Peinliche Namen

Am letzten Plattdeutschtag hier im Blog (bzw. bei der hochdeutschen Übersetzung) habe ich ja davon erzählt, dass es einen Unterschied zwischen der Sprache in der Stadt und der Sprache auf dem Land gibt. Aber das war mehr ein generelles Thema.

Im Mikrokosmos unserer Beziehungen haben wir alle aber auch noch Weiterlesen

Peinliche Nomens

Bi’n letzten Plattdüütschdag hier in’n Blog heff ik jo dorvun vertellt, datt dat ’n Ünnerscheed twüschen den Schnack inne Stadt und den Schnack buten op’n Land gifft. Ober dat wor mehr so’n generellet Thema.

In’n Mikrokosmos vun unsere Beziehungen hebbt wi all ober ook no Weiterlesen

Tatort Waschküche

„Hausarbeit kann dich nicht umbringen, aber warum was riskieren?“*

Die US-Komödiantin Phyllis Diller hat in ihrer Karriere manch gute Pointe platziert. Aber mit dieser liegt sie völlig daneben. Haushalt kann einen sehr wohl Weiterlesen

Leser-Top-10, # 10

Alte Geschichten sind was Herrliches, wenn Oma und Opa sie erzählen. Obwohl sie sich immer gleich anhören – wie eine wieder und wieder abgespielte Schallplatte – macht es einfach Spaß, ihnen zuzuhören.

Auch wenn mir das Privileg, Großvater zu werden, aus verwehrt bleiben wird (die Gründe dafür Weiterlesen

Segen der Faulheit

„Ich denke nicht, dass Erfindungen aus Notwendigkeit heraus geboren werden. Erfindungen entspringen, meiner Meinung nach, aus Müßiggang, vielleicht sogar Faulheit – um sich Mühen zu ersparen.“ – Agatha Christie

Weiterlesen

Der weiße Faden

20141202-1Wenn sich etwas kontinuierlich durch ein Buch, einen Film oder gar ein reales Leben zieht, nennt man das allgemein den roten Faden. Bei meinem Mann und mir gibt es auch einen weißen Faden. Bei der Hausarbeit.

Unser Fußboden im Wohnzimmer wird von blauen Teppichfliesen niederländischer Herkunft geziert. Pottenhässlich, wie ich finde, und mit ihrer kratzigen Struktur total unangenehm für ein echtes Fußbodenkind wie jemanden wie mich, der gerne bäuchlings vor der alten Musiktruhe Baujahr 1959 liegt und beim Lesen Vinyl und Schellack hört. Eine flauschige Decke als Unterlage ist da unverzichtbar. Aber eins muss man diesen Fliesen lassen: Sie sind nicht totzukriegen. Bei meiner Oma selig haben solche Dinger vierzig Jahre im Hausflur gelegen und sahen auch am letzten Tag noch aus, als würden sie mühelos ein ganzes Jahrhundert schaffen.

Auch unsere Fliesen sind ähnlich robust (in mir keimt gerade die schauerliche Erkenntnis, dass wir dann nur noch schlappe 80 Jahre mit denen vor der Schürze haben): Glas Rotwein umgekippt? Kein Problem. Fliese rausnehmen, unter heißem Wasser abspülen, trocknen lassen, wieder einsetzen – sieht aus, als wär nix gewesen.

Nur das Staubsaugen ist etwas schwierig – Krümel, Papierschnipsel aus dem Locher und ähnliches Kleinzeug werden von den Fasern festgehalten wie Insekten an einem Fliegenfänger. Mir Jemandem ist mal ein Teller mit Toastkrumen runtergefallen, und am Ende wäre es vermutlich schneller gegangen, wenn ich man jeden einzeln mit einer Pinzette aufgepickt hätte statt nur den Staubsauger zu holen.

Ganz schlimm sind die weißen Fäden, denn die sind nicht nur widerspenstig, wir haben auch keinen blassen Schimmer woher die kommen. Wir haben keine weißen Vorhänge, wir haben keine weißen Kissenbezüge, wir haben keine weißen Handtücher, ja wir haben nicht mal weiße Socken. Trotzdem: Wenn man den Staubsauger gerade weggepackt hat und zurück ins Wohnzimmer kommt, hat sich immer, wirklich und wahrhaftig immer an irgendeiner obskuren Stelle ein weißer Faden in den Teppich geschlängelt wie eine Boa Constrictor, die einem Ozelot eine nicht ablehnbare Einladung zum Essen ausgesprochen hat.

Ich hab‘ da so eine Theorie. Könnte es sein, dass unsere Rumpelkammer nicht nur mit unserer Waschmaschine verbunden ist, sondern auch mit den Teppichfliesen und sämtlichen Nachbars-Waschmaschinen im Haus ein geheimes Netzwerk bildet…?

