Vincent und die Schumanns

Manchmal sind es Trivialitäten, die einen dazu veranlassen, sich mit gewissen Punkten seiner eigenen Biographie zu beschäftigen. Vorgestern bin ich bei Facebook in einen Thread über die Fernsehserie Ich heirate eine Familie gestolpert. Für alle, die es nicht kennen oder ihre Erinnerung auffrischen müssen: Ganz stark durch den Zufall und ein bisschen durch ihre Freundin Bille wird die geschiedene Angi Graf mit dem Werbefachmann Werner Schumann verkuppelt. Was er nicht ahnt – Weiterlesen

Toujours l’amour…

Kinners, ich sag euch eins: Als Mann eines Handwerkers hat man es in Sachen Romantik nicht immer leicht. Handwerker sind einfach zu nüchtern, zu pragmatisch, zu geradlinig für so etwas.

Erst gestern ist es wieder einmal geschehen. Weiterlesen

Bella Italia!

Sonntag: Der Tag der Ruhe und der Entspannung. Zumindest in jeder normalen Familie. Aber was ist schon normal?

Keine Antworten auf rhetorische Fragen, bitte.

Ich behaupte ja gerne, das homosexuelle Paare im Allgemeinen und mein Mann und ich im Besonderen sich in nichts von der so genannten „normalen“ (oder wie ich gerne sage: handelsüblichen) Familie unterscheiden. Bisweilen gibt es dann aber doch Situationen, die mich arg daran zweifeln lassen.

Am gestrigen Sonntag war es mal wieder soweit. Weiterlesen

Botschap vun de annere Siet

Gistern heff ik in’n lütten Clip op de Fratzenfiebel-Siet vun BBC Radio Fief sehen, datt een jung Froo ut England sik en Tattoo op’n Puckel hett steken loten. Dat sieht so ut as de Diagramme in’t Fernsehen bi Navy CIS ode so – düsse Wellenlinien op ’n Computerglotzkasten, wenn se mol wedder ’n Telefonschnack vun Mörders un annere Spitzbuben unnersöken möten. Wenn de junge Froo dann düsset Tattoo mit een bestümmte App föör ehrn Ackerschnacker affilmt, wannelt sik dat wedder in Ton üm un se höört de laatste Noricht, de ehr Leevlings-Grootmudder ehr op den Anrufbeantworter schnackt hett bevöör se dood bleven is.

Ik geef dat giern to: Weiterlesen

Kein dutzi-dutzi-dutzi mehr

Es ist jetzt etwa ein oder zwei Wochen her. Da habe ich in der Zeitung über einen Prozess gelesen, der dieser Tage jemandem gemacht wird, bei dem die Staatsanwaltschaft glaubt, dass er einen Mann und seinen Lebenpartner brutal überfallen hat.

In dem Artikel ist von den beiden Opfern immer als „das Pärchen“ die Rede gewesen. Ich habe mich darüber ziemlich gewundert. Das ist nämlich immer so: Wenn so ein Zeitungsartikel von einem Mann und einer Frau als die beiden Opfer berichtet, heißt es immer ganz seriös „das Paar“. Ober bei zwei Männern oder auch zwei Frauen wird das immer zu „das Pärchen“ verniedlicht.

Ich will jetzt nicht die ganz große Keule rausholen und sofort wieder von Diskriminierung reden – aber so einen kleinen Beigeschmack von „dutzi-dutzi-dutzi, so eine Konstellation muss man nicht ganz ernst nehmen“ hat das ja doch.

Wobei – wenn ich jetzt so darüber nachdenke… Weiterlesen

Keen dutzi-dutzi-dutzi mehr

Dat is nu so een ode twee Weken her. Dor heff ik in de Tiedung över een Prozess leesen, deen düsser Tag een mookt ward, bi den de Staatsanwaltschap dinkt, datt he een Mann un sien Levenspartner brutal överfallen hett.

In den Artikel is vun de beiden Opfern jümmers as „dat Pärchen“ schnackt worrn. Ik heff mi doröver bannig wunnert. Dat is neemich jümmers so: Wenn so een Tiedungsartikel vun een Mann un een Froo as de beeden Opfers vertellt, dann heet dat ganz seriös „dat Paar“. Ober bi twee Mannslüüd oder ook bi twee Froonslüüd verniedlicht se dat jümmers to „dat Pärchen“.

Ik will nu nich de ganz grote Keul ruthol’n un sofort al wedder vun Diskriminierung schnacken – ober so’n lütten Bigeschmack vun „dutzi-dutzi-dutzi, so eine Konstellation muss man nicht ganz ernst nehmen“ hett dat jo doch.

