Schlag nach bei Goethe

Na, Altjahrsabend gut überstanden? Bei meinem Mann und mir ist da alles ganz ruhig und gelassen abgelaufen. Zwanzigachtzehn ist so ein turbulentes Jahr gewesen, dass wir auf die letzten Meter einfach keinen Bock auf großes Theater hatten. Mein Mann ist sogar um halb zehn in den Buntkarierten gewesen. Fünf Minuten vor Mitternacht habe ich ihn kurz geweckt, um Punkt zwölf hat es einen Kuss, beste Wünsche für zwanzigneunzehn und einen Schluck Sekt gegeben, und dann hat er sich wieder umgedreht. Ich selber habe die meiste Zeit gelesen, und als so gegen eins, halb zwei das Feuerwerk allmährlich weniger geworden ist, habe ich – genau so, wie ich das auch an Heiligabend mache – den Abend auf meine eigene Art zu Ende gebracht: Weiterlesen „Schlag nach bei Goethe“

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Kiek no bi Goethe

Na, Altjohrsobend goot överstannen? Bi mien Mann un mi ist dat alln’s gaaaaanz sinnig un suutje aflopen. Tweedusenunachtteihn is so’n turbulentet Johr wesen, datt wi op de letzten Meter eenfach keen Bock op grootet Bohei harrn. Mien Mann is sogar um halvig teihn in de Bontkareerten weesen. Um fief Minuten vöör Mitternacht heff ik ehm kurz weckt, um Klock twölv hett dat ’n Kuss, beste Wünsche föör tweedusenundnegenteihn un ’n Sluck Prickelbrause geeven, un denn hett he sik wedder ümdreiht. Ik sölvs heff meisttiets lesen, un as so gegen Klock eent, halvig twee dat Füerwark bileten weniger worrn is, heff ik – jüst as ik dat ook an Hilligovend mook – den Obend  op mien eegen Art to’n Enn bracht : Weiterlesen „Kiek no bi Goethe“

Wie? Jetzt schon?

Wenn ich an jedem Donnerstag um kurz vor acht für meinen allwöchentlichen medizinischen Termin das Haus verlasse, ist das ein Routinemarsch wie der Weg zum Job: Feste Strecke, festes Ziel, immer die gleichen Leute, immer zur gleichen Zeit. Einziges Zeichen von Veränderung sind die Blätter an den Bäumen im Kreislauf der Jahreszeiten. Selbst der Aufbau des hässlichsten Adventsgesteckes der Welt, also des riesigen Weihnachts-„Baumes“, auf dem Dortmunder Weihnachtsmarkt ab Ende Oktober wird nicht viel anders wahrgenommen. Nämlich gar nicht. Weil es Gewohnheit ist.

Heute Morgen habe ich es dann doch mal wahrgenommen: Weiterlesen „Wie? Jetzt schon?“

In Hamburg sagt man „Tschüß“

Reisetagebuch 2018 – Teil 6

Intercity 2213 Hamburg -> Dortmund, zwischen Bremen und Osnabrück – Freitag, 17.08.2018 – am Nachmittag

Wenn sich da mal nicht ein Kreis schließt. Der Urlaub endet, wie er auch begonnen hat: Geänderte Waggonreihenfolge, aufgehobene Sitzplatzreservierungen, und wieder habe ich meinen bei der Buchung eigens auf dem Waggonplan rausgesuchten Einzelplatz nicht bekommen. Stattdessen teile ich mir ein 1.-Klasse-Abteil mit fünf anderen Reisenden, die von der nicht funktionierenden Klimaanlage genauso „begeistert“ sind wie ich. Aber unsere Konstellation passt: Weiterlesen „In Hamburg sagt man „Tschüß““

Aretha, Amerigo und ein bisschen Arbeit

Reisetagebuch 2018 – Teil 5

Hamburg – Donnerstag, 16.08.2018 – morgens im Hotel

Was für eine Ungerechtigkeit. Da wirst du morgens wach und hörst als erstes in den Radionachrichten, dass Aretha Franklin tot ist. Als ob das nicht schon schlimm genug wäre, bekommst du drei Minuten später den neuesten Schlager der Saison von irgendeinem deutschen Sangesternchen um die Ohren gehauen und damit erstmal so richtig vorgeführt, mit welcher Lücke wir zurückgelassen werden. Im Hintergrund hörst du dabei den großen Vinylius – oder wer immer der Schutzpatron der Popmusik ist – grausam lachen.

Weiterlesen „Aretha, Amerigo und ein bisschen Arbeit“

KO oder OK?

Reisetagebuch 2018 – Teil 4

Hamburg – Mittwoch, 15.08.2018 – abends in der HafenCity

Junge, Junge – was für ein Tag. Da das Bergfest gestern schon war, gibt’s heute eine etwas verspätete Halbzeitbilanz „Hamburg 2018“:

Mir geht es gesundheitlich zwar besser als im letzten Jahr, aber wenn etwas rund dreiundzwanzig Jahre in dir schlummert, um irgendwann erneut fröhliche Urstände zu feiern, sollte man nicht mit einer Wunderheilung rechnen. So schön wie die Zeit bisher auch war – Weiterlesen „KO oder OK?“