Sonntagszwischenruf

Messer

Heute: Altes Wissen

Ganz egal, ob man nun Damen wie Carol Brady (Drei Mädchen und drei Jungen) aus den USA als Vorbild nimmt oder sich in heimischen Gefilden bei Angi Schumann (Ich heirate eine Familie) umschaut – in den Serien aus der Frühzeit meiner Generation sind es immer die Mütter, die große und kleine Katastrophen zu aller Zufriedenheit richten.

Aber wo wir grad so nett unter uns sind – ist das nicht ein falsches Bild? Auch wenn unsere Mütter zeitgeisthalber noch hauptsächlich die klassische Rolle der „Nur-Hausfrau“ ausgefüllt haben – und das ganz vorzüglich, wie ich ausdrücklich betonen möchte – die Kniffe des Lebens kennen wir doch eigentlich alle von unseren Großmüttern. Kein Klönschnack über Koch- und sonstige Haushaltstricks, in dem nicht irgendwann der bedeutungsschwangere Satz fällt „Meine Oma hat auch immer…“

Darum fiel mir auch gleich meine eigene Oma ein, als mein mir Angetrauter es heute geschafft hat, sich beim Herausholen des Waffeleisens aus einem höheren Regal unserer RumpelSpeisekammer selbiges auf die Schläfe fallen zu lassen: Schnell zum Besteckkasten gerannt, ein ganz normales Butterbrotmesser rausgeholt und kühlend auf die betroffene Stelle gelegt. Et voilà – von dem Malheur ist nix zu sehen.

Carol Brady und Angi Schumann hätten das grantiert nicht gewusst!

Murphy kann mich mal!

Auch so genannte Markenware hat irgendwann mal das Ende ihrer Haltbarkeit erreicht. Aber warum, verflixt nochmal, muss sowas immer im unpassendsten Moment passieren? „Das Nutellabrot fällt immer auf die Marmeladenseite“ oder wie auch immer der Spruch von diesem Herrn Murphy lauten mag. Jedenfalls hat nach langen treuen Diensten dieser Brausekopf am Schlauch (den fachlich korrekten Namen könnte mein Mann als versierter Handwerker hier beiläufig einstreuen, aber der ist gerade für ein paar Tage verreist) in der Küche seinen Geist aufgegeben. Statt ganz normal ins Spülbecken zu laufen, spritzte das Wasser wild in der Gegend rum und ersparte mir fast die Dusche an dem dafür üblicherweise vorgesehenen Ort.

Das war gestern. Und was war gestern? Weiterlesen

Sockentriumph

Eigentlich sollte ich über dem Manuskript für meinen nächsten Roman brüten, doch was gerade passiert ist, muss ich einfach rasch erzählen.

Vor nicht mal zehn Minuten kam mein mir Angetrauter ganz zerknirscht zu mir ins Arbeitszimmer, ich möge doch bitte mal mitkommen. Also folgte ich ihm ins Wohnzimmer an seinen Rechner; er hatte die Mediathek einer Verbrauchersendung aufgerufen und schaute gerade einen Bericht, den er bei der TV-Ausstrahlung verpasst hatte. Es ging ums Wäschewaschen. Ein paar Minuten davon waren auch dem berühmten sockenfressenden schwarzen Loch in der Waschmaschine gewidmet (dessen anderes Ende bekanntlich ganz woanders liegt).

© 2014 by Gerrit Jan Appel

Was haben mein Mann und ich uns für verbale Kleinkriege darüber in sechzehn Jahren geliefert! Ich habe unbeirrbar auf der Existenz bestanden, wenn mal wieder ein Socken verschwunden war, während Männe mir mit lebenslangem Entzug des Nachtischs gedroht hat, falls ich „diesen horrenden Blödsinn“ noch einmal aufs Tapet bringen würde. Doch jetzt wurde es mit einer genauen Erklärung endlich aus dem Reich der Legenden gezogen und zur belegten Tatsache erklärt (sie werden beim Waschvorgang in den Schlitz zwischen Trommel und Türdichtung gezogen und die Pumpe erledigt den Rest). Fernsehen bildet! Ich glaube, mein Triumphgeheul war in der ganzen Stadt zu hören.

Eigentlich ist es ja ganz schön, wenn ein fast seit dem ersten Tag der Beziehung schwelender Disput zum Ende gebracht werden kann. Blöd ist nur, dass wir uns jetzt was für die nächsten sechzehn Jahre einfallen lassen müssen, es soll ja weiterhin spannend bleiben. Kennt zufällig jemand noch andere Haushaltsmythen, über die man sich herrlich in die Wolle geraten kann…?