Wobi – wenn ik dor nu so övernordink… Weiterlesen

Betreutes Reisen

In den USA funktioniert es schon seit einer Reihe von Jahren ganz großartig: Reiseveranstalter chartern ein komplettes Kreuzfahrschiff und lassen eine oder gleich mehrere aufeinanderfolgende Reisen unter einem ganz bestimmten Thema stattfinden. Bei Country-Kreuzfahrten etwa sind dann nur Fans von Country Music an Bord – und nicht nur die. Für die diversen Veranstaltungen im Bordprogramm fahren die Veranstalter nicht nur Künstler auf, die auch beim Familienfest der kleinen Gemeinde irgendwo in Kentucky aufspielen. Es wird richtig geklotzt, wodurch sich auf der Liste mit den Top Acts Namen wie Brenda Lee, Vince Gill, Tanya Tucker oder Kenny Chesney finden können.

Ähnlich funktioniert das Ganze mit Kreuzfahrten, die etwa im Zeichen von Heavy Metal Musik, Hobby- & Profiköchen, Buchautoren oder Briefmarkensammlern stehen, wobei letzeres angesichts der in diesem Fachbereich verheerenden Wirkung von Wind für Außenstehende besonders lustig sein dürfte. Weiterlesen

Kei-ne Draht-klei-der-bü-gel!

Die wohl epischste Szene aus einem der gerade in schwulen Kreisen sehr beliebten Filme mit hohem „Camp“-Gehalt: Meine liebe Rabenmutter. Die von Faye Dunaway gespielte Joan Crawford verprügelt ihre Adoptivtochter mit besagtem Kleiderbügel, weil diese vergessen hat, die Einmal-Drahtkleiderbügel aus der Wäscherei gegen die richtigen zu ersetzen.

Über den Wahrheitsgehalt Weiterlesen

Am Ziel

Auf manche Ereignisse kann man nur mit einem gewissen Maß an Erstaunen blicken, weil sie Weiterlesen

Die eigene Zelle möblieren

Überall finden dieser Tage wieder die alljährlichen CSD-Veranstaltungen statt – tohuus in Hamburg geht z. B. an diesem Wochenende auf St. Georg und St. Pauli sowie rund um den Jungfernstieg mit der Gay Pride wieder richtig die Luzie ab. Allen Beteiligten wünsche ich sowohl viel Spaß als auch viel Erfolg dabei, die Themen, die uns beschäftigen, so laut kundzutun, dass sie endlich das so nötige Gehör finden.

Eines der Themen wird sicherlich auch die Kontroverse um sexuelle Aufklärung in der Schule sein, besonders um die Frage, ob über mehr aufgeklärt werden soll als nur die Heterosexualität.

Indirekt hat mich der Blog Liebe im Schatten des Regenbogens auf dieses Thema aufmerksam gemacht, in dem die Bloggerin über den Neuanfang in den Leben aller Beteiligten berichtet, seit ihr Ehemann ausgesprochen hat, selbst homosexuell zu sein. Ich folge diesem wirklich lesenswerten und wunderbar positiv denkenden Blog von fast Anfang an und empfehle ihn gerne weiter.

Zum Thema Aufklärung geht es mir insbesondere um den Artikel Warum bin ich noch da? vom 29. Juli 2015. Weiterlesen

Leser-Top-10, # 9

Gesellschaftspolitische Themen schaffen es eigentlich immer in irgendeine Top Ten – warum sollte es in der kleinen Nostalgierevue während der Sommerferien im Wortgepüttscher anders sein? Weiterlesen

Tratsch vorm Gartenhaus

Moin! Wie immer nach einem plattdüütschen Blogartikel folgt ein paar Tage später das hochdeutsche Gegenstück für die nicht-platten Freunde des Wortgepüttscher. Hier also die die Übersetzung von Sluderkrom vor’t Gortenhus vom vergangenen Montag. Viel Spaß!

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Sluderkrom vor’t Gortenhus

So fix kunn dat geihn: Letzten Freitagmorgen heff ik mi noch bannig över den „Lagerkoller“ ärgert, de no mien Sportunfall över mi kamen is, un noch an’n sölven Obend sünd sik Dingens passeert, de alln’s in’n anner’t Licht rückt hebben.

Un dorbi hätt ik dat alln’s verpasst, wenn Weiterlesen

Fragen Sie Frau Hannelore!

Gibt’s eigentlich noch diese Rubrik in Illustrierten, wo etwa eine Frau L. aus M. an der R. oder Herr W. aus H. ein Problem schildert, das dann (vermeintlich) von der weisen Frau auf dem Foto neben der etwa „Fragen Sie Frau Hannelore!“ oder „Ihr Kummer, meine Hilfe“ lautenden Überschrift gelöst wird?

Mit knapp zweiundvierzig stecke ich mitten in der Phase, in der Weiterlesen