Man ist so jung, wie man sich fühlt

Gestern Abend hat unser Nachbar auf dem Weg zurück vom Lebenmittelladen auf einen kleinen Plausch bei uns reingeschaut. Mit fast siebzig Jahren ist er nicht mehr der Allerjüngste, und darum habe ich ihm hinterher die Tasche mit seinem Grünzeug und die schweren Flaschen mit Wasser in seine Wohnung getragen. Wie das bei Nachbarn, die gut miteinander auskommen, so geht, haben wir uns gleich nochmal verquatscht. Als ich eine halbe Stunde später wieder runter in unsere Wohnung gekommen bin, fragt mein Mann mich: Weiterlesen

Een is so jung as een sik föhlt

Gestern Obend hett uns Naver op ’n Weg torüch vun’n Greunhöker op ’n lütten Schnack bi uns inkiekt. Mit meist söbentig Johrn is he nich mehr de Allerjüngste, un dorüm heff ik ehm achterno de Tasch mit sien Greuntüch un de sworen Buddels mi Woter in sien Wohnung tragen. Wie dat bi Navers, de goot miteenanner utkümmt, so geiht, hefft wi uns glieks nochmol verschnackt. As ik no’n halve Stünn wedder dool in uns Wohnung kamen bün, froogt mien Mann mi: Weiterlesen

Großstadtmomente

In letzter Zeit hadere ich immer häufiger mit unserem Viertel: Mehr und mehr Luxussanierungen mit anschließenden exorbitanten Mieterhöhungen, das ehemals so bunte Publikum wird immer hipsteriger (keine Ahnung, ob es das Wort so gibt – wenn nicht, habe ich es soeben erfunden).

Vielleicht liegt es auch gar nicht am Viertel oder der neuen Klientel. Es könnte auch sein, dass es mit meinem Alter zusammenhängt. Nein, es folgt jetzt keine der hinreichend bekannten klagen, dass früher alles besser war. Erstens ist das Humbug, und zweitens versuche ich eigentlich immer die positiven Seiten des Älterwerdens herauszukehren. Die Rolle des Zynikers, der einem Kind den bunten Ball wegnimmt, um ihm die Schlechtigkeit der Welt zu verdeutlichen statt ihrer guten Seiten, liegt mir nicht.

Im Grunde weiß ich gerade selbst nicht so recht, worauf ich eigentlich hinaus will. Weiterlesen