicht beäugt und kommentiert wird. Insofern sind die Fans in der Schuldnerposition – ihre Forderungen sind irrelevant, vielmehr schulden sie ihrem Star den Respekt vor dessen Entscheidungen.

Eine solche Ansicht sollte man nicht offen aussprechen, wenn man in einem Fanclub aktiv ist. Denn dann kann ein Sturm losbrechen, gegen den die Reiter der Apokalypse wie kalifornische Men Stripper daherkommen. Von ABBA über Helene Fischer und Madonna bis ZZ Top: Es zieht sich durch alle Äras und Musikstile – und betrifft neben Musikern auch Schauspieler, Schriftsteller, Fußballer, Fußballvereine, Adelshäuser, die Fantasywelt von Harry Potter und Herr der Ringe… Die Reihe ließe sich beliebig fortsetzen.

Mir kommt gerade eine Szene aus The Golden Girls in den Kopf: Dorothy ist wegen einer unpassenden Bemerkung aus Blanches Elvis Presley-Fanclub geworfen worden. Blanche rät: „Vielleicht solltest du dir eine Gruppe suchen, die etwas weniger fanatisch in ihrer Ergebenheit ist“. Darauf Dorothy: „Wie was, Blanche? Die PLO?“

Genau so habe ich mich in meinem Fanclub kurz vor dem Ausstieg auch gefühlt. Beschimpfungen, Verleumdungen und was weiß ich noch alles von seiten dieser Über-Fans vergifteten zunehmend das Klima. Fan = Fanatismus. Hier stimmte es, und es hat mir wirklich Angst bereitet. An diesem Punkt konnte ich nur aussteigen. Das Geschehene hat meine Einstellung zum Fan-Sein vollkommen verändert. Ich höre „meine“ Künstler nach wie vor gerne, doch mich nochmal fanmäßig organisieren?

Im Leben nicht.