Kein dutzi-dutzi-dutzi mehr

Es ist jetzt etwa ein oder zwei Wochen her. Da habe ich in der Zeitung über einen Prozess gelesen, der dieser Tage jemandem gemacht wird, bei dem die Staatsanwaltschaft glaubt, dass er einen Mann und seinen Lebenpartner brutal überfallen hat.

In dem Artikel ist von den beiden Opfern immer als „das Pärchen“ die Rede gewesen. Ich habe mich darüber ziemlich gewundert. Das ist nämlich immer so: Wenn so ein Zeitungsartikel von einem Mann und einer Frau als die beiden Opfer berichtet, heißt es immer ganz seriös „das Paar“. Ober bei zwei Männern oder auch zwei Frauen wird das immer zu „das Pärchen“ verniedlicht.

Ich will jetzt nicht die ganz große Keule rausholen und sofort wieder von Diskriminierung reden – aber so einen kleinen Beigeschmack von „dutzi-dutzi-dutzi, so eine Konstellation muss man nicht ganz ernst nehmen“ hat das ja doch.

Wobei – wenn ich jetzt so darüber nachdenke… Weiterlesen

Keen dutzi-dutzi-dutzi mehr

Dat is nu so een ode twee Weken her. Dor heff ik in de Tiedung över een Prozess leesen, deen düsser Tag een mookt ward, bi den de Staatsanwaltschap dinkt, datt he een Mann un sien Levenspartner brutal överfallen hett.

In den Artikel is vun de beiden Opfern jümmers as „dat Pärchen“ schnackt worrn. Ik heff mi doröver bannig wunnert. Dat is neemich jümmers so: Wenn so een Tiedungsartikel vun een Mann un een Froo as de beeden Opfers vertellt, dann heet dat ganz seriös „dat Paar“. Ober bi twee Mannslüüd oder ook bi twee Froonslüüd verniedlicht se dat jümmers to „dat Pärchen“.

Ik will nu nich de ganz grote Keul ruthol’n un sofort al wedder vun Diskriminierung schnacken – ober so’n lütten Bigeschmack vun „dutzi-dutzi-dutzi, so eine Konstellation muss man nicht ganz ernst nehmen“ hett dat jo doch.

Wobi – wenn ik dor nu so övernordink… Weiterlesen

Verzeiht – es ist Montag!

O-haue-ha! Da hab‘ ich ja vielleicht Mist gebaut im letzten Artikel heute Vormittag. Ich habe aus Versehen  und purer Montagsdröhnbüddeligkeit die Fragen beantwortet, die Weiterlesen

Willkommene Einmischung

20141105-1Vieles von dem, was uns die Politiker auf Kommunal-, Landes-, Bundes- und Europaebene an Bestimmungen und Gesetzen aufs Auge drücken, kann man mal mehr, mal weniger zu recht als Gängelei empfinden, als unerwünschte und unzulässige Einmischung in das Leben von mündigen Bürgern, die sich in ihrer Entscheidungsfreiheit eingeschränkt sehen. Und bei einigen Dingen, wie etwa dem höchstzulässigen Krümmungsgrad von Gurken oder Bananen, fasst man sich mitunter entsetzt an den Kopf und denkt: „Haben die eigentlich nichts Besseres zu tun???“

Es gibt aber durchaus sinnvolle Zwangsmaßnahmen, wenn man’s denn so nennen will. Heute hat unser Vermieter die gesetzlich vorgeschriebenen Rauchmelder montieren lassen. Auch da mag es Leute geben, die sagen: „Ob ich das will oder für nötig befinde, kann ich auch selber entscheiden.“

Klar, kann man. Macht man nur selten. Denn alles, was irgendwie Gefahr für Leib und Leben darstellt schiebt man doch viel zu gerne von sich, verdrängt es, sperrt es aus den Gedanken aus. Patientenverfügung, Testament, Bestimmungen für die eigene Beerdigung, Organspendeausweis, whatever. „Ja, ja, ich weiß – mach ich in einer stillen Minute.“

Viel zu selten nimmt man sich diese stille Minute. Ich weiß, wovon ich rede. Vor etwa zehn Jahren sind wir hier in unserem Haus einer Feuerkatastrophe entronnen. Es war wirklich ’ne knappe Kiste, nur durch einen glücklichen Zufall ist fast allen von uns der Ritt op Düwels Schuuvkarr (auf Teufels Schubkarre) erspart geblieben. Zwei Todesopfer durch Rauchvergiftung waren dennoch zu beklagen.

Danach war man ein förmlich gebranntes Kind. Rauchmelder müssen ins Haus, das hatte sich jeder fest vorgenommen. „Sobald wir die Brandspuren beseitigt haben, besorgen wir uns die Dinger.“

Dieser Vorsatz war aber genau so schnell vergessen wie jene, die man zu Neujahr trifft. Direkt nach dem Feuer war es vielleicht sogar verständlich – man musste mit dem Schock klarkommen, dass man mehrere Stunden in einer kalten Dezembernacht draußen verbracht hat und lange nicht wusste, wie alles ausgehen würde, ob man nicht alles verlieren würde. Und das kurz vor Weihnachten! Natürlich sehnt man sich da nach Ablenkung, wenn’s vorbei ist und man nochmal davongekommen ist. Aber danach waren es wirklich nur noch Ausreden, warum man keinen Rauchmelder mitgebracht hat.

Nun hat uns der Gesetzgeber also die Entscheidung abgenommen. Und ganz ehrlich? In diesem Fall finde ich das verdammt gut.

Denn Rauchmelder können wirklich Leben retten. Der eine Nachbar nämlich, der sich tatsächlich noch am Tag nach dem Feuer Rauchmelder gekauft hat, war ein halbes Jahr später verdammt dankbar dafür, als ihn mitten in der Nacht ein lautes „Piiiiiiiiiiieeeeeeeeeep“ an die vergessene Kerze im Wohnzimmer erinnert hat und zum Glück nur sein Tisch und der Teppich ruiniert waren.

Also Leute: Rauchmelder ins Haus. Wer zur Miete wohnt, bekommt sie sowieso, dafür sorgt der Vermieter. Wenn er damit schlampt: Macht ihm Druck! Und wer selber für sein Eigentum verantwortlich ist: Ab in den Baumarkt. Heute noch. Sich rausreden gilt nicht.